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Eine evangelische Kirche soll zu einem Kolumbarium umfunktioniert werden

Ev. Kirchengemeinde Hückeswagen will aus einer ihrer Kirchen jetzt einen Friedhof machen

Foto: © Anne Bermüller, Pixelio.de
Foto: © Anne Bermüller, Pixelio.de
Viele Kirchengemeinden haben immer weniger Zulauf. Die Folge: Kirchengemeinden und Pfarrbezirke werden zusammengelegt. In der Folge werden viele Kirchen nicht mehr benötigt und geschlossen. Seit ein paar Jahren gibt es eine neue Verwendung für sie. Sie werden umfunktioniert zu Kolumbarien. Nicht alle, aber immer mehr…

Angefangen hat dieser Trend ausgerechnet in katholischen Kirchen – wo die Katholiken doch die letzten waren, die die Feuerbestattung offiziell akzeptierten. So wurde bereits im Jahr 2007 die Erfurter Allerheiligenkirche zum Kolumbarium umgewandelt und am 7. September 2007 im Rahmen einer Messe eingeweiht und anschließend eröffnet. Weitere gibt es in katholischen Kirchen in Aachen und Marl sowie in evangelischen Kirchen Soest und Hannover – um nur einige der bekanntesten Standorte zu nennen.

Jetzt will auch die evangelische Kirchengemeinde Hückeswagen (Oberbergischer Kreis) eine ihrer beiden Kirchen, die Johanniskirche, in ein Kolumbarium umwandeln. Die 1836/37 erbaute Kirche steht heute unter Denkmalschutz. Mit dieser Maßnahme hofft man zu erreichen, dass die Kirche der Gemeinde und der Stadt auch bei immer schwieriger werdender Finanzsituation erhalten werden kann.

Geplant ist, dass das Kolumbarium bis zum 31.12.2011 fertig gestellt wird. Voraussetzung, dass es dazu überhaupt kommt, ist eine Voranmeldung interessierter Bürger, von denen bis Ende März 2010 mindestens 100 Personen bereit sein müssen sich für die Kirche als letzte Ruhestätte zu entscheiden und eine Urnenische im Kolumbarium im Voraus erwerben. Dies bedeutet natürlich auch die Bezahlung derselben, denn damit wird der Umbau auch mitfinanziert. Die Ruhezeit soll 20 Jahre betragen und beginnt mit dem Tag, an dem die Urne ins Kolumbarium gestellt wird.

So ein Kolumbariumsplatz hat immerhin den Vorteil, dass gegenüber einer herkömmlichen Grabstelle keine Folgekosten in Form einer teuren Grabpflege anfallen. Doch könnte der recht hohe Preis von 1.800 Euro zu Zeiten der weltweiten Finanzkrise doch ein wenig abschrecken. Jedenfalls werden derzeit Flyer verteilt, die darüber informieren und Kunden werben sollen, die sich mittels einer Absichtserklärung im Flyer auch gleich verbindlich anmelden können. Demnächst gibt es auch eine Internetpräsenz dazu, die derzeit aber noch nicht verfügbar ist.

Fotolegende: Ein Teil der idyllischen Altstadt von Hückeswagen. Foto: © Anne Bermüller, Pixelio.de.

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Schlüsselwörter: Hückeswagen | Oberbergischer Kreis | Kolumbarium | Johanniskirche | Bestattung | Urnennische
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Kommentare

286
am 11.12.2009 19:36:58 (141.76.45.xxx) Link Kommentar melden
Ich musste das Wort "Kolumbarium" erst im Fremdwörterlexikon nachsehen, obwohl ich in Latein ganz gut war. Wink

Mich würde mal interessieren, was passiert eigentlich nach der Ruhezeit mit den Urnen? Kommen die auf die Müllkippe?
Alex Mais
am 11.12.2009 22:58:15 (195.93.60.xxx) Link Kommentar melden
Dorota am 11.12.2009 19:36:58 Uhr:
Mich würde mal interessieren, was passiert eigentlich nach der Ruhezeit mit den Urnen? Kommen die auf die Müllkippe?

Die Urnen müssen natürlich entsorgt werden und landen dann, krass gesagt, auf der Müllkippe. Allerdings wird die Asche vorher entnommen und auf dem Friedhof beigesetzt. Die Friedhöfe haben in der Regel dafür extra eine Stelle vorgesehen.
321
am 12.12.2009 09:24:56 (84.19.184.xxx) Link Kommentar melden
Erde zu Erde, Asche zu Asche...
286
am 12.12.2009 19:16:19 (212.227.103.xxx) Link Kommentar melden
@Alex Mais
Die Friedhöfe haben in der Regel dafür extra eine Stelle vorgesehen.

Ist mir auf dem Friedhof nicht aufgefallen, woran erkenne ich das?
Alex Mais
am 12.12.2009 22:35:03 (195.93.60.xxx) Link Kommentar melden
Dorota am 12.12.2009, 19:16:19 Uhr:
@Alex Mais
Die Friedhöfe haben in der Regel dafür extra eine Stelle vorgesehen.

Ist mir auf dem Friedhof nicht aufgefallen, woran erkenne ich das?

In der Regel gar nicht. Das kann z.B. auf einem Rasenstück sein, wo dann einfach nur die Grasnarbe angehoben und die Asche darunter gestreut wird. Da sieht man anschließend auch nichts mehr davon...

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