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Was schenke ich zu Weihnachten? – Geschenkgutscheine und ihre Tücken

Immer wieder die gleiche Frage: Was schenke ich zu Weihnachten? – Gutscheine und Ihr Recht

Grafik: © Axel Ertelt
Grafik: © Axel Ertelt
Noch 20 Tage bis Weihnachten und immer noch kein passendes Weihnachtsgeschenk? – Dann wird es jetzt aber höchste Zeit. Den Stress, die letzten Geschenke noch an Heiligabend zu besorgen muss man sich schließlich nicht antun. Und auf die Schnelle am letzten Tag, da bleibt keine Zeit mehr um groß zu überlegen, zu vergleichen oder in vielen Geschäften zu stöbern. Wer dann noch nicht weiß, was er will, der findet nichts mehr. Und wer weiß, was er will, der hat dann oft das Pech es nicht mehr zu bekommen.

Eine beliebte Masche ist der Geschenkgutschein. Da kann man nicht viel verkehrt machen und der Beschenkte hat selbst die Wahl, was er dafür kauft. Dem Schenkenden wird quasi die schwierige Frage nach dem „Was“ abgenommen. Da gibt es keine langen Gesichter mehr und man kauft damit was man tatsächlich benötigt oder gerne hätte. Dazu gehört bei Männern garantiert nicht diese S-O-S-Kombination aus Socken, Oberhemd und Schlips, die die Mütter gerne an ihre Söhne verschenken. Das gehört zu den Dingen, die die Welt nicht braucht.

Der Gutschein könnte also eine echte Alternative sein. Aber, was nach deutlichen Vorteilen für beide Seiten aussieht hat auch seine Tücken. Das fängt oft beim Einlösen der Gutscheine an. Es gibt nämlich keine rechtlichen Regelungen die ausdrücklich für Gutscheine gelten. Dies bestätigte jetzt auch Hartmut Müller von der Verbraucherzentrale in Brandenburg. Beliebter Streitpunkt ist schon die Gültigkeitsdauer des Gutscheins. So dürfen die Händler zwar verlangen, dass der Gutschein innerhalb einer bestimmten Frist eingelöst wird, doch ist die Dauer einer solchen Frist häufig Gegenstand gerichtlicher Auseinandersetzungen. Das OLG München stellte mit Urteil (Az.: 29 U 3192/07) gegen amazon.de fest, dass ein Jahr zu wenig ist und verlängerte die Frist auf drei Jahre. Hat ein Gutschein keine Befristung, so gilt nach allgemeiner Auffassung eine gesetzliche Frist von drei Jahren, die am Ende des Jahres beginnt, in dem er ausgestellt wurde. Dass kann im günstigsten Fall dann schon mal fast vier Jahre bedeuten, wenn der Gutschein im Januar ausgestellt wurde. Spezielle Gutscheine für beispielsweise Theateraufführungen, Konzerte oder bestimmte Kinofilme können natürlich jeweils nur für die betreffende Spielzeit sein. Man sollte als Beschenkter vorsichtshalber mit der Einlösung des Gutscheins nie allzu lange warten.

Schließlich kann der Händler auch mal Pleite gehen. Dann ist der Gutschein nichts mehr wert. Aber auch abgelaufene Gutscheine sind nicht völlig wertlos (außer bei der Händlerpleite). Der Käufer des Gutscheins (nicht der Beschenkte) hat dann nämlich noch das Recht, sein Geld zurück zu verlangen. Dies allerdings unter Abzug einer Entschädigung für den Händler, die zwischen 10 und 20 Prozent betragen darf. Der Beschenkte hingegen hat (auch während der Gültigkeitsdauer des Gutscheins) keinen Anspruch auf eine Barauszahlung. Dazu ist der Händler nicht verpflichtet. Auch verlieren sollten Sie einen solchen Gutschein nie, denn er ist wie Bargeld und der Finder kann damit einkaufen gehen – auch dann, wenn der Name des Beschenkten darauf steht (AG Northeim, Az.: 3 C 460/88)! Das wiederum öffnet neue Perspektiven, denn der Beschenkte kann den Gutschein weiterverkaufen oder weiterverschenken und der neue Besitzer kann damit einkaufen gehen…

Man kann aber auch allen Tücken und Rechtsproblemen aus dem Weg gehen, indem man selbst einen Geschenkgutschein bastelt. Das ist individuell und ganz persönlich wenn man so dem Beschenkten mit einer schönen Idee beglückt. Wie wäre es denn beispielsweise mit einem Gutschein zu einem gemeinsamen Restaurantbesuch, ein gemeinsames Konzert oder ein gemeinsamer Theaterbesuch?

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Schlüsselwörter: Weihnachten | Gutschein | Geschenke | Gültigkeit | Urteile
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Kommentare

Maja
am 15.11.2011 12:25:08 (78.53.32.xxx) Link Kommentar melden
Das Thema Geschenkgutscheine ist wieder brandaktuel. Habe viele Erfahrungen dait gemacht, gerade was die Gültigkeit betrifft. Dieses Jahr zu Weihnachten schenke ich meiner ganzen Familie einen Gutschein zu einer kulianrischen Tour:
http://www.eat-the-world.com/shop/gutscheine.html

Hier gibt es keine offizielle Gültigkeitsdauer, auf Nachfrage im Büro wurde mir obige Regelung erklärt, also alles korrekt;-)

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