Politik: Welt

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Obelisken, Kirchtürme, Minaretten – alles ein Symbol für Raketen und bewaffneten Konflikt?
03.12.2009 11:58:53 eingesandt von Alex Mais für OnlineZeitung 24.de

Foto: © Dieter Schütz, Pixelio.de.
Foto: © Dieter Schütz, Pixelio.de.
Die Schweiz hat vergangenen Sonntag entschieden: Keine Minaretten mehr! Unerwartet hoch fiel der Volksentscheid aus. Ganze 57,5 % der Eidgenossen haben sich gegen den Bau neuer Minarette entschieden und alle Erwartungen einer deutlichen Absage des Verbots in erschreckender Weise zurückgewiesen. Nun ist die Kontroverse über diesen Volksentscheid entbrannt und könnte ganz leicht zum offenen Konflikt werden.

Initiiert wurde das ganze Theater von den national-konservativen und/oder rechten Lagern, die mit dieser Aktion die Angst gegen den Islam schürten. Die Regierung, die Kirchen und die Menschenrechtsorganisationen hatten alles versucht, das Ergebnis der Volksabstimmung zum „Guten“ zu beeinflussen. Doch sie alle haben ganz offensichtlich kläglich versagt. Und die Rechtsparteien anderer europäischer Staaten, allen voran Österreich und Italien, fordern nun ähnliche Verbote in ihren Ländern. Die offene Konfrontation der westlichen Welt (vielfach gleichgesetzt mit Christentum – obwohl das so nicht ganz korrekt ist) mit der islamischen Welt scheint nur noch eine Frage der Zeit. Den Terror der radikal-islamischen Fanatiker, den man doch angeblich mit dem Minarettverbot verhindern (hieße wohl besser: unterdrücken) wollte, scheint jetzt geradezu herausgefordert zu sein.

Die Minarette seien Symbole für einen religiös-politischen Machtanspruch hieß es von Seiten der Schweizerischen Volkspartei (SVP) und der Eidgenössischen Demokratischen Union (EDU). Wie dies gemeint ist verdeutlicht ein entsprechendes politisches Symbol. Es zeigt ein als Rakete aus dem Boden der Schweiz aufsteigendes Minarett.

Foto: © Huber, Pixelio.de.
Foto: © Huber, Pixelio.de.
Im Islam gehört das Minarett zur Moschee wie im Christentum der Kirchturm zur Kirche. Die Konsequenz müsste dann heißen: Kirchturmverbot in vom Islam geprägten Ländern. Dies sind nicht nur die Länder der so genannten Arabischen Welt, sondern auch Staaten wie Malaysia in Südostasien. Ein Kirchturmverbot? Für viele vielleicht bisher undenkbar ist mit dem Schweizer Minarettverbot der Eidgenossen ein solches in greifbare Nähe gerückt. Denn auch die Kirchtürme könnte man als Raketen deuten.

Absurd? Vielleicht nicht, aber doch in einem anderen Sinne als im Politischen. Bereits vor ca. 30 Jahren hat der PA-Forscher Rudolf Kutzer die Hypothese aufgestellt, die Kirchtürme wären ein Symbol für eine Erinnerung des Menschen an Raketen, die es in vorgeschichtlicher Zeit schon einmal gegeben hätte. Gedacht war diese Hypothese als Indizbaustein für die Möglichkeit außerirdischer Besucher – oder einer untergegangenen Hochkultur und technischen Zivilisation in längst vergangenen Zeiten auf unserem Planeten.

Verfolgt man diese Thematik (Minarett – Kirchturm – Rakete) weiter, so stößt man konsequenterweise auf die ägyptischen Obelisken. Sind diese die Vorbilder für Minarette und Kirchtürme? Dabei haben wir es mit einem Jahrtausende alten Symbol zu tun, welches lange vor den Kirchtürmen und Minaretten und somit auch lange vor Christus und Mohamed existiert hat. Wenn dies so ist, dann haben die Eidgenossen in der Schweiz am vergangenen Sonntag auch gegen den Bau neuer Kirchtürme gestimmt.

Foto: © Dieter Schütz, Pixelio.de.
Foto: © Dieter Schütz, Pixelio.de.
Obelisken findet man heute als „geklaute“ Originale oder manchmal auch als Nachbildungen der ägyptischen Originale in vielen Städten der Länder der Welt: Z.B. in Rom, wo es gleich dreizehn von ihnen gibt (z.B. hier) oder das gewaltige Monument in Washington. Sehr bekannt ist auch der Obelisk von Luxor mit seinen 23 Metern Höhe und einem Gewicht von rund 250 Tonnen, der in Ägypten „geklaut“ im Jahre 1836 auf der Place de la Concorde in Paris aufgestellt wurde. Und selbst Deutschland hat „seine“ Obelisken (z.B. in München). Die Liste ließe sich noch weiterführen, doch sollen diese Beispiele hier genügen.

Alle diese Objekte, Obelisken, Kirchtürme, Minarette, haben eines gemeinsam. Es sind schlanke, in den Himmel hochragende Türme – genau wie Raketen auf der Startrampe. Wenn man unterstellt, dass eine dieser Turmkategorie (oder auch alle drei) die symbolhafte Darstellung für eine Rakete ist, dann muss eingewendet werden, dass es Raketen noch lange gar nicht gab, als Minarette und Kirchtürme – oder gar Obelisken – gebaut wurden. Somit könnte man einen Zusammenhang nur sehen, indem man der Hypothese von Rudolf Kutzer folgt und damit einräumt diese habe es in längst vergangenen Zeiten bereits gegeben. Dabei spielt keine Rolle ob diese dann irdischen oder außerirdischen Ursprungs waren…

Sollte sich nicht viel lieber die ganze Menschheit einmal darauf besinnen, dass sie alle einen gemeinsamen Ursprung haben und zu diesen gemeinsamen Wurzeln zurückfinden? – „Nur wer die Vergangenheit kennt, wird die Zukunft kennen lernen!“

Foto: © dumman, Pixelio.de.
Foto: © dumman, Pixelio.de.
Abbildungslegenden und Abbildungsnachweise:

Minarette in der Abendsonne. (© Dieter Schütz, Pixelio.de.)

Ein Kirchturm - wie an jeder christlichen Kirche üblich. (© Huber, Pixelio.de.)

Obelisk in Karnak/Ägypten. Vorbild für Minarette und Kirchtürme? (© Dieter Schütz, Pixelio.de.)

V4-Rakete in Peenemünde. Ist dies die Negativ-Einstellung zu den Minaretten? (© dumman, Pixelio.de.)

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