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Politik: Welt

Kloster Mor Gabriel – Strafverfahren gegen Kuryakos Ergün heute in Midyat

Oder: praktizierte Religionsfreiheit

Der nächste Prozess um das Kloster Mor Gabriel soll am heutigen Mittwoch, den 02. Dezember, in Midyat stattfinden. Diesmal geht es um das Strafverfahren gegen den Vorsitzenden der Klosterstiftung, Kuryakos Ergün. Prozessgegenstand ist die um das Kloster erbaute Mauer, die zum Schutz gegen kurdische Viehherden dient. Die Folge eines Negativurteils: Abriss und das Aus für Mor Gabriel.

Wieder einmal ist es soweit. Ein Jahr ist es jetzt her, seit die Prozesse zur Enteignung des Klosters Mor Gabriel im Tur Abdin begonnen haben. Nun geht es in die nächste Runde. Das Strafverfahren gegen Kuryakos Ergün wegen Errichtung der Klostermauer soll jetzt verhandelt werden. Die Mauer soll auf dem Boden eines Staatsforstes erbaut sein, der dem Kloster nicht zusteht, wie es von türkischer Seite heißt. Dieser Prozess gilt als der Wichtigste in der Serie "Never ending story". Ein negatives Urteil, das den Abriss der Mauer zur Folge hätte, würde das "Aus" für die Autonomie des Klosters bedeuten, denn kurdische Viehherden würden dadurch in die Obst- und Gemüsegärten eindringen und so die Saat zerstören.

Ob nun aber tatsächlich eine Entscheidung getroffen wird, bleibt fraglich. Ebenso, wie es bis dato noch keinen Gerichtsentscheid über die Anhörung vom 10. November beim Gerichtshof in Ankara gibt. Bisher jedenfalls hat die Erfahrung gezeigt, dass dieses Katz-und-Maus-Spiel durch ständiges Vertagen der Prozesse ein Sport der Türkei zu sein scheint. Nach Einschätzung der Beteiligten ist erneut mit einer Prozessverschiebung zu rechnen. Für die Türkei ist gar keine Entscheidung allemal besser als eine Negative, um das Image des Landes aufzumöbeln. Man möchte ja in die EU, um endlich des Westens habhaft zu werden. Etwas Publicity durch die Anwesenheit europäischer Politiker, die wohlwollend keine Entscheidung in Kauf nehmen und fast zufrieden wieder nach Hause fahren, kann dem also nicht abträglich sein.

Die Welt darf also weiter zittern um die Klosterbewohner und die wenigen im Tur Abdin existierenden Assyrer, deren Leben nur noch von Unsicherheit über ihr weiteres Schicksal überschattet wird.

Dass es jedoch viel mehr Aufmerksamkeit seitens der Medien bedarf, um dem Kloster Hilfestellung zu geben, ist eine unumstößliche Tatsache. Gerade diese Ignoranz der Medien hatte auch der Stiftungsvorsitzende von Mor Gabriel Ergün in einem Interview Ende September beklagt.

http://huyodo.com/index.php?area=1&p=news&newsid=400

Es bleibt also wieder einmal nur die Hoffnung, dass Politik und Medien in entsprechender Weise agieren und durch zahlreiche Präsenz zu einem positiven Entscheid in Midyat beitragen.

Weltweite Solidarität mit Mor Gabriel ist unsere Pflicht, um den Christen dort zu zeigen: "Ihr seid nicht allein!"

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Schlüsselwörter: Islam | Christentum | Türkei | Klostertradition
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