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Vom Irrtum belegten Wissens und Denkvermögens

oder: neue Denker braucht das Land

Wir leben in einer vermeintlichen Informationsgesellschaft. Diese Informationsgesellschaft und die allgemeine Bildung und Bildungsmöglichkeit, auch in der Vielfalt von Wissensmöglichkeiten, deren Sammlung, Anwendung und Nutzung, hat dazu geführt, daß Jeder der es wagt, eigene Gedanken aufgrund eines gesammelten Wissen, Lebenserfahrung und offenen Sehens durch das Leben zu gehen und daraus Mitteilungen für sein Umfeld zu entwickeln und zu artikulieren, nur noch ernst genommen zu werden scheint, spikt er seine Erkenntnisse nun mit der Sammlung seiner Erkenntnis durch Hinterlegung von Quellenangaben mit Namen des Vordenkers, des Titels des Vordenkers, der Seitenzahl usw. usf.

Gefahr läuft nun jeder veröffentlichte Gedanke zerrissen zu werden, kann der ausformulierte Gedanke, sei er in Form einer Frage, eines Zusammenführens von …., resp. systemübergreifenden neuen Gedankens, nicht mindestens auf einen anerkannten Namen eines Professors, eines anerkannten Autors von Büchern, einer halbstaatlichen wie staatlichen Institution oder gleich mit dem Siegel der Pontifax oder des US-Amerikanischen Präsidenten versehenen, belegt und bestätigt werden.

Eigengeist ist nicht mehr gefragt. Wer das Geschäft der Quellenanwendung und der Verbindung der Quellen mit Füllwörtern, um eigene Gedanken vielleicht zu entwickeln, nicht beherrscht, ist nicht „in“ und unglaubwürdig. Denn eigene Erkenntnis kann es nicht mehr geben, ist diese nicht mit der Herkunft belegt.

So müsste man in letzter Konsequenz nun dazu übergehen, um überhaupt noch Ernst genommen zu werden, nun auch mit zuteilen, ab wann man in den Kindergarten ging, welche Eltern und Großeltern einem das Sprechen gelehrt haben, wo diese zur Schule gegangen sind, welchen Bidlungsstand sie hatten und aus welchen belegten Quellen sie ihr Wissen bezogen, das ja nun in dem Kinde seine Fortsetzung erfährt, sowie welche Lehrer mit welcher Stellung und Quellenangabe der Wissensvermittlung nun diese Ihr Wissen bezogen, das nun in dem Kinde zur Fortsetzung gelänge etc., etc., etc.

Diese Anforderung heutiger Artikel- und Gedankenverbreitung führt letztendlich zum absterben des Denkens, zum konsverieren bestehenden Wissens und der Verhinderung von geistiger Kreativität und Neuentwicklung, da jegliche Autor zukünftig nur noch wandelndes Nachschlagewerk von ist, und gelingt es ihm, dieses so hinzubekommen, das er damit neue Gedanken an zudeuten schafft, so ist er dann ein wahrer Sprachkünstler im Sinne von Kunst als Handwerk, denn wer es kann, kann Kunst, jedoch nicht im Sinne von eigenem Verstehen, neues Denken darzustellen und eventuell der Sammlungs- und Qellenangabenwut, entgegen zu stellen.

Und arm die Gesellschaft, die keine neuen Denkansätze freier Geister, die sich auf eigenes Wissen und Erkennen stützt und Denken und Verstehen des Lesers nun mehr nur noch auf Quellenangabenwut, zuläßt. Denn es muß erwartet werden dürfen, daß jeder Leser auch neuer Gedanken, selbst wenn er nicht alles weiß, worauf sich neue Gedanken berufen oder gar aufbauen, immer kennt, so kann jeder Denkende doch fähig sein, die Gedanken zu begreifen und wenn Bedarf vorliegt, diese Gedanken selbst zu prüfen und so eigene Gedanken zu entwickeln.

Herr Arthur Schlesinger, ehemaliger Berater von John F. Kennedy hat einmal die Sichtweise von Intellektuellen deutscher und amerikanischer Sichtweise erklärt. Danach ist man in Deutschland nur Intellektueller mit Titel und Studium, in den USA jedoch versteht man unter Intellektuell ein Gehirn, das unabhängig seines Studiums und Titels die Fähigkeit besitzt, Dinge, die es das erste Mal hört, zu verstehen, zu durchdringen und an einer derartigen Diskussion voll umfänglich erfassend, teil zu nehmen in der Lage ist.

Und deshalb sollte man sich aus Gründen der Freiheit des Geistes, von der Zitierwut um Glaubhaft zu sein, endlich wieder verabschieden. Anders verhält es sich nur, nimmt man nicht im allgemeinen Zusammenhang eines Gedankens auf bestehendes Wissen Bezug, sondern ganz speziell auf ein Zitat als Beispiel. Dann ist es jedoch eine Frage der Höflichkeit, da man dann ja ein Geistesprodukt von….. nutzt.

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Schlüsselwörter: Intellektuell | Denkarten | Verstehen
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Kommentare

Bobbo
am 28.11.2009 22:22:57 (88.77.230.xxx) Link Kommentar melden
"Und arm die Gesellschaft, die keine neuen Denkansätze freier Geister, die sich auf eigenes Wissen und Erkennen stützt und Denken und Verstehen des Lesers nun mehr nur noch auf Quellenangabenwut, zuläßt."

Wie arm ist erst die Gesellschaft, in der freie Geister verleumdet und verteufelt werden?
288
am 30.11.2009 03:01:54 (95.169.237.xxx) Link Kommentar melden
Autors von Büchern, einer halbstaatlichen wie staatlichen Institution oder gleich mit dem Siegel der Pontifax

...Die Pontifices ...

http://de.wikiped...i/Pontifex
alles klar? Wink
321
am 30.11.2009 07:53:47 (88.68.114.xxx) Link Kommentar melden
neues Denken darzustellen und eventuell der Sammlungs- und Qellenangabenwut, entgegen zu stellen.

Neues Denken? Seh ich hier keins.

Quellenangabenwut?

????? Grin

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