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Maggi - kennen Sie das eigentlich?

Eine kleine Kulturrevolution in der Küche

Logo der Marke Maggi® (Nestlé S.A.)
Logo der Marke Maggi® (Nestlé S.A.)
"Wer hat's erfunden?" - Die eigentümlich geformte braune Maggiflasche mit dem rot-gelben Logo kennt jeder. Nicht alle Haushalte haben sie, noch weniger schätzen sie heutzutage. Maggi als Würzmittel scheint out zu sein oder ist doch weitgehend durch Soja-Saucen teilweise fragwürdiger Herkunft (z.B. China) verdrängt worden. Wer sich für einen Gourmet hält - die meisten dürften bestenfalls Gourmands sein - der rümpft bereits bei Nennung des Namens Maggi verächtlich die Nase. Warum eigentlich?

Wenig bekannt dürfte sein, daß der Aufstieg der Marke Maggi mit einem sozialreformerischen Ansatz verbunden war, der recht gut zu der aktuellen Diskussion um die ketzerischen Hartz-IV-Gedanken Thilo Sarrazins paßt, wieviel Geld man den eigentlich für die gesunde Ernährung pro Tag aufwenden muß: der schweizerische Müller-Sohn, der Philanthrop Julius Maggi, war bestrebt, für die teilweise mangelhaft ernährte und zuviel Alkohol konsumierende Arbeiterschaft eine gesunde, kräftige Nahrung anzubieten. Und so erfand er die Tütensuppe, zu deren Herstellung nur noch heißes Wasser hinzugegeben werden mußte. Bahnbrechend in der Kulturgeschichte der Menschheit. - Und das bekannte braune Würzmittel sollte insbesondere auch den Fleischextrakt ersetzen, war also speziell für Reformköstler und Vegetarier interessant. Daß Julius Maggi sehr philanthrop eingestellt war, sieht man auch an seinen unternehmerischen Bemühungen: Maggi führte für die damalige Zeit ungewöhnliche, umfangreiche Sozialleistungen ein wie

  • Kantine,
  • Arbeiterwohnungen,
  • Betriebskrankenkasse,
  • Witwen- und Altersrente
  • sowie 1906 den freien Samstag

Maggi-Würze

Maggi-Würze ist eine Würzsauce, die in Aussehen und Geschmack an Sojasauce erinnert. Sie wurde 1886 von Julius Maggi als preiswerter Ersatz für Fleischextrakt erfunden. Seit 1947 wird sie von Nestlé hergestellt.

Als Ausgangsstoff dienen Pflanzenproteine, früher aus Sojabohnen und Weizen, seit 2006 ausschließlich aus Weizen. Sie wurden ursprünglich durch Kochen in Salzsäure denaturiert und anschließend mit Natronlauge neutralisiert, wobei auch große Mengen Kochsalz entstehen. Heute wird diese Methode nicht mehr angewendet, stattdessen kommen enzymatische Verfahren zum Einsatz. Die entstandene Würze wird filtriert und durch Geschmacksverstärker wie Mononatriumglutamat, Aromastoffe und Salz ergänzt. Je nach Land können die Zutaten geringfügig variieren. Der umgangssprachlich wegen seines an Maggi-Würze erinnernden Geruchs auch "Maggikraut" genannte Liebstöckel ist nicht enthalten.

Quelle: Wikipedia

Die Idee Maggis war genial: jeder soll sich ein warmes Essen in guter Qualität leisten können; diese Idee setzte er zielstrebig um, mit standardisierten Produkten. Das war preiswert, hygienisch und modern, es war schnell und einfach zuzubereiten, und das Ernährungsbewußtsein stieg dadurch; insgesamt also eine sehr fortschrittliche Sache! Ein Beispiel übrigens auch dafür, daß sich unternehmerisches Gewinnstreben und soziale Verantwortung nicht zwangsläufig im Widerspruch befinden müssen und sich daher durchaus vereinbaren lassen.

Ein Service für die jüdischen Leser:

Ist Maggi koscher? Nein!

Denn das darin enthaltene Natriumglutamat "kann tierischen Ursprungs sein"... - siehe auch E 621

Maggi-Würze ist also NICHT koscher... - andere Produkte von Maggi allerdings schon, bestimmte Suppen z.B.:

Koscherliste der Orthodoxen Rabbinerkonferenz Deutschland

Koscherliste der Israelitischen Kultusgemeinde Zürich

Maggi Kochstudio & Schnellrestaurant FfM
Maggi Kochstudio & Schnellrestaurant FfM
Wer einmal in Frankfurt ist, kann auch das Restaurant der Firma besuchen, dort gibt es schmackhafte Gerichte zum kleinen Preis (auch in Hamburg, Dortmund, München und Leipzig). Außerdem bietet die Firma natürlich auch Kochkurse an, hat Informationen für Kiddies... - und was man heute noch alles so als "Kundenbindung" machen kann.

Es soll Menschen geben, die erst durch solche Einrichtungen die Freude am Kochen und die Kreativität am Herd entdeckt haben. Alles in allem also, auch für den Internetauftritt:

Gut gemacht, insgesamt eine exzellente performance!

  • Bildnachweis:
Satire und Verballhornung "Maggi Kotzstudio&q
Satire und Verballhornung "Maggi Kotzstudio&q
  • Logo der Marke Maggi, geschütztes Markenzeichen, darf nur für Artikel über das Produkt verwendet werden (mit freundlicher Genehmigung der Nestlé Deutschland AG)
  • Maggi-Kochstudio, Frankfurt, by Eva Kröcher via Wikipedia, CCL "Attribution-NonCommercial-NonDerivative 3.0 (US)"
  • Satire, Urheber unbekannt, public domain - eine solche Satire zeigt, wie stark das Produkt in den Köpfen verwurzelt ist, denn nur bekannte Marken werden auch satirisch verfremdet.

Eine alte Geschichte, man beachte die heraushängende Zunge bei 2:01 Minuten

YouTube Video

"Wer hat's erfunden?" - "Wer genau?" - Nun, in diesem Fall nicht Ricola, sondern Julius Maggi...

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Schlüsselwörter: Julius Maggi | Frank Wedekind | Thilo Sarrazin | Reformkost | gesunde Ernährung | Sozialreform | Nestlé AG | Leguminosen | Soja | Eiweiß | Hartz IV
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Kommentare

317
am 23.12.2009 20:18:43 (84.59.129.xxx) Link Kommentar melden
Das ist ja komplizierter als ich angenommen hatte, über Glutamat habe ich mir noch nie den Kopf zerbrochen. Gummibärchen sind meist nicht koscher (Gelatine), das war mir bekannt.

Sehr interessant, das alles mal aus jüdischer Perspektive zu erfahren.
331
am 26.12.2009 10:15:10 (88.68.116.xxx) Link Kommentar melden
Gelatine ist aber gut für die Gelenke Wink
300
am 28.12.2009 18:03:33 (88.68.115.xxx) Link Kommentar melden
Mmmh, Gummibärchen liebe ich! MEin Dad hat uns immer erzählt, die würden aus gekochten Katzen gemacht, aber das konnte mich nie abhalten.

Maggi ist mir zu schwach, das ist ja wie Tabasco, also Kinderkram. Ich steh auf solche Sachen: Pain is good
266
am 09.01.2010 15:28:46 (84.59.56.xxx) Link Kommentar melden
@Annett & Umpa Lumpa - Selbstverständlich gibt es auch koscher Gelatine. Diese wird aus Fisch oder Geflügel gewonnen. Jeder, der schon einmal eine Gans oder fette Ente im Bratentopf oder als Suppe hatte, weiß um die reichlich dort vorhandene Geflügelgelatine. Produkte, die hiermit hergestellt werden, sind natürlich "fleischig" in der koscheren Küche, dürfen also nicht mit Milchprodukten gemischt werden, was bei Gummibärchen sicher nicht problematisch ist. Aber Gelatine in Joghurt oder Frischkäse geht nach koscherer Küche eben nicht.

  • http://www.daleth-page.de/Alles_koscher_/alles_koscher_.html
  • http://www.liebermanns.de/pages/kueche.htm


Über den Wert der Gelatine (orale Einnahme) für die Gelenke streiten sich die Gelehrten; aber es soll helfen, wenn es per Spritze direkt im Gelenk appliziert wird. Und dann ist es ja keine Nahrung, denke ich. Aber das sollte natürlich ein Rabbiner entscheiden.
266
am 09.01.2010 15:31:47 (84.59.56.xxx) Link Kommentar melden
Hier haben wir ja einen Rabbiner zum Thema:

http://www.hagali...091010.htm

Und auch noch dies:
Fischgelatine wird aus dem in Fischhäuten enthaltenen Kollagen hergestellt, u. a. um damit jüdischen und islamischen Speisegesetzen zu entsprechen (siehe Koscher und Halal).
321
am 15.01.2010 18:11:45 (217.114.220.xxx) Link Kommentar melden
Jeder soll das essen was er will. Also dürfen Juden koscher essen und dafür auch schächten.

Wink Ist doch logisch irgendwie.
kommt123
am 14.06.2010 08:03:10 (92.224.151.xxx) Link Kommentar melden
Natürlich sollte jeder das essen was er möchte.

Ich verstehe auch dieses ganze Theater um das Schächten nicht.
Es sind zum größten Teil unwissende Leute die so einen Nonsens wie"die armen Tiere",die werden dabei gequält und leiden" von sich geben.


Unsere Nahrung besteht nun mal aus pflanzlicher und tierischer Nahrung.
Und für den Bestandteil der tierischen Nahrung,da müssen nun mal Tiere sterben.

Eine korrekt durchgeführte Schächtung ist keine Tierquälerei.

Es darf ja nicht jeder Milchmann ein Tier schächten,die Schächter haben eine Spezialausbildung erhalten.

Bei dieser Form des Schlachtens da werden den Tieren mit einem einzigen Schnitt in die Kehle die Halsschlagadern, die Halsvenen, die Speiseröhre und die Luftröhre durchtrennt.

Das ist auch nachzulesen z.B.bei Wiki.

Das die Tiere dann noch zucken,daran sind die Nerven beteiligt,denn wenn man ein Tier durch Bolzenschuss vorher "betäubt",dann den Kehlschnitt verabreicht,ist es ebenso.

Man soll keine Menschen"verurteilen",jeder wie er will und jeder was ihm schmeckt.

Ich mag kein "MaggiGewürz,aber ich verurteile keinen Menschen,der sich das an sein Essen macht.
Warum auch?
557
am 09.03.2011 17:17:43 (84.19.165.xxx) Link Kommentar melden
Erinnern kann ich mich gut an die Generation der Maggi-Tanten, bei denen dies das typische Gewürz am Tisch war, um nicht zu sagen: das einzige.

Bei uns gab es das nie, dafür Pfeffer, Salz, und - je nachdem - Oregano, Basilikum, Kerbel, Liebstöckel ("Maggikraut"!) und natürlich Schnittlauch sowie (glatte) Petersilie...
Peter Maier
am 09.03.2011 20:00:35 (93.219.169.xxx) Link Kommentar melden
Sowieso - und wenn überhaupt, frisch, und wenn, nur glatte Petersilie - dieses krause Zeug mag ich gar nicht. Und Pfeffer nur frisch gemahlen, Schnittlauch aus Bio wie auch Kerbel und Liebstöckel - übrigens kann ich Pfefferminze und Dill durchaus empfehlen!
kommt123
am 09.03.2011 23:27:10 (92.224.147.xxx) Link Kommentar melden
Zu welchen Gerichten eignen denn sich diese Kräuter?
So als Schnellgericht…
Kochen ist nicht so mein Ding, zeitlich und auch von der Sache her!

Nach jedem Herdgang die Haare waschen, durch den Dampf ruiniert man sich ja die Frisur.

Aber mein Freund kann sehr gut kochen, da möchte ich mich natürlich auch einmal revanchieren.

Smile
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