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Sonstiges: Zu Hause

Armer Hund? Von wegen!

Wie ein Zwergschnauzermädchen unsere beste Freundin wurde

Große Stufe, kleiner Hund © m.o.d.
Große Stufe, kleiner Hund © m.o.d.
Ich erinnere mich noch sehr gut, als ob es gestern gewesen wäre: eines Tages, nach einer langen Reise, kam unser kleiner schwarz-silberner Zwergschnauzer zu uns ins Haus. Knapp acht Wochen alt, eine handvoll Hund, fiepsend und ständig die körperliche Nähe und die Wärme suchend, irgendwie schien sie ihre vier Brüder zu vermissen. Dafür hatte sie ja aber uns, drei neue Brüder und zwei erwachsene Zweibeiner. Wir waren alle schwer begeistert von diesem Wollknäuel. Ein Spielzeug, das wirklich lebte, kein NintenDog, kein Tamagotchi. Unsere Eltern bremsten uns aber ein bisschen aus nach der ersten Begeisterung, der Hund sollte nämlich auch noch erzogen werden. Immer diese Erwachsenen, echte Spielverderber! Unsere Aufgabe bestand im wesentlichen erst mal darin, mit dem Hund zu spielen, das soll ja die Intelligenz fördern. Mein Dad hatte sich die Rolle des Leitwolfs ausgesucht, aber meine Mom ist strenger und machte sie ihm bald streitig, na ja, das müssen die beiden unter sich ausmachen.

Dieses Viech war wirklich lustig. Wir haben in der Wohnung nur Parkett und Fliesen, mit ein paar ausgelegten Teppichen. Der arme Hund musste erst mal lernen, auf dem kalten Stein und auf dem glatten Holz zu laufen, das kleine Mädchen rutschte erstmal immer weg, das sah zum Schieflachen aus. Wenn sie irgendwo hinrennen wollte, konnte es schon mal vorkommen, dass sie die Kurve nicht richtig erwischte und sie aus der Kurve getragen wurde. Aber Tiere soll man nicht auslachen, das merken sie nämlich und es verletzt sie, so wie uns auch. Also unterdrückten wir unser Lachen und machten nur ein paar lustige Videos davon. Auch an den Stufen - wir haben ein Haus mit mehreren Etagen, und im Wohnzimmer ist ein Podest - scheiterte Mademoiselle Susi, sie stellte sich einfach hin (auf dem ersten Bild sieht man das schön) und wartete, dass ihr ein Zweibeiner half, irgendeiner war stets zu Diensten. Aber irgendwann kam sie mit dem glatten Boden klar und auch die Stufen waren irgendwann kein Problem mehr.

Frechdachs ©m.o.d.
Frechdachs ©m.o.d.
So ein kleiner Hund hat einen großen Appetit, das ist klar, er muss ja auch noch wachsen. Wir hatten dafür spezielles Welpenfutter, manchmal auch Trockenfutter, etwas eingeweicht, das ging runter wie nichts. Ein Schälchen mit Wasser, das jeden Tag erneuert wurde, gehört auch dazu. Klar war auch: der Hund bekommt nichts vom Tisch, wenn wir essen. Mittlerweile ist diese Regel nicht mehr ganz so streng, solange Zuzia nicht bettelt. Manche Züchter meinen, der Hund solle nur zweimal (oder sogar nur einmal) am Tag Futter bekommen, aber das ist etwas ideologisch. Inzwischen mag sie besonders gern das, was die Zweibeiner auch essen, und natürlich fällt in der Küche schon mal was runter, ganz "zufällig", versteht sich. Das weiß so ein Vierbeiner durchaus zu schätzen. Übrigens gibt es einen guten Trick, mit dem man dem Hund zeigen kann, wer der Herr im Haus ist: man gibt ihm Futter und nimmt es ihm wieder weg, wenn er frisst. Akzeptiert er das, ohne zu knurren, dann weiß man, dass er die Rangordnung kapiert hat, wenn nicht, muss man das öfter mit ihm üben, bis er es begreift. Natürlich bekommt er es nach fünf Minuten wieder, wenn er ein paar Aufgaben zufriedenstellend gelöst hat. Mein jüngerer Bruder - weil er eben für den Hund keine Autorität ist - hat irgendwann entdeckt, dass er den Hund futterneidisch machen kann; es passiert schon einmal, dass in dem eigenwilligen Schnauzerhirn der Gedanke entsteht, eine bestimmte Futtersorte sei nicht so lecker; damit es aber nicht stehen bleibt und verdirbt, muß einer der beiden Kleinen ran und tut so, als ob er sich an das Futter machen wollte. Wie der Blitz kommt dann der Hund angeschossen, quietscht ganz empört, verbellt den "Dieb" mit kleinen spitzen Wutschreien und schlingt das Fressen ganz hinunter, damit da nur keine Gefahr mehr besteht... Inzwischen hat Susi sogar gelernt, was es bedeutet, wenn ich den beiden Kleinen zurufe, "kommt mal her und macht Zuzia futtergeil", denn bei diesem Satz schon rennt sie zu ihrem Napf und frisst auch das ganz eilig, was sie vorher stundenlang hat stehen lassen; doof ist so ein Hund also nicht.

An diesem Thema merkt man auch, dass ein Hund die einzelnen Familienmitglieder genau unterscheidet, auch hinsichtlich ihrer Rangordnung; meine beiden kleinen Brüder sind für Susi eher Spielkameraden und niemand, dem sie unbedingt gehorchen würde. Bei mir und meinen Eltern weiß sie natürlich, was unsere Rolle ist. Deshalb habe ich auch die grundlegenden Befehle, die ein Hund können muss, täglich mit ihr geübt: Komm!, Lauf!, Sitz!, Lay down!, Aus! usw. Wenn sie gut war, wurde sie belohnt mit einem Leckerli, die Psychologen nennen das konditionieren. Meine Eltern behaupten, bei mir hätten sie das damals anders gemacht, na ja, ich will es mal glauben. So wurde unsere Schnauzermädchen also größer, stärker und klüger. Irgendwann konnte sie sogar bellen (nach drei Monaten war das erste Bellen zu hören, noch etwas kläglich), ohne dass wir ihr das beigebracht hätten. Es galt dem Postboten, wie man sich denken kann.

Der Hund gehört untrennbar zur Familie, ist eine treue Freundin, immer mit dabei, fährt wahnsinnig gern Auto und ist sehr verschmust. Außerdem ein sehr guter Wachhund, sie schlägt immer an, wenn jemand auch nur in die Nähe der Haustür kommt. Wenn ich nur für zehn Minuten weggehe, um meinen Papierkorb zu leeren oder was einzukaufen, sitzt sie im Flur und begrüßt mich, als wenn sie mich tagelang nicht gesehen hätte. Wir spielen, schmusen, toben, raufen und rennen mit dem Hund. Unsere Herzen hat sie im Sturm erobert. Warum? Weil sie uns bedingungslos und treu ihre Liebe schenkt.

(Fortsetzung folgt)

:D Immer zu einem kleinen Kämpfchen bereit... - Zwergschnauzer sind wachsam und nehmen es auch mit größeren und stärkeren Gegnern auf.

YouTube Video

Bilder: eigene, 19.10.2005, Felsenmeer

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Schlüsselwörter: Haustiere | Hund | Schnauzer | Zwergschnauzer | Kinder | Ernährung | Erziehung | Verantwortung | Hygiene
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Kommentare

266
am 22.12.2009 09:43:18 (95.222.208.xxx) Link Kommentar melden
Konditionierung funktioniert grundsätzlich auch bei Menschen sehr gut, ist aber nur ein Element der Erziehung. Manchmal braucht man mehr. Bei Hunden hat man, im Gegensatz zu Zweibeinern, die erzogen werden sollen, einen entscheidenden Vorteil: Hunde diskutieren nicht. Diese ganzen Endlosschleifen, die z.B. hier ablaufen, kann ein Hund gar nicht verstehen. Nicht wegen Mangels an Intelligenz, versteht sich.
286
am 24.12.2009 09:14:53 (84.59.133.xxx) Link Kommentar melden
Hunde sind aber viel leichter zu erziehen als Menschen.
331
am 26.12.2009 10:16:38 (88.68.116.xxx) Link Kommentar melden
Darf so ein Familienhund eigentlich mit ins Bett oder aufs Sofa? Wink Da streiten sich ja die Geister.
300
am 27.12.2009 07:52:11 (69.162.66.xxx) Link Kommentar melden
Lass sie streiten. Grin Bei uns ist die Antwort in beiden Fällen "Ja", aber nur, wenn sie eingeladen wird. Smile Damit die natürliche Ordnung gewahrt bleibt.
288
am 27.12.2009 11:26:13 (217.168.11.xxx) Link Kommentar melden
eine meiner Freundinnen hat einen sehr lieben, guterzogenen Hund. Seit ihrer Scheidung vor nunmehr 5 Jahren liess sie ihr Hundi mit ins Bett, mit auf die Couch, mit ins Auto.
Obwohl Hundi sehr sauber gehalten wird, sieht man, wenn man sie besucht, an seinen Klamotten, dass sie ihr Hundi sehr liebhat.
Überall weisse, kurze Haare, im Auto (ich fahre nur im Taucheranzug mit), von hinten hechelt Hundi mir dann über die Schulter, aber meine Sauerstoffmaske ermöglicht mir einwandfreies Luftholen, obwohl er schon ein wenig schlechten Atem hat. Wenn ich mich auf die Couch setze, dann nur in Latexklamotten, die kann man abwischen, nimmt Haare und Hundigeruch schnell wieder weg.
Ihr Bett ist mir eh egal, und sollte mal ein Besuch für übernacht anstehen, dann nehm ich am Besten Hundis Luxuskörbchen, weil, da schläft er eh nichtWink
Nun hatte meine Freundin einen Lebensgefährten, der fand Hundi anfangs auch ganz toll.
Die Liebe schwand, als Hundi auch im Bett seinen angestammten Platz beanspruchte. Darauf angesprochen meinte meine Freundin, man könne dem Hund nach so langer Zeit das nicht mehr antun, dass er nicht im Bett schlafen dürfe. Schliesslich würde er heulen wenn er allein bleiben müsste.
Nunmehr war Hundi für ein paar Tage bei mir in Pflege, weil der Lebensgefährte die Frage stellte "der Hund oder ich".
Ich habe dem lieben Kleinen versucht klarzumachen, dass die Alternative nicht "heulen oder Bett" heisst, sondern die Alternative lautet "Klappe halten und Körbchen sonst Garage".
Bei mir klappte das einigermassen, aber mir ist ein Hund, der MEINE Sitzplätze oder mein Bett als Tabu betrachtet, in jedem Falle lieber.
Untugenden züchtet man, indem man unkonsequentes Verhalten übt, denn einmal Couch=immer Couch. Der Hund denkt nicht so Komplex, dass er eine "Einladung" als Ausnahme von der Regel erkennen könnte. Im Gegenteil empfindet er eine Verneinung dann als Abweisung, die er nicht verstehen kann.
Daher lautet meine Empfehlung zur Couchfrage: nein. Und zwar im Interesse des Hundes und der Familie.
P.S. der Lebensgefährte meiner Freundin hat sich mittlerweile von ihr getrennt...und sie hat noch zwei Hunde mehrWink
288
am 27.12.2009 15:20:53 (217.168.11.xxx) Link Kommentar melden
Natürlich kann ein Hund Ausnahmen als solche erkennen. - Nicht jede Differenzierung im angepaßten Verhalten bedeutet "Inkonsequenz".

in meiner kleinen Geschichte - die wirklich wahr ist!- wollte ich nur darstellen, wie eng der Wunsch, dem Tier zuliebe etwas zuzulassen, und die Gefahr, selbst dabei etwas wertvolles zu verlieren, zusammenhängen.
Jeder Hund wird von sich aus versuchen, schon aus Gründen der Rangordnung, den "Thron" des Rudelführers zu besteigen.
Ihn wieder aus dieser Rangfolge rauszubekommen, ist oftmals sehr, sehr schwer.
Unzähliche zerbissene Stuhlkanten meiner Eltern, angeknabberte Sofakissen (die Ecken waren anscheinend köstlich) legten ein beredtes Zeugnis ab, wieviel es einen kleinen Hund ärgern kann, wenn er nicht darf, was er gern will...
Daher meinte ich "wehret den Anfängen", denn auch für Besucher ist ein nach Hund riechendes Sofa nicht unbedingt ein Anziehungspunkt...(und mal ehrlich, der Hund tappst unbekümmert durch alles, was seine Hundekollegen hinterlassen haben auf Feld und Flur, wer hat das Sammelsurium aus Staub, Haaren, Hautschuppen, gelegentlichen Milben und sonstigem Getier wirklich gern auf seinem Sofa - und dann womöglich auf seinem Kind?)
Meine Devise ist: Der Hund hat seinen Napf, und ich mein Teller. Ich nehm nicht seinen, und er nicht meinen. Und die Betten werden auch nicht geteilt. Naja aber wenn er mich dann so anguckt...dann könnt man glatt schwach werdenWink
300
am 27.12.2009 16:40:30 (69.162.66.xxx) Link Kommentar melden
uiuiuiui, da hab ich ja was geschrieben. Eigentlich wollte ich nur mal schnell die Frage von umpa lumpa beantworten.

Ich mag es sehr gern, wenn mir unser Hundi die Füße wärmt nachts. Es ist auch schön, von einem lebendigen Wecker wachzuwerden: da habe ich plötzlich morgens um 7 eine ganz begeisterte Hundezunge in meinem Ohr. Ist doch süß, sie respektiert mich trotzdem als ihren Chef. Woran ich das merke: wenn ich ihr AUS sage, legt sie sich seufzend wieder auf meine Füße und probiert es um 9 nochmal, das ist am Wochenende doch okay.
288
am 27.12.2009 18:25:10 (95.169.250.xxx) Link Kommentar melden
überall verlieben sich die Katzen sofort in mich.

ja, die lieben auch Lebertran - ich aber nicht...Sad
Hartmut Holz
am 28.12.2009 17:22:21 (217.80.230.xxx) Link Kommentar melden
Ich finde Hunde sind sehr gute und liebe Tiere. Und die meisten vierbeinigen Zeitgenossen sind sehr gut erzogen.

Auch eignen sie sich gut als Familientiere und sind für Kinder gut geeignet.
300
am 28.12.2009 17:37:48 (88.68.115.xxx) Link Kommentar melden
Also, unser Hund hat weder Milben noch Flöhe oder Zecken und Würmer. Er bekommt die Pfoten gewaschen, wenn er im Dreck war. Machen wir doch auch. Eine Haltestange in einer Straßenbahn ist nicht sauberer als die Straße, durch die der Hund läuft.
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