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Wirtschaft & Finanzen: Deutschland

Wie viele Tage hat ein Jahr? – Wie gut ist Ihre Bank wirklich?

Bankensanierung auf Kundenkosten – Zinsen für nicht in Anspruch genommenen Kontokorrent

Foto: © Kurt F. Domnik, Pixelio.de
Foto: © Kurt F. Domnik, Pixelio.de
Nun, eigentlich ist doch jedem klar: Das Jahr hat 365 Tage und alle vier Jahre, wenn Schaltjahr ist, sogar 366 Tage. Nicht so bei den Banken in Deutschland: Das Bankjahr in Deutschland hat nur 360 Tage! Das ist schlecht für alle Sparer und gut für die Banken…

Warum sparen die Leute? Ich weiß, das ist eine „dämliche“ Frage. Man spart natürlich damit sich das Geld vermehrt – durch Zinsen und gegebenenfalls auch durch Zinseszinsen. Jeden Tag gibt es Zinsen auf das Guthaben von Sparkonten. – Jeden Tag? Nein! Nur für 360 Tage im Jahr, denn mit dieser Zahl wird das Bankjahr in Deutschland berechnet. Die Zinsen für die restlichen fünf (bzw. bei Schaltjahren sechs) Tage behält die Bank. Ein Milliardengeschäft für die Banken – jedes Jahr aufs Neue.

Da muss ich jetzt mal die Engländer loben. Nach der englischen Methode hat ein Bankjahr korrekt 365 (und beim Schaltjahr 366) Tage. Zinsen werden korrekt nach der tatsächlichen (kalendermäßigen) Anzahl der Tage abgerechnet. Dies geschieht unter anderem auch in den USA und Portugal.

Wurde Ihnen von Ihrer Bank auf dem Girokonto ein Kontokorrent eingeräumt? Dafür kassieren die Banken bei Inanspruchnahme Zinsen. Das ist OK, denn davon existieren sie ja auch (wenn auch nicht alleine davon). Über die Höhe solcher Zinsen kann man sicherlich auch verhandeln. Trotz aller Verhandlungen liegen diese jedoch deutlich (mehrfach) höher als Guthabenzinsen. Soweit so gut. Bei Geschäftskonten sind seit einigen Monaten die Banken auf eine neue Verdienstmöglichkeit gekommen: Zinsen für nicht in Anspruch genommenen Kontokorrent!

Noch nichts davon gehört? Dann sind Sie entweder Privatmann/frau oder ihre Bank hat es tatsächlich noch nicht eingeführt, was für Sie ein Glücksfall ist.

Worum geht es dabei genau? Es handelt sich um Zinsen für einen zwar möglichen Kontokorrent-Kredit, der Ihnen gewährt wird, den Sie jedoch nicht in Anspruch genommen haben. Die Zinshöhe dabei ist zwar deutlich geringer als für den in Anspruch genommenen Kontokorrent, doch bezahlen Sie hier Geld, für eine nicht in Anspruch genommene Leistung. Die Banken argumentieren dies mit der Bereitstellung des Geldes für Sie, die eigentlich nur auf dem Papier existiert.

Als Beispiel (die Höhe des Prozentsatzes kann natürlich von Bank zu Bank variieren) ausgedrückt sieht das folgendermaßen aus:

  1. Ihr Kontokorrent beträgt 2.000 Euro
  2. Sie haben davon 1.000 Euro in Anspruch genommen
  3. Hierfür bezahlen Sie 10 % Zinsen
  4. Die restlichen 1.000 Euro wurden nicht in Anspruch genommen
  5. Dafür zahlen Sie trotzdem 2,5 % Zinsen

Was folgern wir daraus? Man sollte sich von mehreren Banken ein konkretes Angebot einholen bevor man bei der erstbesten Bank sein Konto eröffnet…

Fotolegende: Bankensanierung auf Kundenkosten. Foto: © Kurt F. Domnik, Pixelio.de.

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Schlüsselwörter: Bankensanierung | Zinsen | Kontokorrent | Bankjahr
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