Rund um OZ24

Suchen

Unterstütze OZ24

Medien: Leute

Hype um Suizid von Robert Enke

Medien stellen einmal mehr die Realität auf den Kopf

Selbst die keineswegs zu den unbesonnen Markt schreierischen Titeln zählende FTD Financial Times Deutschland dokumentiert in Ihrer Ausgabe vom 13. November, wie irreal dieses Geschehen sowohl wahrgenommen, als auch publizistisch abgearbeitet wird.

25.7 x 29 cm inkl. Foto titelt sie “Achtet aufeinander – wie die Bundesliga darüber spricht Depressionen früher zu erkennen und den Opfern besser helfen zu können, den Sportpsychologen allein helfen nicht weiter“, während 5.4 x 12.2 cm ausreichen müssen, um darzulegen, dass “Erwerbstätige an seelischen Krankheiten leiden“, da lt. einer Studie der Bertelsmann Stiftung zwischen 38 und 52 % der Menschen psychische Beschwerden haben und dies bereits den Charakter einer Volkskrankheit einnimmt.

Vom Basisanspruch her berufene Kreise – Kirchen, Volkvertreter, Wohlfahrtsorganisationen, etc. – schweigen in einem geradezu eigentümlich vereinenden Wegsehen und nehmen einmal mehr Verluste pragmatischen Bevölkerungsbezuges in Kauf. Bei allem gebotenen Respekt vor Robert Enke und seinen Angehörigen: seine Erkrankung bestand seit frühester Jugend und ihr konnte trotz hochprofessioneller Kompetenzen in der eigenen Familie nicht wirkungsvoll begegnet werden, wie auch finanzielle Ressourcen für eine Heilung seinerseits wohl keine Mangelrolle spielten.

Wenn jetzt die Millionen trächtigen Jungs der Bundesligen und ihre Vertretungen nach Hilfen unterschiedlichster Ausprägungen rufen, ist das ein Schlag ins Gesicht derer, welche wirklich Ausweg los betroffen sind. Existenzverluste nach Arbeitslosigkeit oder in Folge von Wirtschaftskriminalität bzw. Justizversagen sind weit schlimmere Lebenslagen als die Auswahlhärte in sportlichen Eliteligen (im Wirtschaftsleben ohnehin Alltag!) und Lösungsansätze sind dort mangels verlorener Reputationen sowie finanzieller Möglichkeiten Lichtjahre entfernt.

Wenn das Land nach dem Suizid Robert Enkes innehält und sich neu orientiert, dann bitte wenigstens mit dem jetzigen zeitlichen Abstand in die richtige Richtung der wirklich Leid tragenden und diese Verzweiflungstat eines Idols war nicht gänzlich umsonst.

Die Medien “treiben ohnehin schon längst wieder eine neue Sau durch’s Dorf“!

Erich Neumann
freier Journalist / DPV
www.dpv.org
Postfach 1106
82196 Gilching
cmp-gl@web.de
www.justizversagen.de

uploaded

Der Inhalt des vorstehenden Artikels gibt nicht die Meinung der Redaktion von Onlinezeitung24 wieder. Für den Inhalt ist allein der Autor des Beitrages verantwortlich!
Drucken Empfehlen
Schlüsselwörter: Arbeitslosigkeit | Depression | Robert Enke
Sie wollen selber einen Artikel schreiben. Kein Problem, einfach registrieren!

Kommentare

300
am 23.11.2009 17:18:19 (216.246.2.xxx) Link Kommentar melden
diese Verzweiflungstat eines Idols war nicht gänzlich umsonst.
ich weiß nicht, ob man das so als Nutzenargumentation sehen kann, wenn einer verzweifelt ist, macht er das doch nicht "um zu..."

Und das jetzt nachträglich mir Sinn zu füllen, hm... nee, kann ich nicht sehen. Für mich gibt es da keinen Lerneffekt im Kopf, höchstens in der Seele, die ist aber politisch oder gesellschaftlich nicht so sehr von Bedeutung.

Einen Kommentar schreiben







Kommentare von Nichtmitgliedern der Seite Onlinezeitung24.de müssen durch einen Bestätigungslink per E-Mail freigeschaltet werden, für Mitglieder entfällt diese Bestätigung. Diese Maßnahme dient der Diskussionskultur und soll die Kommentarfunktion vor Spam schützen. Wir bitten um Ihr Verständis für diese Maßnahme.

Seitenaufbau: 0.05 Sekunden
39,142,594 eindeutige Besuche