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Politik: Europa

Illegale Einwanderer oder "sin papeles"

über den menschenwürdigen Umgang mit Asylsuchenden

Bereits Ende Oktober ereignete sich ein Drama in Calp, einem beliebten deutschen Auslflugsort in Spanien: zwei Jungen im Alter von ca. 13 Jahren wurden von einer Hafenmole aus durch eine Windboe in die aufgewühlte See gerissen. Eine Anwohnerin, die das Unglück bemerkte, das ausgerechnet während der Fiestas passiert war, stürzte herbei und bat einen senegalesischen "fliegenden Händler", dem Verunfallten (bis dato wusste niemand, dass es sich um 2 Kinder handelte) zu helfen.

Ohne zu zögern riss sich der Senegalese Musafa Fall die Kleider im Laufen vom Leib und sprang ungeachtet der eigenen Lebensgefahr in die meterhoch aufgetürmten Wellen.

SAZ online
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Es gelang ihm mit Hilfe der herbeigerufenen Retter, das Leben eines der deutschen Kinder zu retten, für den anderen Jungen kam bedauernswerter Weise die Hilfe zu spät. Was nunmehr interessant erscheint, ist die Tatsache, dass der Retter des Kindes ein illegaler Einwanderer in Spanien ist und aufgrund seines Status mit der sofortigen Verhaftung und Abschiebung zu rechnen hatte. Jedoch siegt in Spanien hier die Menschlichkeit über die Paragraphen:

Die Stadt Calp beantragt für den senegalesischen Helden Musafa Fall eine Aufenthaltsgenehmigung. Diesen Antrag stellt die Gemeinde bei der Vertretung der spanischen Regierung in der Provinz Alicante. Fall hatte vor knapp zwei Wochen bei stürmischer See einen deutschen Jungen aus aufgewühlte, Meer retten geholfen, in das dieser gefallen war. Dabei hatte der junge Senegalese, der vor drei Jahren als Bootsflüchtling nach Calp gekommen war und sich hier als ambulanter Händler an den Stränden durchschlägt, ohne zu Zögern sein eigenes Leben in die Waagschale geworfen. Ein zweiter deutscher Junge war ertrunken. Wir berichteten mehrfach. Die Stadt Calp wird allen an der Rettungsaktion beteiligten Menschen, Fall und die professionellen Feuerwehrleute, in einer offiziellen Veranstaltung ihren Dank aussprechen. Fall führte am Samstag beim Fussballspiel von Calp gegen Finestrat den Ehrenanstoss durch, erhielt die Einnahmen von 150 Euro und Ehrenplaketten überreicht. Dafür bedankte sich Mahmadou Sila, Vorsitzender der Senegalesen-Vereinigung von Calp.
Quelle: http://www.costa-...p;start=10

el punt
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Drei Taucher der Feuerwehr und ein Passant wurden bei der Suche nach dem Deutschen von den Wogen gegen einen Felsen geschleudert und verletzt, woraus zu schliessen ist, dass die Rettung überaus dramatisch verlief. Über seine Motive zur Rettung der Kinder meinte der Senegalese bescheiden, das würde jeder Spanier und auch jeder Deutsche gemacht haben, wenn er im umgekehrten Fall ein senegalesisches Kind im Wasser fände.

Der junge Flüchtling hat sehr gute Chancen, dass ihm eine Legalisierung seines Aufenthaltes bewilligt wird, weshalb man sich in Deutschland vielleicht auch mal an den Mitgliedsstaaten orientieren sollte und sich an der Menschlichkeit und nicht nur an der Gesetzesverordnung orientieren sollte.

Gerade dazu heissen die bei uns so geschmähten Asylanten in Spanien "gente sin papeles", was soviel bedeutet wie "Menschen ohne Papiere", man unterscheidet also nicht in der Nationalität, sondern nur ob jemand "Papiere" hat oder eben nicht, jedoch ohne Wertung der Person. Nachdem dieser Asylant, der illegal in Spanien lebt und seine gesamte Existenz mit der Rettung eines deutschen Kindes riskierte, ja vielmehr noch, der in den reissenden Fluten sein Leben riskierte, sollte uns veranlassen, bei der nächsten Biertischdiskussion über "die Ausländer" an einen sehr couragierten jungen Mann, der selbstlos in die Fluten sprang, zu denken und dies auch auszudrücken. Hand aufs Herz, wer hätte das gleiche gemacht für einen Senegalesen, sein Leben zu riskieren, sich im besten Fall der Festnahme durch die Behörden auszusetzen? Wer hätte es überhaupt gekonnt, wenn man nicht körperlich dazu in der Lage ist? Es war durchaus keine Bagatelle, sondern eine vorbildliche Haltung selbstloser Nächstenliebe. Dies sollte auch in der Frage der Legalisierung der Papiere Niederschlag finden, denn ohne seine Hilfe wären zwei deutsche Kinder den Fluten zum Opfer gefallen.

Bildquellen: SAZ online/ www.elpunt.cat

Info zum Text: CostaInfo.es

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Schlüsselwörter: Rettung | deutscher Junge | Calpe | Calp | Musafa Fall | Ausländer | Ausländerrechte | Asylanten | Menschenwürde | Anerkennung | Ausnahmegenehmigung | Europarecht | Flüchtlinge | Senegla | Afrika | Papiere legalisieren | Spanien | Vorbild | Rettungsaktion
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Kommentare

312
am 20.11.2009 11:19:56 (86.32.118.xxx) Link Kommentar melden
wer kennt nicht diesen Felsen von Calp (e?) .
288
am 09.12.2009 14:21:25 (217.168.10.xxx) Link Kommentar melden
der Felsen heisst Penon de Ifach.
312
am 09.12.2009 16:10:34 (212.17.71.xxx) Link Kommentar melden
ah ok, Der grosse Felsen da? Steht da wie ein Wahrzeichen,
288
am 03.02.2010 02:58:41 (217.168.5.xxx) Link Kommentar melden
Du hast wie immer nichts kapiert:
derjenige, der sein Leben riskierte, als er ins Meer sprang, wusste, dass ihn die Polizei ggf. wegen illegalem Aufenthalt ausweisen kann wenn er aus dem Meer steigt.
Es waren unendlich viele Deutsche am Strand, denn es war Fiesta, und nicht EINER wagte den Sprung in das Meer...soweit zum Thema "eben...aufgeblasene Geschichte".


Teilkommentar gelöscht
  • Geändert von OZ24 am 03.02.2010 08:11:03.

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