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Politik: Deutschland

Vom Bader-Meinhoff-Syndrom

oder: von der Wiederholbarkeit des bewaffneten Kampfes

Es ist viel über Bader-Meinhoff schwadroniert und zuletzt wurde das Thema verfilmt.

Und filmisch so aufbereitet, daß ein wenig über die Charaktere erzählt wurde, der Irrweg beleuchtet und das Abgleiten in eine kriminelle Ära, die eben verwerflich ist. Und über eine BRD, die ihr Gewaltmonopol und die so treffliche westdeutsche Demokratie, zu schützen vorgab.

Was jedoch nicht in allen Betrachtungen und Analysen zum Ausdruck kam, ist ein wesentliches Moment der Ursache, die eben einen Teil von Jugendlichen mit Verstand, die den „Mief der Geschichte“ auszogen, auszutreiben, scheitern ließ und Ihren Zorn derart anfachte, daß Sie in großer Ausweglosigkeit, sich dem bewaffneten Kampf verschrieben.

Es ist heute sehr einfach, in der eingerichteten Welt nach der 68er Generation und der Protestbewegung sich im Lehnsessel zurück zu lehnen, die Früchte des „süßen linken Lebens“ zu genießen, über die Verderbtheit des Terrorismus zu reden und sich nur um das eigene Wohl zu kümmern. Man hat sich eingerichtet. Die 68er werden für viele Fehler von Heute verantwortlich gemacht. Für eine desolate Bildungskultur, für Pädagogikexperimente, zwischenzeitlich für den Bildungsnotstand aus der erzwungenen Experimentierfreudigkeit der 68er Generation und überhaupt. Was blieb, ist freier Sex, die Erkenntnis „mein Bauch und was darunter angesiedelt ist, gehören mir“ und die Wichtigkeit der Spaßgesellschaft als Freiheitsideal was alleine übrig blieb als Beseitigung des „Miefs“, in Form der nachwachsenden Kinder der Befreiten, gesteuert durch Anspruch des Konsums, vorgelebt in Bravo und RTL, hochstilisiert in Chaos-TV und TV-Wettbewerben der „Verblödungsszenarien“ in Form von „Brot und Spiele“.

Verantwortung und Ehrgeiz sind an der Garderobe des Sozialstaates abgegeben. Und übernommen worden in einer Politverwaltungsgesellschaft, die das Denken vorschreibt wie die Freiheit. Die die politische Korrektnis vorgibt und die Geschichte. Das Kainsmal des Täters in Selbstgefälligkeit eines „Haulocaust-Syndroms“ als Fessel des Denkens und Handelns freier Entscheidungen, wie der politischen richtigen Richtung als Vorgabemechanismus, bestimmt. Die den Staatsstreich zur Wiedervereinigung als staatsmännischen Akt würdigt, die lieben Brüder und Schwestern aus der SB/DDR, die immer BRD-ler aufgrund des Grundgesetzes waren, einverleibt und bezahlt und sich im Gedenken der eigenen schlimmen Vorfahren, sich aufopfernd für die Welt hingibt und sich selbst, bis zur Selbstverleugnung, selbstkasteiet. Bis hin zur Selbstverleugnung der eigenen Herkunft eines mühsamen Weges einer deutschen Nationalstaatlichkeit, die über Preußen, der Bildung des Kaiserreiches, der Eigenstaatlichkeit eines eigenen Staatswesens ewiger Treuer deutscher Länder zueinander unter Verzicht der Auflösbarkeit, sich seine eigene Staatsbürgerschaft im Deutschen Reich, verliehen hat.

Und dieses Reich ist durch die Tiefen des Ungewollten gegangen mit Kriegen, die in der Weltgeschichte ihres Gleichen suchen. Im Ergebnis ist man über dieses Reich hergefallen und hat es fertig gebracht, das nach Freiheit und Selbstbestimmung suchende Volk deutscher Nation, so im Kern zu treffen, daß es anfing, sich selbst zu verleugnen.

Aber die Geschichte geht manchmal mit den Menschen merkwürdige Wege. Ausgerechnet die Türken anlässlich einer Fußballweltmeisterschaft haben den Deutschen den Spaß an sich selbst zurückgegeben. Wenn auch zaghaft und noch unpolitisch. Dennoch, es wächst ein zartes Pflänzlein der Wiederentdeckung seiner selbst. Und wer weiß. Vielleicht führt das ja einmal zu einem aufgeklärten Bekennen zur eigenen Nation, die in einem geläuterten Europa, das mit den Deutschen in Ihrer Mitte umzugehen vermag, neu Gestalt und Anerkennung findet.

Der Weg dahin ist jedoch aufgrund eines Konstruktionsfehlers gestört. Dieser Fehler liegt schlicht an dem Verdrängen der Geschichte und der Verlogenheit eines Pseudogebildes von Staatlichkeit, das für sich in Anspruch nehmen möchte, das Deutschland zu sein, das es aus der Geschichte eben nicht sein kann. Die heutige BRD ist und bleibt ein Konstrukt als Selbstverwaltungsgebilde der militärischen Niederlage der Kriege um Deutschland in der Mitte Europas, das man so nicht haben wollte. Und dieses Konstrukt ist eben ein Provisorium ohne „staatliche Legitimation“ wie von Fachjuristen lange belegt.

Bader-Meinhoff wollten den „Mief“ der Geschichte der Nazi-Ära und Ihres Gefolges in der BRD, überwinden. Und sie stießen an Grenzen eben dieser Miefgesellen, die den Anspruch für Ihre Jugend vorgaukelten, die Demokratiebewahrer und –Beschützer zu sein, die einen vermeintlichen Rechtsstaat zu schützen hätten und sich jegliche Kritik verbaten. Und es wurde von eben dieser Miefhierarchie alle Mittel eingesetzt, ihre Macht keiner Veränderung von „freien Denkern“ einer neuen Welt, zu opfern resp. verändern zu lassen.

Und so stießen dann die Freiheitsliebenden an die Grenze des vermeintlichen Rechtes, das eben jetzt politisch eingesetzt wurde und mit allen Mitteln der Kunst so angewendet, das jeglicher rechtliche Weg bereits verloren war, bevor er begonnen hatte. Denn die Reprä-Demokraten verstanden es, die Gesetze und die vermeintliche Gewaltenteilung so zu teilen, daß die Beherrschung der Teilung eben gar nicht auffiel. Und die die den Nachweis erbringen wollten, daß die Justiz eben nicht unabhängig sei, waren eben die Freiheitsstörer.

Im Ergebnis ist es so, daß der Staat sich seine eigenen Terroristen gezüchtet hat, da er der denkenden Jugend kaum Chance gab, sich wirklich mit dem System, der Geschichte wie dem „Mief“ auseinander zu setzen. Und eben Leute wie Baader-Meinhoff und deren Umfeld, scheiterten schlicht an ihrem eignen Idealismus, die einfach nicht aufgeben wollten und nicht bereit waren, in die „innere Immigration“ zu flüchten. Wie die Mehrheit es eben tat. So kam es, wie es kommen musste. Die Sache eskalierte und wurde zum Systemkrieg.

Heute stellt sich die Frage, ist ein derartiges Szenarium vorstellbar wiederholbar. Und hier kann mit einem klaren „ja“ geantwortet werden. Auch wenn die Ursache und die Begründung heute sicherlich völlig andere Erwägungen haben, als die 68er Bewegung bewogen hat.

Denn die heutige Entwicklung, die auf einen „bewaffneten Kampf“ erkennbare Formen annimmt, hat ihre Ursache in der Verweigerung des Politetablissements, auf die demokratischen Rechtsfragen und –Belange einer denkenden Bevölkerungsschicht entsprechend einzugehen und Antworten zu geben, auf die das Volk als Souverän, eben ein Anrecht hat. Dieses Anrecht erwächst aus den Fakten der militärischen Niederlage und dem Zerschlagen eines gewachsenen Deutschen Reiches, das politisch und rechtlich bis heute fortbesteht und die einzige legitime Macht der Deutschen, hergibt.

Die Verweigerung internationalen Rechtes und Rechtsanspruches des Souveräns des Deutschen Volkes wird von einer belassenen, illegalen BRD-Führung, vorgenommen.

Sie weigert sich, dem Deutschen Volk ihr angestimmtes Recht auf Ihre Geschichte und Aufarbeitung, wie Neubestimmung zur Selbstbestimmung nach Innen und Außen, wie dem international bestätigtem Menschenrecht auf Demokratie und eine eigene Verfassung, zu zubilligen und zu gewähren.

Nun ist es eben schon etwas Sonderbares mit der Geschichte. Carl Jaspers, Schweizer Philosoph der 70er Jahre, hat es vorher gesehen. Die BRD ist keine Demokratie, sondern eine Polit-Parteien-Oligarchie. Und die Reprä-Demokratie als Furchtkonstruktion vor einer vermeintlich demokratieunfähigen deutschen Bevölkerung und Weimarer Verfassung, unabhängig der Frage, ob diese heute überhaupt taugt, geschweige denn Rechtlichkeit jemals erreicht hat, verhindert nach wie vor Demokratie und Rechtsstaat in Deutschland.

Denn die Rechtsstaatsregeln sind die Gleichen wie zur Bader-Meinhoff-Zeit und werden mit den gleichen rigiden Trickmitteln angewendet, wie eh und jäh.

Und genau wie damals, erzeugen die Politverwaltungsdiktatoren Ihre eigenen Widerstandskämpfer oder Terroristen oder Kriminellen, je nach Standort der Betrachtung.

Die Lehre aus der RAF-Zeit ist jedoch eine Andere. Die Wiederholung des Untergrundkampfes dürfte heute anders verlaufen. Es wird wohl keine Untergrundarmee geben. Sondern eher zu einem offen Kampf des offenen Widerstandes mit Mitteln des zivilen Ungehorsames, der Steuerverweigerung wie neuer Freikorps kommen, die den Souverän vor der BRD-Poltiverwaltungsriege schützen werden. Und es wird wohl auch zu einem Paradigmenwechsel in den mittleren Ebenen von Verwaltung und Polizei kommen, da die Aufklärung der Bevölkerung, speziell auch in diesen Ebenen, zügig voranschreitet. Auch wird es nach der deutschen Geschichte als unwahrscheinlich angesehen, daß die Soldaten der Bundeswehr als Kinder des deutschen Volkes, gegen ihre eigenen Eltern und Geschwister zu Felde ziehen werden. Die Lehren des militärischen Widerstandes gegen Formen der Diktatur, sind begriffen.

Und die Unzufriedenheit, die Unreformierbarkeit, die zügellose Unsinnigkeit und Verwerfnis heutiger Politik in der Wiedervereinigung eines Landes, wo Veränderung durch Wiedervereinigung verweigert wird, kann auf Dauer nicht funktionieren und die Wahrheit zur Freiheit, wird sich Bahn brechen.

Der Pseudostaat BRD züchtet seinen eigenen Widerstand, ist illegal, rechtsstaatlich nicht vakant, und seine Verantwortlichen sind im Sinne des Gesetzes, Hochverräter. Nun bleibt wirklich die Frage zu stellen, sind sie denn überhaupt in ihrer „kriminellen Energie“ noch von der damaligen Nazi-Regie in der Bewertung eines Verbrechens als Diktatur, zu unterscheiden?

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Schlüsselwörter: RAF | Bader-Meinhoff | Rechtsstaat
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Kommentare

312
am 19.11.2009 23:26:46 (86.32.118.xxx) Link Kommentar melden
Interessanter Artikel,
266
am 20.11.2009 12:41:46 (88.68.103.xxx) Link Kommentar melden
Eine "tour de raison" zu schreiben ist nicht immer gewinnbringend für den Leser, verehrter Karow!

Beim zehnten Themenkomplex, den Sie hier etwas zusammenhangslos erwähnt haben, hörte ich auf zu zählen. Bei Ihnen kann man aber fast immer darauf wetten, daß Sie - egal welchen (Irr)Weg Sie wählen mit Ihren vermeintlichen Argumenten und Belegen, die weder das eine noch das andere sind - immer am selben Punkt herauskommen: der angeblichen Illegalität dieses Staates. Dabei verwenden Sie die Sprache und die Denkmuster der Nazis um Horst Mahler.

Mich erinnert das an den Komplex manischer Fixierungen. Am meisten interessiert mich bei der Lektüre Ihrer Beiträge die Frage: merken Sie es nicht oder ist es Ihnen egal, daß Sie rhetorisch kaum von Nazis und "Reichsbürgerbewegung" zu unterscheiden sind?
173
am 20.11.2009 15:55:56 (188.193.134.xxx) Link Kommentar melden
I. Meyer,
das Zusammenlegen rhetorischen Verdachtes liegt an der manipulierten Denweise des Betrachters, der nicht bereit ist, sein Gesichtsfeld zu erweitern.
Fakten sind Faken. Ich komme aus der Europabewegung und diese ist mein Bestreben. Und dazu gehört die Wiederherstellung des Staatsrechtes. Und somit ist Prof. Dr. H.H. von Arnim u. A. also Mahlerhörig?
Lächerlich.
286
am 20.11.2009 17:54:32 (141.76.45.xxx) Link Kommentar melden
Könnte ich, aber es lohnt sich nicht, glaub mir Wink
266
am 21.11.2009 16:00:07 (84.59.250.xxx) Link Kommentar melden
@ Karow, solange Sie sich weigern, die völkerrechtlich verbindliche Grenze zwischen Polen und der Bundesrepublik Deutschland zu respektieren, wird sie hier keiner für voll nehmen (außer den Nazis natürlich). Deswegen ist Ihre "Europabewegung" bedeutungslos, zumal es das auch bei den Nazis gibt, die haben ein Weltnetz und ein Europanetzwerk.

Es ist ärgerlich, was Sie hier veranstalten, zumal es auch noch in miserablem Deutsch verfaßt ist.
300
am 21.11.2009 17:35:12 (94.230.214.xxx) Link Kommentar melden
Verwerfnis heutiger Politik in der Wiedervereinigung eines Landes, wo Veränderung durch Wiedervereinigung verweigert wird

Wink Schreibfehler? Sonst ist es ein Widerspruch in sich selbst.
173
am 21.11.2009 18:44:51 (188.193.170.xxx) Link Kommentar melden
I. Mayer und m. a. d.
Deutsch seien eine schwere Sprache. Und wenn Ihr in Eure verkürzte Denkweise da Dinge hineininterpretiert, um die es weder geht noch so dastehen, liegt es an Euch, nicht an mir oder der Redaktion. Und die Europabewegung, die es schon während des Krieges gab und das heutige Europa für euch erlebar gemacht hat, auch wenn nicht Alles so heute ist, wie es mal gewollt war, derart abzuqualifizieren, disqualifiziert Ihr Euch nur selbst.
Sorry, diese zu erkennende "linkfaschistoide Braunfärbung" hat nichts mit der Wirklichkeit zu tun. Und es macht auch keinen Sinn, sich von den ewig "gestrigen Schuldbekenntnissen der Geschichtsfälschung" bestimmen zu lassen. Die Zeit wird das mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit noch regeln.

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