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Politik: Politische Meinung

Wer war eigentlich Nicolaus Copernicus?

Böse Anmerkungen an die Adresse der Revisionisten zum "Volkstrauertag"

Mikolaj Kopernik (Boissard 1597)
Mikolaj Kopernik (Boissard 1597)
Beginnen wir das Thema mal mit einer Quizfrage:
  • Frage: Welcher Nationalität war eigentlich Nicolaus Copernicus?
  • Antwort: Mikolaj Kopernik war ein Pole.
  • Begründung: Wäre er ein Deutscher gewesen, hätte er behauptet, alles drehe sich um Deutschland.

Kraß, oder? Also ehrlich, ich finde den Witz genial. Mein Weib übrigens auch. Aber mein Weib kommt ja auch aus Polen, dann versteht man den Witz auch. Deutsche verstehen den Witz vielleicht erst dann, wenn man ihn ihnen erklärt...

Eigentlich soll man am heutigen Volkstrauertag keine Witze machen. Doch andererseits feiern manche diesen Tag ja lieber im Stil der Nazis, also als "Heldengedenktag", und da darf man dann schon ein bißchen draufhauen, verbal jedenfalls. Auf die Ewiggestrigen. Vor allem deshalb, weil es denen ja weniger um das ehrenden Gedenken aller Toten der beiden Weltkriege geht, also aller Opfer, unabhängig von Ethnie, Herkunft, Nationalität oder Religion. Wer's unbedingt muß, soll meinetwegen also auch der mordenden Herrenmenschen der Waffen-SS gedenken, wenn's ihm dann besser geht, obwohl das andererseits ja eine verbrecherische Organisation war, nach internationalen und völkerrechtlichen Gesichtspunkten, z.B. gemäß der so gern von "Reichsdeutschen" zitierten "Haager Landkriegsordnung". Doch heute kann man ruhig mal großzügig sein. Auch Neonazis, KRR-Deppen und alle die, die so gern von der BRD-OMF schwätzen, sollen heute mal richtig weinen dürfen. Geben wir ihnen daher also von Herzen - gerade an ihrem "Heldengedenktag" - noch einen Grund extra obendrauf, als genüßlich verabreichten Nachschlag, mit den besten Genesungswünschen natürlich. Am besten geht das immer damit, daß man sie auslacht, wenn sie Deutschland in den Grenzen von 1937 wiederhaben wollen. Das ist nämlich echt der beste Hintertreppenwitz der deutschen Geschichte, der jemals von den revisionistischen Geschichtsfälschern erfunden wurde, im Rang noch vor der "Dolchstoßlegende".

Im Prinzip ist die Sache ja schnell erklärt, das versteht sogar ein Vierjähriger; wenn der nämlich glaubt, nicht genug Spielzeug zu haben, und deswegen die anderen, die um ihn herum sitzen und spielen, überfällt, sie prügelt und ihnen deren Spielzeug wegnimmt oder kaputtmacht, dann kann es sein - rein theoretisch - daß die anderen sich zusammentun, ihn einmal so richtig windelweich prügeln, und ihm nur noch einen kleinen Rest seines Spielzeugarsenals lassen (weil sie großzügig sind). - So in etwa hat das erst der deutsche Kaiser 1914-1918 gemacht (wir lassen mal 1870/71 weg), dann hat es ein zweites Mal der braune Spinner aus Braunau 1933-1945 gemacht, jener gescheiterte Kunstmaler, der als höchsten Bildungsabschluß "Österreicher" angeben konnte, und der so unglaublich gut und herrenmenschenmäßig aussah, ein echter Super-Arier, blond, groß, blauäugig. Außerdem natürlich wahnsinnig kraftvoll und superintelligent, sodaß die holden teutschen Maiden reihenweise in Ohnmacht fielen, wie drei Jahrzehnte später die deutschen Girlies bei den britischen Beatles.

Markierung der Grenze 1945
Markierung der Grenze 1945
Überspringen wir die realen sechs Jahre des geplanten "Tausendjährigen Reiches", in denen die Deutschen (mit den ebenso rassistischen Japanern und den mitlaufenden Italienern sowie den faschistischen Kroaten und Rumänen, die Schützenhilfe der Vichy-Regierung und des Vatikans sowie anderer Mithelfer lassen wir hier mal außen vor) Millionen von Menschen ermordet und die Welt verbrannt haben, und kommen wir zum Ergebnis dieses deutschen Spiels mit dem Feuer. Dieses Ergebnis waren - außer Dresden und Hiroshima - natürlich auch die Potsdamer Konferenz und eine gewisse - sinnvolle - Neuordnung Europas. Sowie die Nürnberger Prozesse, bei denen leider nicht alle gehenkt wurden, die es verdient häten (so wie 1989 in dieser Hinsicht auch in der DDR leider eine gewiße Zögerlichkeit im Umgang des Volkes mit der Stasi zu bemerken war... - ganz anders als z.B. in Rumänien).

Wobei die Sieger (also die Befreier, die Deutschland von diesem Abschaum erlöst haben, weil die Deutschen selbst dazu nicht willens und nicht in der Lage waren) ja relativ gnädig vorgingen.... - immerhin wurde sogar der Morgenthau-Plan, den ich persönlich gar nicht schlecht gefunden hätte, in den USA bereits verworfen - er kam nie über das Stadium eines brainstorming hinaus. Schade eigentlich, aber, na ja... Wie gesagt, heute wollen wir - zur Feier des Tages - mal großzügig sein! Zumal der Westen ja auch heftig gefüttert wurde mit Geldern des Marshall-Plans, mit denen Deutsche sich heute noch gern ihre Existenzgründungen als Ich-AG subventionieren lassen...

Grenze Deutschland - Polen
Grenze Deutschland - Polen
Immerhin - wie man auf dem Bild sieht - wurden die Grenzen mal wieder neu definiert, nichts anderes haben ja die Habsburger, die Hohenzollern, die Bourbonen, die Battenbergs und natürlich Napoleon zuvor gemacht. Nun ging's eben mal so herum. Und man darf nicht vergessen, daß ein anderes Bild zuvor von den Deutschen produziert worden war! Die beiden Bilder gehören eben zusammen wie Kochtopf und Deckel! Denn es waren doch die Deutschen, die mordlüstern gereimt hatten "jeder Schuß ein Ruß" (fürs Gewehr) oder "jeder Stoß ein Franzos!" (fürs Bajonett), und dann natürlich auch, ganz besonders leidenschaftlich, "wir fahren nach Polen, um Juden zu versohlen" (für Gaskammer, Massengrab und Verbrennungsofen). Ein Denken, was immer noch in toitschen Köpfen ist....

Daß die DDR diese Grenze im Görlitzer Abkommen dann bereits völkerrechtlich verbindlich akzeptiert hat, gibt der Sache einen besonderen Pfiff; immerhin hat die "Große Koalition", also eine Regierung unter der Führung der CDU(!), den Anfang der Ostpolitik gemacht, die eigentliche Wende Deutschlands, und das wurde dann auch für die Bundesrepublik Deutschland völkerrechtlich verbindlich akzeptiert. Seitdem beißt die Maus da eben keinen Faden mehr ab! Wem das als freundlich gemeinter Hinweis aufs Völkerrecht immer noch nicht reicht, der möge noch den Deutsch-Polnischen Grenzvertrag vom November 1990 studieren. Darin heißt es:

"Die Vertragsparteien bestätigen die zwischen ihnen bestehende Grenze, deren Verlauf sich nach dem Abkommen vom 6. Juni 1950 zwischen der Deutschen Demokratischen Republik und der Republik Polen über die Markierung der festgelegten und bestehenden deutsch-polnischen Staatsgrenze und den zu seiner Durchführung und Ergänzung geschlossenen Vereinbarungen (Akt vom 27. Januar 1951 über die Ausführung der Markierung der Staatsgrenze zwischen Deutschland und Polen; Vertrag vom 22. Mai 1989 zwischen der Deutschen Demokratischen Republik und der Volksrepublik Polen über die Abgrenzung der Seegebiete in der Oderbucht) sowie dem Vertrag vom 7. Dezember 1970 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Volksrepublik Polen über die Grundlagen der Normalisierung ihrer gegenseitigen Beziehungen bestimmt."

(Artikel 1 des deutsch-polnischen Grenzvertrags)

Wem das nicht paßt, der mag gerne noch ergänzend eine Volksabstimmung in Schlesien, Pommern, Ostpreußen, Böhmen und Mähren organisieren, ob die Bevölkerung dort "deutsch" (regiert) werden möchte. Darauf kann man ja echt gespannt sein.... - ansonsten noch irgendwelche sinnvollen Einwände? Das ist kaum zu erwarten, daher also die folgende rhetorische Frage:

Polnische 1000-Zloty-Note
Polnische 1000-Zloty-Note
Wie geht es jetzt weiter?

Na, ganz einfach. Den Flachsinnigen, die etwas von "fehlendem Friedensvertrag" faseln, sei gesagt: den braucht es gar nicht mehr. Denn die NATO-Verträge, das Görlitzer Abkommen, das Warschauer Abkommen, der Zwei-plus-Vier-Vertrag - das alles ist mehr(!) als ein Friedensvertrag und subsituiert diesen. Rein völkerrechtlich. Oder glaubt jemand im Ernst, der NATO-Partner Polen würde mit dem NATO-Partner Deutschland in irgendwelche Grenzverhandlungen eintreten? Um das anzunehmen, muß man einen IQ unter 75 haben. Und mit solchen Geschöpfen lohnt sich eine politische Diskussion ohnehin nicht.

...intelligent spielen...!
...intelligent spielen...!
Nur mal nebenbei gesagt, ohne Mikrofon und nur für die kleinhirnigen großdeutschen KRR-Deppen, die von Juristerei eh keine Ahnung haben und noch weniger vom Völkerrecht: wenn ich ohne Auftrag und ohne Legitimation einen Mietvertrag abschließe für eine Immobilie, die mir gar nicht gehört, ist der Mietvertrag dennoch rechtskräftig.

Kapiert?

Und wer in Gdansk, Frombork, Wroclaw, Malbork, Poznan, Walbrzych oder Gniezno leben möchte, als Toitscher, der kann da als EU-Bürger einfach seinen Wohnsitz nehmen. Was wollt Ihr denn noch? - Gleiches gilt natürlich für Karlovy Vary, Mariánské Lázne, Frantiskovy Lázny oder Ceský Krumlov. Wer dorthin als Deutscher seinen Wohnsitz verlegen möchte, der darf das. Er muß sich nur zivilisiert benehmen.

Wo ist eigentlich das Problem?

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Schlüsselwörter: Nicolaus Copernicus | Mikolaj Kopernik | Polen | Deutschland | Oder-Neiße-Grenze | Potsdamer Abkommen | Görlitzer Abkommen | Warschauer Abkommen | Zwei-plus-Vier-Vertrag | KRR-Deppen | BRD-OMF
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Kommentare

Alex Mais
am 15.11.2009 23:59:48 (195.93.60.xxx) Link Kommentar melden
"Wer war eigentlich Nicolaus Copernicus?"


Die Antwort findest Du hier.
Alex Mais
am 16.11.2009 07:33:31 (195.93.60.xxx) Link Kommentar melden
Jaja, Du sagst es:
... Wikipedia ist eine "unwissenschaftliche" Quelle. ...

Gilt doch sicher fürs Ganze Wikipedia, nicht nur im Deutschen, auch im Polnischen oder sonstigen Sprachen - oder wie?
286
am 16.11.2009 21:20:48 (141.76.45.xxx) Link Kommentar melden
Wäre er ein Deutscher gewesen, hätte er behauptet, alles drehe sich um Deutschland.
Grin Treffer und versenkt!
300
am 16.11.2009 22:04:47 (80.190.200.xxx) Link Kommentar melden
Mit der Wiedervereinigung ist Deutschland ja schon an seine wirtschaftlichen Grenzen gekommen. Das mit den blühenden Landschaften war ja wohl nix. Ich denke auch, man sollte die Polen einfach mal in Ruhe lassen, die haben soviele Teilungen erlebt, in denen man ihnen ihren Staat weggenommen hat.

Kopernikus war Deutscher und Pole, nehm ich mal an. Das ist doch gar kein Widerspruch. Mein Onkel ist deutschstämmiger Amerikaner, eine Tante von mir lebt in Australien und ist mit einem Ungarn verheiratet. Es gibt auch deutsche Juden. Man kann mehreren Nationen angehören. Die Frage ist doch, ob man dort, wo man lebt, integriert ist.
Alex Mais
am 16.11.2009 23:23:12 (195.93.60.xxx) Link Kommentar melden
Nur mal so nebenbei:

Hat Kopernikus mal behauptet - oder gesagt:
Alles dreht sich um Polen. ?

(Ist jetzt nicht politisch gemeint!)
Alex Mais
am 16.11.2009 23:32:25 (195.93.60.xxx) Link Kommentar melden
Und was folgern wir daraus?

Einstein war ein ...
Hartmut Holz
am 19.11.2009 16:35:12 (217.80.208.xxx) Link Kommentar melden
Das ist doch völlig egal ob Nikolaus Kopernikus nun ein Pole oder ein Deutscher war.

Eines war er; nämlich ein sehr guter Astronom.Smile
286
am 19.11.2009 17:47:13 (141.76.45.xxx) Link Kommentar melden
Das hätte ein Deutscher eher nicht gemacht, also war er doch Pole, der Mikolaj Kopernik.
Hartmut Holz
am 20.11.2009 15:33:25 (217.80.213.xxx) Link Kommentar melden
Dorota da magst Du recht haben. Aber alle Polen sind auch
nicht so. Wenn ich da an meinen verstorbenen Cousin denke,
da war das doch anders. Er konnte einfach nicht gut ver-
handeln und war auch so manchmal, gegenüber der ARGE,
sehr uneinsichtig.

Ich, als Deutscher, bin da doch mehr der sanftere Typ und verhandele auch mit den Leuten und bin immer auf Frieden
aus.
317
am 28.11.2009 15:47:08 (85.25.152.xxx) Link Kommentar melden
Kopernikus war Deutscher und er war Pole, das schließt sich doch nicht aus. Beide Völker dürfen stolz auf ihn sein.
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