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Wissenschaft: Umwelt & Naturschutz

Vergessene Schuhe waren in Wirklichkeit präparierte Krokodilköpfe

Zoll beschlagnahmte Postpaket aus Thailand – Empfänger droht saftige Strafe

Foto: © Jürgen Nießen, Pixelio.de
Foto: © Jürgen Nießen, Pixelio.de
Da gab es diese Woche einiges zu Staunen – für die Abfertigungsbeamten aus dem Tauberbischofsheimer Zollamt. Bei der Abfertigung von Postpaketen war ihnen ein Paket aus Thailand aufgefallen. Das stammte (zumindest der Absenderangabe nach) von einem thailändischen Nobelhotel. Als Inhalt des Paketes war in der Zollinhaltserklärung „ein vergessenes Paar Schuhe“ angegeben. Und das hatte offensichtlich die Aufmerksamkeit der Zöllner auf sich gezogen.

Als die Beamten das Paket zollamtlich prüften, starrten ihnen nach dem Öffnen drei Augenpaare entgegen. Statt der deklarierten Schuhe befanden sich nämlich drei Krokodilsköpfe im Paket. Diese waren sorgfältig präpariert worden. Die erste Vermutung der Beamten, dass es sich hier einwandfrei um einen Verstoß gegen das Artenschutzgesetz handelt, wurde von einer Artenschutzexpertin der Zollverwaltung am Stuttgarter Flughafen bestätigt. Es handelte sich um die Köpfe von geschützten und vom Aussterben bedrohter Leistenkrokodile. Aus diesem Grund werden sie durch das multinationale Washingtoner Artenschutzübereinkommen weltweit geschützt. Dort sind mehr als 8.000 Tierarten und rund 40.000 Pflanzenarten aufgeführt, die vom Aussterben bedroht sind.

Der Zoll leistet hier mit seinen Kontrollen einen wesentlichen Beitrag zum Schutz gefährdeter Arten. So wurden auch in diesem Fall die drei Krokodilsköpfe sofort vom Zoll beschlagnahmt und das Zollfahndungsamt Stuttgart leitete umgehend Ermittlungen gegen den Empfänger des Postpaketes ein. Der wiederum wird sich nicht nur wegen des Verlustes der Krokodilsköpfe ärgern, sondern viel mehr noch über das mit Sicherheit kommende Strafverfahren (zumindest aber Ordnungswidrigkeitsverfahren) freuen dürfen.

Thomas Böhme, der Pressesprecher beim Hauptzollamt Heilbronn, sagte dazu: „Hinsichtlich der Ware oder des tatsächlichen Absenders werden oftmals bewusst falsche Angaben gemacht, um die Zollbehörden zu täuschen. Die Kollegen in der Abfertigung lassen sich von derartigen Versuchen jedoch nicht hinters Licht führen.“

Hier bietet der Zoll Informationen über geschützte Arten in den einzelnen Ländern an. Diese sollten Sie sich ansehen, damit sie nicht die falschen Souvenirs aus dem Urlaub mitbringen. - Übrigens: Die Einfuhr aller Produkte, die Bestandteile von Tieren oder Pflanzen aus der Artenschutzliste haben, ist verboten!

Fotolegende: Krokodilskopf. Foto: © Jürgen Nießen, Pixelio.de.

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Schlüsselwörter: Artenschutz | Washingtoner Artenschutzübereinkommen | Zoll | verbote Waren | geschützte Arten | Schmuggel | Krokodile
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Kommentare

300
am 14.11.2009 18:16:37 (84.59.252.xxx) Link Kommentar melden
Wahnsinn, das ist ja wirklich eine Schweinerei. Angry

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