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Sonstiges: Kultur & Religion

Weihnachten (I): Adventszeit – Vorbereitung auf die Ankunft des Herrn

Am 29.11. beginnt die diesjährige Adventszeit und läutet das Fest der Christen ein

Foto: © Katrin Weyermann Bötschi, Pixelio
Foto: © Katrin Weyermann Bötschi, Pixelio
Dem Weihnachtsfest gehen die vier Adventswochen voran. Diese dienten ursprünglich in erster Linie der religiösen Einstimmung auf die Ankunft bzw. die Geburt des Herrn. Von daher stammt auch die Bezeichnung Advent, die aus dem Lateinischen von adventus (= Ankunft) und advenit (= er kommt) abgeleitet ist. Der erste Adventsonntag, den wir in diesem Jahr am 29. November haben, ist zugleich auch seit Mitte des 8. Jahrhunderts der Beginn eines neuen Kirchenjahres.

Der Adventskranz mit seinen vier Kerzen gehört zur Adventszeit einfach dazu. Am ersten Adventssonntag wird eine Kerze angezündet, am zweiten sind es schon zwei Kerzen, am dritten derer drei und am vierten Advent brennen sie schließlich alle. Und dann steht Weihnachten unmittelbar bevor. Wer kennt es nicht, das Gedicht und Kinderlied, mit dem sich viele Kinder auf das „Fest der Liebe“ einstimmen und sehnlich ihre Geschenke erwarten?

Advent, Advent,
ein Lichtlein brennt.
Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier,
dann steht das Christkind vor der Tür.

Die ersten Anfänge und Vorläufer der heutigen Adventsliturgie stammen aus Spaniern und Gallien im 4. Jahrhundert. Damals dauerte die Adventszeit dort nur drei Wochen. Währenddessen waren die frühen Christen angehalten sich in dieser Zeit auf die Ankunft bzw. die Geburt von Jesus vorzubereiten. So steht es in der Niederschrift des Konzils von Saragossa aus dem Jahre 380.

Das eigentliche Ereignis der Ankunft wurde damals jedoch erst am 6. Januar gefeiert, der „Tag der Erscheinung des Herrn“ (heute Heilige Drei Könige und Tag der „Sternensinger“), nicht am 25. Dezember. Die heute gebräuchliche und gültige Adventsliturgie wurde im 6. Jahrhundert von Papst Gregor I. (auch Gregor der Große) in ihren Grundzügen verankert. Er war es auch, der die Anzahl der Adventssonntage auf vier festlegte.

Dem Hauptereignis, der Geburt von Jesus, vorausgegangen war die Erscheinung eines Engels, der Maria erschien und ihr die jungfräuliche Empfängnis ankündigte. Und genau dies gehört auch in die Vorbereitungszeit zum Weihnachtsfest – eben in die Adventszeit. Nun ist das mit der Jungfrauengeburt so eine Sache. Die einen glauben daran, die anderen tun dies nicht.

Nach einer Remid-Statistik sind rund 2/3 (= ca. 54 Millionen) der Einwohner Deutschlands Christen. Demnach, so sollte man meinen, müssten rund 66 % (= 2 von 3) der deutschen Bevölkerung die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel in letzter Konsequenz glauben. Tun sie aber nicht – wie eine Umfrage des Magazins „Stern“ im Dezember 2005 ergab. Nach dieser Umfrage glauben nur 21 % (= 1 von 5) an die Jungfrauengeburt.

Dies ist ja auch kein Wunder, wenn selbst Theologen nicht an die Jungfrauengeburt glauben. So der bekannte Göttinger Theologe Gerd Lüdemann:

„Jesus wurde durch eine Vergewaltigung der Maria gezeugt!“ Quelle: Der Bote: „Unglaubliche Maria-Theorie“, Lüdenscheid, 28.01.1998.
Begründet hat er diese für christliche Begriffe eigentlich ungeheuerliche Hypothese wie folgt:
„Die biblische Bezeichnung ‚Sohn der Maria‘ deutet darauf hin, dass der Vater ein unbekannter Sextäter sein könnte. Sonst würden Juden im Neuen Testament nämlich nicht nach der Mutter, sondern nach dem Vater benannt. Um die illegale Abstammung des angeblichen Gottessohnes zu verschleiern, hat das Neue Testament kurzerhand den Vergewaltiger durch den Heiligen Geist ersetzt und so die Idee von der Jungfrauengeburt in die Welt gesetzt.“ Quelle: Der Bote: „Unglaubliche Maria-Theorie“, Lüdenscheid, 28.01.1998.

Unter Berücksichtigung des heutigen Standes unserer Forschung, insbesondere der Gentechnik, wäre eine Jungfrauengeburt auch aus medizinisch-wissenschaftlicher Sicht nicht nur erklärbar, sondern durchaus auch möglich. Die Empfängnis der Maria aber ist und bleibt eine reine Glaubenssache, die jeder für sich selbst entscheiden muss…

Fotolegende: Der Adventskranz gehört zur Adventzeit einfach dazu. Foto: © Katrin Weyermann Bötschi, Pixelio.de.

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Schlüsselwörter: Weihnachten | Advent | Jesus | Maria | Jungfrauengeburt
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Kommentare

286
am 14.11.2009 16:36:26 (80.237.152.xxx) Link Kommentar melden
das höchste Fest der Christen
Bist Du da sicher? Vielleicht ist es ja eine polnische Spezialität, aber das höchste christliche Fest ist Ostern, soviel ich weiß.
Alex Mais
am 14.11.2009 17:15:00 (195.93.60.xxx) Link Kommentar melden
@ Dorota

Wow - Kalt erwischt...

Ich wollte das "höchste" noch gelöscht haben, hab's dann aber doch glatt vergessen...

"Offiziell" hast Du völlig Recht, da gilt das Osterfest als höchstes Fest der Christen.

Persönlich sehe ich das etwas anders (aber das hätte dann erläutert werden müssen und nicht so in die 2. Überschrift gehört):

Die Ankunft des Herrn bzw. Geburt Jesu ist die Voraussetzung, dass es das Osterfest (Auferstehung) überhaupt geben kann. Und eine Jungfrauengeburt ist da sicher ein (mindestens genauso großes) mit der Auferstehung vergleichbares "Wunder" - vom christlich-biblischen Standpunkt betrachtet.

Deswegen betrachte ich es aus der Sichtweite, dass somit die Ankunft/Geburt das höchste Fest sein müsste (da alles andere ohne dies ja nie möglich wäre).

Aber wie gesagt, dass ist meine persönliche Ansicht und hätte eigentlich hier gar nicht hereingesollt...
286
am 14.11.2009 17:25:19 (80.237.152.xxx) Link Kommentar melden
Wink never mind...

Fiel mir nur auf, weil ich das aus Polen kenne, das ist an Ostern immer katholisches ramba-zamba, an Weihnachten ist eher nur ein Fressfest.

Aber schön, dass wir drüber geredet haben. Smile

Ich mache wie immer einen Karpfen an Weihnachten, das ist eine Familientradition. Mein Freund will, dass ich ihn tot kaufe, ich kaufe ihn aber immer lebend, dann kommt er in die Badewanne. Mein Freund will das Geräusch nicht hören, wenn ich den Karpfen abmurkse, ich habe ihm versprochen, dazu eine Arie wie Paul Potts zu singen. Komisch ist nur, dass er meinen Karpfen immer gern isst. Wink
300
am 14.11.2009 18:07:29 (84.59.252.xxx) Link Kommentar melden
Viele Menschen wären Veggies, wenn sie selbst töten müssten.... Frown
OZ24
am 14.11.2009 20:39:51 (84.183.174.xxx) Link Kommentar melden
Ich sehe da nirgendwo das Wort höchste Wink.

Habs mal gelöscht!
Hartmut Holz
am 17.11.2009 18:11:13 (217.80.216.xxx) Link Kommentar melden
Die Adventszeit ist die Zeit auf das Warten auf die Geburt
Christi.

Denn es wird uns ein Kind geboren. Christus kommt in unsere Welt. Gott wird Mensch.

Weihnachten ist das Fest von Christi Geburt. Feiern wir also fröhlich dieses Fest.

An Heilig Abend gibt es zwölf Gerichte. Jedes einzelne Gericht steht für einen Jünger Jesu. Jesus hatte zwölf Jünger um sich. Daher auch die zwölf Gerichte.

Fleisch darf, an Heilig Abend, nicht gegessen werden. Nur
Fisch.

Aber erst wird die Oblate gebrochen. Dann darf gegessen
werden. Alkohol ist, an Heilig Abend, natürlich absolut tabu, weil es ja hinter her noch zur Heiligen Messe in die Kirche geht.

Ostern ist natürlich, für uns Christen, das höchste Fest.
Die Auferstehung Christi wird natürlich gebührend gefeiert.

Schon früh, am Morgen, wird die Auferstehungsmesse abgehalten und danach wird dann gemeinsam das Oster-
frühstück eingenommen.

Aber ersteinmal beginnt jetzt die Adventszeit. Die Zeit in der wir voller Erwartung auf die Ankunft Christi warten.

Und dann wird Weihnachten gefeiert.Smile
Hartmut Holz
am 18.11.2009 16:40:08 (217.80.213.xxx) Link Kommentar melden
Das landestypisch bedingt. In Deutschland ist es anders als
in Polen. In Deutschland wird meistens, zu Heilig Abend, Würstchen und Kartoffelsalat gegessen.

In Polen ist das anders. Da gibt es, an diesem Tag, Fisch.
288
am 18.11.2009 21:14:45 (83.53.156.xxx) Link Kommentar melden
Würde mich ja interessieren, wo die Regel aufzufinden ist, Christen würden an "Heilig Abend" kein Fleisch essen...

nein, das ist nicht als kirchliche Regel zu verstehen, sondern es ist eine -gewissermassen-überlieferte Hausfrauenregel:
an heilig Abend gibts "schnelle Küche", was wenig Arbeit macht, also Würstchen oder sowas, damit für die Mutter Zeit bleibt, sich mit der Familie aufzuhalten und nicht den ganzen Tag in der Küche zu stehen.
Am ersten und zweiten Feiertag gibt es dann die kulinarischen AusschweifungenWink
-also nix für michWink
Hartmut Holz
am 20.11.2009 15:44:20 (217.80.213.xxx) Link Kommentar melden
Was an Heilig Abend auf den Tisch kommt ist eigentlich auch
völlig egal. Wie gesagt, in jedem Land ist es anders.

Aber die Adventszeit ist eine sehr schöne Zeit. Es die Zeit
der Weihnachtsmärkte. Die Städte haben sich weihnachtlich
geschmückt und wer sich kann sich nicht an die ganzen Weih
nachtsmärchen erinnern, die man als Kind im Theater gesehen hat.Smile
Hartmut Holz
am 20.11.2009 17:28:43 (217.80.213.xxx) Link Kommentar melden
Das ist kein Käse. Man sollte es mal richtig durchlesen.

Denn die Gerichte, zu Heilig Abend, sind von Land zu Land
unterschiedlich.

Und die Advents- und Weihnachtszeit ist mit die schönste Zeit des ganzen Jahres.Smile
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