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Politik: Politische MeinungGerechtigkeits-Debatte
Stern online möchte mit seinem Artikel vom 09.09.07 eine "Gerechtigkeitsdebatte" anstoßen. Anlaß war die Sendung der ARD "Anne Will", in der Bahnchef Hartmut Mehdorn wegen seiner Bezüge in arge Bedrängnis geriet.
Der Artikel hätte jedoch besser mit "monetäre Gerechtigkeit" überschrieben werden sollen, denn er greift unter dem Titel "soziale Gerechtigkeit" mit einer reinen Einkommens-Betrachtung zu kurz. Zu einer Diskussion über "soziale Gerechtigkeit" zählt nämlich auch eine Werte-Debatte, eine Demokratie-Debatte und letztlich ein Hinterfragen des (z.B. darvinistisch, monetär, sozial oder jovial geprägten) Menschenbildes.
Ich möchte die Werte-Frage an einem Beispiel verdeutlichen: Wessen Arbeit, die Arbeit eines Fußball-Trainers im Breitensport oder in einem Bundesliga-Vereins, hat den höheren Wert? Monetär besehen, die Antwort ist klar, der Bundesliga-Trainer. In der Bundesliga werden Abermillionen umgesetzt und die Trainer schneiden sich verständlicher maßen ihr Stück vom Kuchen heraus.
Doch wessen Arbeit hat höheren Nutzen für die Gesellschaft?
Die des Bundesliga-Trainers, der im sicher unerwünschten Neben-Effekt Großeinsätze der Polizei und der Rettungsdienste generiert, um saufende und randalierende "Fans" im Griff zu halten; oder die des Breitensport-Trainers, der Sport als gesellschaftsverbindendes und gesundheitsförderndes Element begreift?
Ist die Tätigkeit eines "Reise-Monteurs", der seine Familie nur für wenige Stunden am Wochenende sieht, sozial oder anti-sozial? Bei rein monetärer Betrachtung erübrigt sich diese Fragestellung.
Demokratie bedarf gesicherter Lebensumstände. Wer sich ständig Sorgen machen muß, wie er die nächsten Tage über die Runden kommt, hat den Kopf nicht frei für "politische Gedanken"; kann sich das zur Demokratie-Teilhabe notwendige Bild nicht machen.
Eine "sozial gerechte Demokratie" und somit "soziale Gerechtigkeit" werden wir nur dann erreichen, wenn wir den gesellschaftlichen Nutzen der Arbeit neu bewerten. Eine rein monetäre Betrachtung der unterschiedlichen Einkommen-Verhältnisse wird der Frage nach "was ist sozial gerecht?" eben nicht gerecht!
Noch nie in der Geschichte der Menschheit ist es gelungen, mit so wenig menschlicher Arbeit so viele Menschen mit notwendigen Gütern zu versorgen. Noch nie hatten wir die Chance auf soziale Gerechtigkeit so zum Greifen nahe! Nutzen wir sie!
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Richtige Aussage, dennoch wird der träge Deutsche lieber weiter alles hinnehmen, als aktiv etwas an den Zuständen in Deutschland zu ändern. Zeit wäre es auf jeden Fall!