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Politik: Recht & Co.

Gerechtes Urteil gegen einen Mörder

Am gestrigen Mittwoch wurde der kaltblütige Mörder der Ägypterin Marwa El-Sherbini zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Der Russlanddeutsche Alex W. wurde des Mordes, des versuchten Mordes und der gefährlichen Körperverletzung für schuldig befunden. Gleichzeitig wurde die besondere Schwere der Schuld des Angeklagten festgestellt. Damit ist eine vorzeitige Haftentlassung ausgeschlossen. Den Mörder traf somit die volle Härte des Gesetzes.

Härter hätte die Strafe für dieses abscheuliche Verbrechen nicht ausfallen können, da die deutschen Gesetze höhere Bestrafungen nicht vorsehen. Die Angehörigen der ermordeten Marwa El-Sherbini, die im Prozess als Nebenkläger aufgetreten waren kritisierten, dass der Täter nach der Verbüßung seiner Strafe wieder auf freien Fuß kommt.

In der Urteilsbegründung führt die Richterin aus, dass der Angeklagte die Wehrlosigkeit des Opfers bewusst ausgenutzt habe. Sie hat keinen Zweifel, dass Alex W. die Tat geplant und mit Vorsatz ausgeführt hat. Die Mordmerkmale „Heimtücke“ und „niedere Beweggründe“ sehe sie ebenfalls als erfüllt an. Die Richterin wirft dem Angeklagten ebenfalls vor, dass er nicht wirklich auch nur eine Spur von Reue gezeigt hat.

Entgegen dem Vortragen der Verteidigung des Angeklagten konnte die Richterin auch keine Anhaltspunkte für eine verminderte Schuldfähigkeit erkennen. Es lagen keine Anzeichen vor, dass der Täter "im Affekt im Sinne einer tief greifenden Bewusstseinsstörung" gehandelt habe.

Rechtsanwalt Michael Sturm, einer der Verteidiger des Angeklagten erklärte nach dem Urteil, er werde nun die Möglichkeit einer Revision prüfen.

In meinen Augen ein gerechtes Urteil. Es wurde der volle Maßnahmenkatalog ausgeschöpft, mehr ging leider nicht.

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Schlüsselwörter: Marwa El-Sherbini | Alex W. | Mord
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Kommentare

173
am 12.11.2009 12:40:54 (188.193.169.xxx) Link Kommentar melden
Also, bei einigen Vorkommnissen, und dieses wäre so eines, könnte man auf den Gedanken kommen, mit Texas eine Abkommen zu schließen, solche Straftäter dorthin zu entsorgen. Gegen Bezahlung. Wird billiger und effektiver.
173
am 12.11.2009 13:32:59 (188.193.169.xxx) Link Kommentar melden
Laß den Quatsch. Eine Bauchmeinung hat mit Recht, legal oder illegal doch gar nichts zu tun. Höchsten mit sch....-egal.
Alex Mais
am 12.11.2009 13:37:51 (195.93.60.xxx) Link Kommentar melden
Artikelabschlusszeilen:
„In meinen Augen ein gerechtes Urteil. Es wurde der volle Maßnahmenkatalog ausgeschöpft, mehr ging leider nicht.“


Bei der deutschen Rechtsprechung nach den Buchstaben des Gesetzes sicherlich „gerecht“, da ja eine höhere Strafe (damit meine ich nicht die Todesstrafe) leider nicht geht. „Leider“, weil das Urteil „lebenslänglich“ in Deutschland nur eine Farce ist und in Wahrheit nur 15 bis 16 Jahre bedeutet.

Deshalb stimme ich der Kritik der Angehörigen für diese „milde“ Strafe voll und ganz zu. Meine Kritik richtet sich nicht gegen das Urteil des Gerichtes als solches, denn dass konnte ja nicht höher bzw. härter ausfallen (allerdings hätte man da auch noch über eine anschließende Sicherungsverwahrung nachdenken können).

Kritisiert werden soll hier, dass das Urteil „lebenslänglich“ nicht das bedeutet was es eigentlich vorgibt zu bedeuten – nämlich für immer weggesperrt…
OZ24
am 12.11.2009 13:51:11 (84.183.176.xxx) Link Kommentar melden
Chaim
am 12.11.2009 12:56:13
Und irgendwie illegal oder so.


Nicht immer gleich provozieren Chaim. Ich könnte dem Vorschlag von Karow einiges abgewinnen, bin aber grundsätzlich gegen eine Todesstrafe weil,

  1. Viel zu einfach für die Verurteilten
  2. lieber echte lebenslange Haft
  3. es leider immer wieder Fehlurteile gibt (sicher nicht in diesem Fall)


@ Alex Mais

Der Täter kommt definitiv nicht nach 15 Jahren frei, da die besondere Schwere der Schuld festgestellt wurde. Sicherungsverwahrung wäre aber eine Maßnahme über die man hätte nachdenken können, ich gehe aber davon aus, dass wenn die Voraussetzungen da gewesen wären, hätte die Staatsanwaltschaft das beantragt.
  • Geändert von OZ24 am 12.11.2009 13:54:01.
300
am 12.11.2009 14:56:48 (80.237.191.xxx) Link Kommentar melden
...Die Angehörigen der ermordeten Marwa El-Sherbini, die im Prozess als Nebenkläger aufgetreten waren kritisierten, dass der Täter nach der Verbüßung seiner Strafe wieder auf freien Fuß kommt.

Am Anfang des Artikels wird aber doch gesagt, dass es lebenslang ist wegen besonders schwerer Schuld und deswegen die vorzeitige Entlassung ausgeschlossen ist. Mehr geht doch nicht.
Alex Mais
am 12.11.2009 15:02:59 (195.93.60.xxx) Link Kommentar melden
Ja, ok, es sind nicht 15 bis 16 sondern durchschnittlich 17 bis 20 Jahre und bei besonderer Schwere der Schuld 23 bis 25 Jahre (in der Regel --- Ausnahmen bestätigen die Regel). Trotzdem besteht zu mindest beim einfachen "lebenslänglich" die Möglichkeit der Entlassung nach 15 Jahren, weil "lebenslänglich" eben 15 Jahre als Mindeststrafe vorsieht...

…Unter einer lebenslangen Freiheitsstrafe versteht man in Deutschland einen Freiheitsentzug auf unbestimmte Zeit – mindestens aber 15 Jahre...

…Die besondere Schwere der Schuld des Verurteilten darf keine weitere Vollstreckung gebieten. Hat das Gericht bei seinem Urteil über die Verhängung der lebenslangen Freiheitsstrafe eine solche festgestellt, so kann der Straftäter nicht mit einer vorzeitigen Entlassung nach frühestens 15 Jahren rechnen (obgleich dies rechtlich durchaus zulässig wäre), wobei die durchschnittliche Haftdauer bei „Lebenslänglichen“ in Deutschland bei 17 – 20 Jahren liegt. Besondere Schuldschwere ist zu bejahen, wenn gegenüber vergleichbaren Taten ein deutlich höheres Maß an Schuld vorliegt…

…Zwar darf der Verurteilte nach wie vor auf eine Freilassung hoffen, jedoch verlängert sich durch das Feststellen der besonderen Schwere der Schuld die durchschnittliche Haftdauer von 17 bis 20 Jahren auf etwa 23 – 25 Jahre…


Zitiert aus Wikipedia.


Warten wir's einfach mal ab wielange er tatsächlich in Haft bleibt. Bei der Praxis, die in Deutschland üblich sind, kann ich nicht glauben dass dies deutlich mehr als 15 bis 16 Jahre werden...
Alex Mais
am 12.11.2009 15:10:20 (195.93.60.xxx) Link Kommentar melden
@ master of desaster

Das ist ja das Problem: Es gibt bei uns KEIN lebenslänglich. Es heißt nur so - und das ist eine Farce und Ungerechtigkeit den ANgehörigen und der Opfer gegenüber.

So sehe ich das hier und habe mir mit dieser Meinung ja auch schon etliche Feinde gemacht (siehe: 1 + 2).
Alex Mais
am 12.11.2009 22:37:57 (195.93.60.xxx) Link Kommentar melden
Der Verteidiger des wegen Mordes an der Ägypterin Marwa El-Sherbini verurteilten Alex W. hat Revision angekündigt. Das Urteil wolle man "rechtlich prüfen" und dann gemeinsam mit dem Mandaten entscheiden, wie man weiter vorgehen wolle. Die Verteidigung wollte eine Verurteilung wegen Totschlags im Affekt erreichen.

Zitat aus Welt-online, 12.11.2009, 17:03 Uhr


Das wäre ein Skandal, wenn es dazu kommt und die Verteidigung damit durchkäme...
173
am 13.11.2009 10:54:41 (188.193.171.xxx) Link Kommentar melden
Man oh Mann ist das krank. Keine Ahnung von mir und solche Unterstellungen etc. Auch das mit der "braunen Neigung" Mein Freund, Du machst es Dir zu einfach und einseitig! Schau in www.komplizissimus.de, dann ist das kein Volkzorn, sondern Satire!

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