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Politik: Welt

Botschafter zurückgerufen – Neue Eiszeit zwischen Thailand und Kambodscha

Nach dem Tempelstreit jetzt Probleme mit dem thailändischen Ex-Premier Thaksin Shinawatra

Der in Thailand von der Justiz gesuchte frühere Premierminister Thaksin Shinawatra beherrscht nach wie vor die Schlagzeilen der Thai-Presse und sorgte aktuell nach dem Tempelstreit für eine neue Eiszeit zwischen Thailand und dem benachbarten Kambodscha. Thaksin, der inzwischen eine Odyssee durch zahlreiche Länder weltweit hinter sich hat, war zwischenzeitlich auch in Deutschland untergetaucht.

Am 29. Dezember 2008 war Thaksin im Bonner Ausländeramt erschienen und hatte eine Aufenthaltsgenehmigung beantragt. Diese wurde erst Ende Mai 2009 zurückgenommen, nachdem es zu heftigen Disputen zwischen Thailand und dem Auswärtigen Amt gekommen war. Das AA hatte daraufhin um Rücknahme der Aufenthaltsgenehmigung für Thaksin mit der Begründung gebeten, um einen „erheblichen außenpolitischen Schadens für die Bundesrepublik Deutschland“ abzuwenden.

Zuvor war Thaksin eine Zeit lang in London gewesen und hatte dort den Fußballclub Manchester City gekauft. Nach seiner Ausreise aus Deutschland stellte ihm die Regierung Nicaraguas einen Diplomatenpass aus. Inzwischen befindet sich Thaksin wieder in Südostasien, genauer gesagt in Kambodscha.

Entsetzen kam bei den Thais auf, als am 1. November dieses Jahres im Internet das Thaksin-TV mit zwei Programmen startete. Befürchtet wird, dass diese als politisches Sprachrohr für den Expremier benutzt werden. Die Betreiber versicherten jedoch, dass es im ersten Programm ausschließlich um die so genannten OTOP-Produkte (OTOP = One Tambon, One Product) ginge, womit der Verkauf von einheimischen Produkten angekurbelt werden soll. Dabei handelt es sich um eine Erfindung aus der früheren Thaksin-Ära. Das zweite Programm hingegen befasse sich lediglich mit thailändischen Schülern und Studenten. Es soll ihnen Hilfestellung bei der Vorbereitung auf die internationale Gemeinschaft geben und hauptsächlich Bildungssendungen bringen. Ein Sprecher des Expremiers sagte zudem, dass sich die Regierung keine Sorgen machen brauche, da die Programme ausschließlich zum Wohl des Landes und seiner Einwohner da sei. Es gäbe keinerlei politischen Hintergrund.

Die neue Eiszeit zwischen den beiden Südostasiatischen Nachbarn begann mit einem Bericht des kambodschanischen Fernsehens, in dem dieses am 4. November verkündete, dass der in Thailand politisch verfolgte und vertriebene Ex-Premierminister Thaksin Shinawatra so oft er wolle für so lange er wolle nach Kambodscha einreisen könne. Auch sei er inzwischen als Wirtschaftsberater für den kambodschanischen Premier Hun Sen tätig.

Vor der kambodschanischen Botschaft in Thailand protestierten Dutzende von Demonstranten gegen die Gewährung einer Zuflucht für Thaksin. Die thailändische Regierung hatte zuvor bereits den Reisepass Thaksins für ungültig erklärt und einen Großteil seines Milliardenschweren Vermögens bei thailändischen Banken eingefroren. Inzwischen verweigern deshalb auch viele Länder dem Expremier die Einreise. Als Protest gegen die Handlungsweise Kambodschas zog Thailand am 5. November seinen Botschafter aus Phnom Penh ab.

Ein Sprecher des thailändischen Außenministeriums gab dafür als Begründung an, dass sich Phnom Penh in thailändische Politik einmische und der Abzug des Botschafters eine Vergeltungsmaßnahme Thailands sei. Die gesamte Thai-Presse berichtete in vielen Artikeln in recht negativer Weise zur Haltung Kambodschas. Dies alles veranlasste den kambodschanischen Botschafter in Bangkok zur Veröffentlichung eines Leserbriefes, in dem er besonders die englischsprachige Tageszeitung „The Nation“ angriff, die er als „ordinäres Schmierblatt“ bezeichnete, das „einem zivilisierten Land unwürdig“ sei…

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Schlüsselwörter: Thaksin Shinawatra | Thailand | Kambodscha | Thaksin-TV
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Kommentare

Alex Mais
am 20.11.2009 14:30:42 (195.93.60.xxx) Link Kommentar melden
Thaksin hat Kambodscha wieder verlassen

Wie diese Woche ein kambodschanischer Regierungssprecher in Phnom Penh mitteilte, hat Thaksin Shinawatra seinen Kambodscha-Aufenthalt wieder beendet. Der Grund dafür soll sein, dass seine geplante Beratertätigkeit in Kambodscha in der thailändischen Heimat als Provokation empfunden würde. Thaksin hat Kambodscha mit unbekanntem Ziel verlassen – teilte der Regierungssprecher weiter mit.

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