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Politik: Deutschland

Broder for President!

Warum es höchste Zeit wird, die richtigen Weichen zu stellen

Henryk M. Broder
Henryk M. Broder
Nein, wir haben nicht den 1. April! Bei manchen Meldungen kann man sich das aber durchaus in einem ersten Reflex fragen... - ist das wirklich wahr? Oder macht sich da einer einen Scherz? Henryk M. Broder kandiditiert für das Amt des Präsidenten des Zentralrates der Juden in Deutschland?

Nein, wir haben nicht den 1. April. Es ist auch kein Scherz. Genauer betrachtet ist es sogar eine geniale Idee. Der richtige Mann zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort, in der richtigen Position. Eine Zeitenwende - nicht im Konjunktiv, falls Broder die Wahl gewinnt, sondern im Indikativ, allein deshalb, weil er kandidiert. Denn es ist einiges morsch im ZJD, Broder hat es schön aufgelistet; das Wichtigste, was sich ändern muß, ist die Besinnung auf die eigentlichen Aufgaben des Zentralrats. Hierzu gehört dann aber auch die baldige Verabschiedung von einem Generalsekretär, der sich Befugnisse anmaßt, die ihm nicht zustehen. Das alte Präsidium des ZJD hat sich leider von Stephan Kramer zu lange auf der Nase herumtanzen lassen, doch mit seinen völlig überzogenen Kommentaren zu Sarrazin und seiner Entschuldigung, die keine war, dürfte das Maß des Erträglichen nun voll sein.

Meldungen wie diese nämlich sind überflüssig, beschämend und ärgerlich:

Zentralrat der Juden rügt Obamas Nahostpolitik

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat US-Präsident Barack Obama wegen dessen Nahostpolitik scharf kritisiert. Das Verhältnis zwischen den USA und Israel sei belastet wie seit langem nicht mehr. Berlin - Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat US-Präsident Barack Obama wegen dessen Nahostpolitik scharf kritisiert. "Die neue amerikanische Politik gibt Grund zur Sorge", schreibt Generalsekretär Stephan J. Kramer in einem Beitrag für den Tagesspiegel. Das Verhältnis zwischen den USA und Israel sei belastet wie seit langem nicht mehr. Israel ist nach Worten des ultrarechten Außenministers Avigdor Lieberman unterdessen zu sofortigen Verhandlungen mit den Palästinensern "ohne jede Vorbedingung" bereit. Das sagte Lieberman am Montag in Luxemburg nach einem Gespräch mit EU-Vertretern. (Tagesspiegel 16.6.2009 )

Was hat denn ein Deutscher, der erst als Erwachsener seine Liebe zum Judentum entdeckt hat, den US-Präsidenten hier zu kritisieren? Mit welchem Mandat, in welchem Amt? Stephan Kramer ist der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, das beschreibt seine Aufgabe. Weder hat er in diesem Amt israelische Politik zu machen, noch die der USA zu kritisieren! Ein Generalsekretär ist eine Art Geschäftsführer, soll er also die Geschäfte des Verbands betreiben, dessen Geschäftsführer er ist. Dafür und nur dafür wird er bezahlt!

Daher hat Henryk M. Broder recht, wenn er sagt:

Meine Kippa liegt im Ring

"Warum ich für das Amt des Präsidenten des Zentralrates der Juden kandidiere."

Henryk M. Broder erläutert seine Gründe in diesem Beitrag für den Tagesspiegel. >>> mehr <<<

Broder steht für Kräfte des Judentums in Deutschland, die es satt haben, sich von der Orthodoxie in der Mogelpackung der jüdischen Einheitsgemeinde gängeln zu lassen. Broder steht auch für diejenigen Juden in Deutschland und deutschen Juden, die liberal, pluralistisch und modern sind, ohne ihr Judentum aufgeben zu wollen. Broder steht für säkulare Integration ohne Assimilation. Meine Unterstützung hat er.

Besonders schön fand ich diese Aussage Broders, des feurigen Freigeists:

"Ich bin überzeugt, dass es keine partikularen jüdischen Interessen gibt. Ob jemand koscher isst oder halal oder doch lieber Kassler, ist Privatsache. Ebenso wann und zu welchem Gott er betet. Religionsfreiheit beinhaltet auch das Recht, areligiös und antireligiös zu sein und sich über den eigenen und seiner Nachbarn Gott lustig machen zu können, ohne deswegen bedroht zu werden. Freiheit, Demokratie, Rechtsstaat sind die Werte, die offensiv verteidigt werden müssen.

Von Juden, Christen, Moslems, Atheisten, Agnostikern, Häretikern, von Ariern und Vegetariern, Frauen und Männern, Heteros und Homos - meine Kippa liegt im Ring."

Quelle: Tagesspiegel

Mazel tov!

  • Bildnachweis:
  • Foto by Shoshone via Wikipedia, public domain

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Leider war nach Fertigstellung dieses Artikels zu erfahren, daß HMB seine Kandidatur zurückzieht. Schade!

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Schlüsselwörter: Henryk Broder | ZJD | Zentralrat | Kippah | Ring | Charlotte Knobloch | Repräsentantenversammlung | jüdische Gemeinde
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Kommentare

300
am 04.11.2009 21:23:23 (141.76.45.xxx) Link Kommentar melden
Religionsfreiheit beinhaltet auch das Recht, areligiös und antireligiös zu sein und sich über den eigenen und seiner Nachbarn Gott lustig machen zu können, ohne deswegen bedroht zu werden.
Logisch, nur so geht es. Wie bei den Mohammed-Karikaturen.
303
am 05.11.2009 11:53:53 (86.32.198.xxx) Link Kommentar melden
man kann sich lustig machen, Weil alle Religionen nur Mythos sind, Oder hat vielleicht schon jemand Gott gesehen? Opium für das Volk, Nichts weiter,
300
am 05.11.2009 17:52:31 (141.76.45.xxx) Link Kommentar melden
Wir machen über alles Witze, warum nicht darüber? Es gibt ein schönes Buch von Old Siggi Freud dazu, gibts gebraucht schon ab 1 Ct.!

"Der Witz und seine Beziehung zum Unterbewußten"

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