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Politik: Soziales & BildungAls oder wie?

Geht da jemandem ein Licht auf? © x-cohen
Probleme, die es eigentlich gar nicht geben kann oder geben dürfte, weil es nun wirklich pups-einfach ist. Ein Problem dieser Art wurde ja bereits angesprochen, nämlich der in Deutschland weitgehend unbekannte Unterschied zwischen anscheinend und scheinbar. Die Unkenntnis über diesen Unterschied und damit die ständige Verwechslung der beiden Begriffe sind leider nicht auszurotten, können aber immerhin als eine Art Bildungs- und Intelligenztest verstanden werden; man muß das einfach positiv sehen.
Ähnlich ist die immer wieder gestellte Frage gelagert: heißt es eigentlich „als“ oder „wie“? Die Antwort des Fachmanns kann hier – wie immer bei solchen Fragen – generell nur lauten: es kommt drauf an. Aber worauf kommt es an? – Genau das wäre die richtige Frage gewesen, deren Antwort wir uns im einfachen Drei-Schritt-Lösungsverfahren nähern wollen:
Schritt 1, die Anamnese: Wie der Arzt beim Vorgespräch wollen wir einfach wissen: was ist los? Wo drückt der Schuh? Was war bisher? Was tut sonst noch weh? – Wir gehen also rein phänomenologisch vor und finden mancherlei Beschwerden und Wehwehchen der Deutschen mit ihrer Sprache, zum Beispiel solche:
(Autor: Steffi, Frage gestellt am Sa, 19. Feb 2005)
Tag zusammen,
entweder man kann es, oder man kann es nicht... Okay, wer ist bereit, mir diesen blöden Unterschied zwischen "als" und "wie" noch einmal zu erklären?!
Bsp.
- Ich hoffe es geht euch besser als mir.
- Ich hoffe es geht euch besser wie mir.
Welcher Satz ist richtig? Und warum so und nicht anders?
Danke für Antworten
Steffi, dieeswohlnielernenwird... :-(
Quelle: www.wer-weiss-was.de, vgl. dort auch: ALS und WIE
Soweit, so gut. Es fällt zunächst auf, daß die Patientin spontan andere für ihr Leiden verantwortlich macht („...dieser blöde Unterschied...“) und daß sie resigniert von der Erfolglosigkeit ihres Bemühens – genauer gesagt: des Bemühens anderer, ihr zu helfen – ausgeht: „Steffi, die es wohl nie lernen wird...“ Diese self-fulfilling prophecy wollen wir dann auch weiter nicht stören und erklären diese Patientin für nicht therapierfähig, solange sie nicht aktiv an ihrer Heilung mitzuwirken bereit ist. Ihre Probleme sind und bleiben unlösbar, weil sie sie gar nicht lösen will. – Der Nächste, bitte!
Schritt 2, die Diagnose: Aufgrund des gesellschaftlich verbreiteten Phänomens gehen wir bei den zur aktiven Mitwirkung bereiten Patienten zunächst von einer polykausalen Erkrankung aus: die betroffenen Patienten haben i.d.R. zu wenig gelesen, im Deutsch-Unterricht nicht aufgepaßt, keinen Duden zur Hand, können keine Suchmaschine bedienen oder verstehen es hartnäckig weiterhin auch dann nicht, wenn man es ihnen mit Engelsgeduld erklärt hat. – Aufgrund dieser unspezifischen Erkrankung hilft nach therapeutischer Erfahrung im Wesentlichen nur eines: statt einer symptomatischen Behandlung eher die Selbstheilungskraft des Patienten zu stärken.
Schritt 3, die Therapie: Noch in der Praxis bekommt der willige Patient eine – zur Stärkung des Vertrauens kostenlose – Pharmaprobe. Hierdurch soll zunächst eine Verbesserung der Immunabwehr gegen Infektionen mit „Dummdeutsch“ erreicht werden und weiterhin ein Impuls für die Vitalkraft des Patienten mithilfe einer kleinen Dosis Zwiebelfisch als „Initialzündung“ gesetzt werden:
Hiernach erklärt der Patient in 94,71% aller Fälle spontan und überrascht seine Beschwerdefreiheit und völlige Gesundung. Zur Absicherung des Therapieerfolgs wird dem Patienten allerdings empfohlen, einmal pro Woche (Sonntags vor dem Schlafengehen) mindestens eine Stunde lang ein Werk der klassischen Literatur – unbedingt eine Ausgabe aus der Zeit vor der Rechtschreibreform – zu lesen, aus einem richtigen Buch. Hierzu wird ihm erklärt, was eine Bibliothek ist, wie man sie findet und wie man sie gefahrlos benutzt.
Zwecks weiterer Stabilisierung des Patienten wird ihm angeraten, mit anderen Betroffenen eine Selbsthilfegruppe zu gründen, dies erscheint dringend notwendig, um ihm die Bedeutung der Selbstverantwortung sinnhaft erfahrbar zu machen. Bei der Verabschiedung erhält der Patient – nachdem er sich verpflichtet hat, den Therapeuten nie wieder zu behelligen – als ultima ratio bei Rückfällen noch eine geheime Formel, die er allerdings niemals weitergeben darf:
So las er gern und viel und lebte glücklich vor sich hin, sich dankbar lächelnd seines Therapeuten erinnernd, und voll des ungläubigen Staunens darüber, daß er doch tatsächlich den Unterschied zwischen „als“ und „wie“ verstanden und sogar behalten hatte. Und wenn er nicht gestorben ist, dann weiß er es noch heute...
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Kommentare
Adjektive können gesteigert werden. Die Grundform eines Adjektivs nennt man Positiv, die nächst höhere Stufe Komparativ und die höchste Steigerungsstufe Superlativ.
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Ausnahmen gibt es in der Literatur (Schriftsteller dürfen alles, auch neue Regeln erfinden) und als antiquierte Sprache, bekannt dürfte dies Stelle aus Goethes Faust sein: „Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an der zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können! Das will mir schier das Herz verbrennen!“
Da fällt mir doch glatt ein extrem cooler Spruch ein:
Nachts ist es kälter als draußen.

Von der Grammatik her richtig wäre auch: über'n Berg ist es kürzer als zurück.
Richtig,obwohl...
Zu Fuss ist kürzer als über'n Berg

- Da weißt Du jetzt mehr wie ich...
- Da weißt Du jetzt mehr als ich...
- Da weißt Du jetzt mehr als wie ich...
Richtige Antwort bitte selber aussuchen...

- Du bist ja genauso gut wie ich!
- Du bist ja genauso gut als ich!
- Du bist ja genauso gut als wie ich!
Richtige Antwort bitte selber aussuchen...

War voll einfach,bin ja nicht doof.




Gibt es da Ausnahmen,oder gilt diese Formel immer?