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Politik: Politische MeinungKommentar: Erwerbsarbeit und Feudalismus
Sozialpolitik: Das letzte Gefecht der SPD, so kommentierte die Süddeutsche Zeitung in Ihrer Ausgabe vom 05.10.07. Bei der Reform der Agenda 2010 geht es nicht darum, ob und wie an ein paar Stellschrauben der Schröderschen Politik gedreht wird. Es geht darum, die Demokratie zu sichern kommentierte Heribert Prantl.
Seit geraumer Zeit versucht die große Koalition, den Beschäftigungssektor im privaten Haushalt auszubauen. Arbeitsminister und Vice-Kanzler Franz Müntefering (SPD) möchte den privaten Beschäftigungssektor durch steuerliche Subventionen weiter ausbauen, so meldete N24 TV am 04.09. In der Koalition bestehe darüber Einigkeit, so der Tenor der Meldung.
Angela Merkel bestätigte anlässlich ihrer Abschiedsrede zu Ehren von Edmund Stiober in München: Sie sei stolz, daß es ihrer Politik gelungen sei, den privaten Beschäftigungssektor weiter auszubauen, verkündete sie hoch erhobenen Hauptes.
Wikipedia schreibt über den Fudalismus: Der überwiegende Teil der Bevölkerung bestand aus Bauern. Sie waren aber nicht Eigentümer des von ihnen bestellten Landes. Dieses Land war Eigentum des Grundherrn. Die Bauern befanden sich im Zustand der Leibeigenschaft, sie waren also persönlich abhängig vom Grundherrn und unfrei.
Den "Rechtszustand" der Leibeigenschaft haben wir Menschen mit viel Blut und Leid abgeschafft. Doch, und das bitte ich zu bedenken, was nutzt die Abschaffung des "Rechtszustands Leibeigenschaft", wenn über den Erwerbszwang ein Rückfall in´s Mittelalter droht?
Der Neo-Liberalismus stellt die Menschen sogar noch schlimmer als die Leibeigenen im Mittelalter, denn ... zugleich zwischen diesem und dem Berechtigten das Verhältnis wechselseitiger Treue hervorruft. Quelle
Wo sagt der Neo-Liberalismus dieses gegenseitige Treueverhältnis zu? In prekären Arbeitsverhältnissenen zum Niedrigstlohn und ohne Kündigungsschutz?
Die Roboterisierung, und damit die einhergehende Arbeitslosigkeit, ist ein Zeichen von paradisischem Wohlstand! Lassen wir uns vom calvinisten Arbeitsethos nicht blenden. Müntefering sagt, "wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen".
Wenn Angela und Franz meinen, Stiefellecker und Toilettenpersonal zu brauchen, mir soll es Recht sein. Aber nur zu gleichberechtigtigtem Lohn!
Wenn wir Menschen im Land unseren neuen "neo-feudal-Herren" folgen wie die Schafe zur Schlachtbank, brauchen wir uns nicht wundern, wenn unsere Kinder wieder viel Blut fliessen lassen müssen, um die neuen Abhängigkeiten zu lösen!
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eine Nuance zu stark.
En Vergleich mit der frühkapitalistische Epoche, hier der
Hausherr, da die Bediensteten (Hausmädchen, Butler, etc.),
ist diesbezüglich schon treffender.
Und genau in diese zwei Klassengesellschaft driften wir immer weiter.
Hier die Herrschaft, da das Dienstvolk.
Bei der Gegenüberstellung von aktuell 7,4 Millionen ALGII-Empfängern und
3,7 Millionen Arbeitslosen kommt man zu dem Schluß,
daß 3,7 Millionen in Arbeitsverhältnissen stehen, die nicht das Existenzminimum abdecken.
Der überwiegende Teil der 3,7 Millionen die, trotz Erwerbsarbeit, nicht ihr Existenzminimum erwerben können
ist im sogenannten "privaten Beschäftigungssektor" tätig.
Aber wir hören gern auf unsere Herrschaft, die stolz verkündet "ihre Politik ist gelungen".
corinna