Rund um OZ24

Suchen

Unterstütze OZ24

Politik: Politische Meinung

Herr Sarrazin, legen Sie jetzt nach!

Wirkliche Querdenker werden in der SPD offenbar nicht mehr integriert

Clown-Briefmarke (Färöer) ©Anna K. Olsen
Clown-Briefmarke (Färöer) ©Anna K. Olsen
Ein Banker als SPD-Mitglied, nein, das geht natürlich nicht. Da geht ja der Klassenkampf-Standpunkt flöten! Daher bescheinigt man jetzt aus Ortsverbänden und von der sogenannten Basis diesem ungeliebten Sarrazin gerne auch dann Rassismus, wenn da ersichtlich gar keiner ist. Die SPD-Basis - weinerlich, pseudolinks, und vor allem selbstgerecht, Bausparvertrag und vierzehntes Monatsgehalt inklusive - zieht vom Leder. Man hetzt in bester Stürmer-Manier gegen Sarrazin, der doch nichts anderes als das gesagt hat, was jeder weiß, aber gern verdrängt: die Wahrheit über die gescheiterte Integration. Daß es erst eines mutigen Mannes bedarf, der hier den Hofnarren gibt und sich dafür prügeln lassen muß, das ist der eigentliche Skandal.

Rassismus? - Das ausgerechnet einem zu sagen, der aus einer wahrhaft europäischen Multikulti-Familie entstammt und der wirklich integriert ist, das hat schon was. Aber was? Etwas ausländerfeindliches unter anderem, auch etwas abgefeimt dummes, etwas faschistoid das Denken gleichschaltendes. Sarrazin, durch seinen Namen als Fremder entlarvt, wird von der SPD-Basis, also dem rechten rotlackierten Mob gemobbt. Man mag solche Ausländer nicht, die sich integriert haben; da lobt man sich lieber die, die sich nicht integrieren wollen. Folklore statt Integration. - Denn an jenen Verweigerern, die sich gern von dem Staat aushalten lassen, den sie ablehnen, an dem sie nicht teilnehmen, kann man sein gutmenschlich-naives Herz beweisen, indem man multikultiwütig verbohrt die real existierende Integrationsabwehr von Türken, Arabern und Mohammedanern leugnet. Indem man nicht einmal ansatzweise den wichtigsten Indikator der Integrationsverweigerung ganz bestimmter Kulturen zur Kenntnis nimmt, die Verweigerung der Grundlage jeder gemeinsamen Kultur, jedes Sozialwesens: die gemeinsame Sprache.

Was ist Rassismus?

Die Verwendung tatsächlicher oder fiktiver biologischer Unterschiede, die aber auch psychologischer oder kultureller Art sein können. Der Rassismus erfüllt demnach eine bestimmte Funktion. Aus dem Gesagten ergibt sich, daß der Rassismus die verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsächlicher oder fiktiver biologischer Unterschiede zum Nutzen des Anklägers und zum Schaden seines Opfers ist, mit der eine Aggression gerechtfertigt werden soll.

aus: Albert Memmi: "Rassismus", Hamburg 1992, S. 151, Hervorhebung nicht im Original

Die schiefe innere Logik dabei: die Deutschen seien schuld, nicht die integrationsunwilligen Ausländer. Im Vertauschen von Täter und Opfer haben die Deutschen bekanntlich Erfahrung, das hat nach 1945 bestens funktioniert, das praktizieren arabophile Deutsche als selbsternannte Nahost-Experten auch gerne an Themen, von denen sie keinen blassen Dunst haben, von Golan bis Gaza. - Sarrazin hat ja gerade nicht verallgemeinert, er differenziert recht präzise zwischen Vietnamesen, russischen Juden und Türken. Er wertet auch nicht angebliche biologische Unterschiede, er benennt nur die wahrnehmbaren Unterschiede in den sozialen Verhaltensweisen. Sarrazin vergleicht unsoziales Verhalten mit sozialem Verhalten und bewertet es.

Okay, die SPD, ohnehin auf dem selbst angesägten Ast, ist kurz vor ihrem Ende, warum sich also beim Untergang nicht noch ein bißchen gegenseitig zerfleischen? Den Zuschauer amüsiert's, so hat diese Partei doch wenigstens noch etwas Sinn und einen letzten Rest von Daseinsberechtigung.

Erinnerungswerte ©Bodo Wiska (GNU FDL)
Erinnerungswerte ©Bodo Wiska (GNU FDL)
Wie geht es nun weiter? Da Thilo Sarrazin im Gegensatz zu den meisten seiner Kritiker intelligent und erfolgreich ist, weiß er das natürlich: man muß jetzt nachlegen. Die Erinnerungskurve II ist angesagt. Immer mal wieder nachfüttern. Auch die zwielichtige Rolle von Axel Weber gehört auf die Agenda. Das Thema ist angerissen, jetzt muß das Eisen, solange es heiß ist, geschmiedet werden. Die Medien spielen langfristig für Sarrazin und seine einfache, aber richtige, nicht wegzudiskutierende Wahrheit. Die Leser und Zuschauer sehen nämlich gar keinen Widerspruch darin, beim türkischen Gemüsehändler einzukaufen oder sich vom syrischen Arzt operieren zu lassen, und gleichzeitig sich über die Berliner Verhältnisse aufzuregen:

Integrationsdebatte: Sarrazin hat recht

"...während die Wiener nach der Wende die glückliche Osterweiterung wirtschaftlich nutzten, saßen in Berlin "verfettete Subventionsempfänger" und eine abgehängte Unterschicht, Inländer wie Ausländer, die nach dem Wegzug der Industrie nicht mehr gebraucht wurden und zum Teil in den Sozialsystemen landeten. Sarrazin: "Unsere Bildungspopulation wird von Generation zu Generation dümmer."

Damit meint er Einwanderer ebenso wie Einheimische. 20 Prozent leben in Berlin von Hartz IV und anderen Transfereinkommen - mehr als doppelt so viele wie im Bundesdurchschnitt. Berlin ist die Hartz IV-Hauptstadt. Am meisten unterstützt werden türkische und arabische Berliner. Das sind die mit den prozentual höchsten Kosten und der geringsten Integrationsbereitschaft. Sarrazin: "Ich muss niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert."

An dieser Stelle hat's geknallt. Seither ist Sarrazin der Muslim-Fresser schlechthin. Aber warum eigentlich? Der Mann hat - böse, aber zutreffend - nichts anderes formuliert als das, was im letzten Integrationsbericht der Bundesregierung und in einer Berliner Migrantenstudie steht: Von allen Einwanderern sind die Muslime am wenigsten integriert. 30 Prozent haben keinen Bildungsabschluss, das Abitur schaffen nur 14 Prozent. Diese Erkenntnis ist nicht neu. Schon vor Jahren beklagte der deutsche Politologe Bassam Tibi, als Muslim in Syrien geboren, dass die islamische Integration in Europa komplett gescheitert sein. Die "europäische Leitkultur", so Tibi, habe sich bei den eingewanderten Muslimen nicht durchsetzen können.

Asiaten und Osteuropäer sind erfolgreich

Anders bei vielen anderen Einwanderern. Nehmen wir die über 20.000 vietnamesischen boat-people, Flüchtlinge aus dem kommunistischen Vietnam, die ab 1978 in der Bundesrepublik gelandet sind, mit nichts am Leib als dem nackten Leben. Sie waren keinesfalls wohlhabende bürgerliche Intellektuelle, sie waren kleine Händler und Kaufleute, die vor dem kommunistischen Terror übers Meer flüchteten. Sie waren heimatlos, konservativ, hochmotiviert, sehr bildungs- und leistungsorientiert, und ihre Kinder glänzten mit hervorragenden deutschen Schulabschlüssen. Ebenso wie viele Osteuropäer, darunter besonders die Juden aus der ehemaligen Sowjetunion, deren Kinder mit sensationellen Abiturientenquoten von 80 Prozent verblüfften, sagte stolz Paul Spiegel, der verstorbene Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. Türkische und arabische Einwanderer können da nicht mal ansatzweise mithalten, Deutsche übrigens auch nicht. Hier liegt die Abiturientenquote bei 38 Prozent.

Dass Thilo Sarrazin verschiedene Einwandergruppen miteinander vergleicht, ist absolut zulässig. (...)"

Also, Genosse Sarrazin: weiter so! Zeigen Sie den dümmlichen Gutmenschen, wo der Hammer hängt. Wenn Sie die SPD so umformen und damit endlich mal bürgernahe Politik machen, dann könnte man glatt über eine Unterstützung für diese Partei nachdenken...

uploaded

Der Inhalt des vorstehenden Artikels gibt nicht die Meinung der Redaktion von Onlinezeitung24 wieder. Für den Inhalt ist allein der Autor des Beitrages verantwortlich!
Drucken Empfehlen
Schlüsselwörter: Sarrazin | SPD | Rassismus | Integration | Sloterdijk | Sprache | Leitkultur | Bassam Tibi
Sie wollen selber einen Artikel schreiben. Kein Problem, einfach registrieren!

Kommentare

288
am 20.10.2009 16:30:02 (83.44.231.xxx) Link Kommentar melden
http://www.smilie...k/0022.gif
dieser Artikel ist ein erneuter Aufguss Ihres Sarrazin-Huldigungsbeitrags.
Er enthält viel Gutes und viel Neues- nur das Neue ist nicht gut und das Gute ist nicht neu...
Sarrazin hat sich ENTSCHULDIGT für den Müll, den er verzapft hat. Und glücklicherweise hat der ach-so-hochgelobte Banker nun den Job als Frühstücksdirektor, der im zukommt.
Anscheinend hat sein Chef etwas mehr Grips als er- und Sie!
www.smilieportal.de/midi-smileys/teufel/0012.gif
Hartmut Holz
am 20.10.2009 17:02:24 (217.80.214.xxx) Link Kommentar melden
Die MDR Sendung Fakt hat ja das Thema, um Herrn Sarazin,
noch einmal vertieft.

Und in der Tat ist zu fragen, warum im Berliner Stadtteil Neu-
kölln Deutsch mittlerweile eine Fremdsprache geworden ist.

Und warum muß Deutschland eigentlich türkischer sein als die Türkei?Shock
288
am 20.10.2009 17:28:22 (83.44.231.xxx) Link Kommentar melden
Gut, Herr Holz. Bezogen auf Neu-Kölln haben Sie sicher Recht, was Sprache betrifft. Auch ich fragte mich, was die Auswüchse in Deutschland bedeuten sollten, wenn es Klassen gibt, in denen Lehrer allen Ernstes "kanakisch" unterrichten, damit unsere deutschsprachigen Kinder mit den ausländischen Kindern kommunizieren können.
Da ist aber meiner Ansicht nach was falsch im System, man kann das nicht den Ausländerkindern anlasten, denn eine Fremdsprache erlernt man nicht in 1 oder 2 Jahren fehlerfrei.
Da ist meiner Meinung nach der Staat gefordert, hier entsprechende Lerninhalte und auch Hilfen zu bieten.
Ich kenne eine Ausländerpolitik, mit russischen Aussiedlerkindern, da wurden "Integrationsklassen" gebildet: 17:5 als Klassenschlüssel.
Aber: die 5 waren die deutschen Kinder, mit deutlich älteren Kindern (wegen des Wissensrückstands) in eine Klasse gepfercht. Recht hatte, wer am härtesten zuschlug.
Alle Aussiedler einer region wurden gebündelt in dieses Russen-Ghetto gesteckt, eine normale Verteilung sollte verhindert werden.
Genau das aber schürt die Probleme, sei es mit Russen, Polen Türken oder anderen. Diese Kinder kommunizieren untereinander nur in ihrer Muttersprache, lernen dabei kaum was. Die Lehrer verstehen nur Bahnhof.
Im Falle der o.g. Schule wurde der Direktor, nachdem er ein problematisches Kind von der Schule verwies, von einem Angehörigen des Jungen mit einem Messer getötet, weshalb der Fall in die Presse geriet.
Man will in Deutschland leider nicht wirklich integrieren, sondern man bündelt die Klassen, sodass man deutsch fast wie eine Fremdsprache hört.
Das ist IMHO das echte Problem, so auch in Neu-Kölln.
LG
GL
Hartmut Holz
am 20.10.2009 17:56:13 (217.80.214.xxx) Link Kommentar melden
Also, da bin ich ganz deiner Meinung. Und was ist eigentlich
kanakisch? Ist das nicht die Sprache der Nazis?

Also Vorsicht mit solchen Ausdrücken.
Hartmut Holz
am 21.10.2009 16:44:06 (217.80.213.xxx) Link Kommentar melden
Da hast Du völlig recht. Aber in Deutschland wird das Wort
Kanake zu einem rassistischen Schimpfwort mißbraucht.
Das ist hier leider so. Eigentlich schade.
Hartmut Holz
am 21.10.2009 18:28:06 (217.80.213.xxx) Link Kommentar melden
So ist es halt. Wir werden damit leben müssen.
Hartmut Holz
am 22.10.2009 17:42:26 (217.80.212.xxx) Link Kommentar melden
So ist es einfach. Auch sollte man alles nicht so eng sehen.Smile
Hartmut Holz
am 22.10.2009 17:51:28 (217.80.212.xxx) Link Kommentar melden
Ich begrüße die Menschen auch immer freundlich. Ein von
herzen kommendes Grüß Gott sollte immer drin sein.Smile
Hartmut Holz
am 28.10.2009 18:57:06 (217.80.219.xxx) Link Kommentar melden
Tja, das ist wirklich eine gute Frage.
Hartmut Holz
am 30.10.2009 16:36:18 (217.80.218.xxx) Link Kommentar melden
Und Herr Sarazin hat nun ja einen würdigen Nachfolger.
Es ist der Bürgermeister des Berliner Stadtteils Neukölln.

Herr Buschkowsky hat ja wiedereinmal auf die Arbeitslosen
eingedroschen. Die sind, seiner Meinung nach, alles Alko-
holiker und können nicht mit Geld umgehen.

Der Artikel von mir dazu wird ja wohl bald hier erscheinen.
Seite 1 von 6: 1 2 ... 6

Einen Kommentar schreiben







Kommentare von Nichtmitgliedern der Seite Onlinezeitung24.de müssen durch einen Bestätigungslink per E-Mail freigeschaltet werden, für Mitglieder entfällt diese Bestätigung. Diese Maßnahme dient der Diskussionskultur und soll die Kommentarfunktion vor Spam schützen. Wir bitten um Ihr Verständis für diese Maßnahme.

Seitenaufbau: 0.07 Sekunden
38,930,726 eindeutige Besuche