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Lokales: Lokale Nachrichten

Spetakuleres Urteil gegen eine Altenpflegerin

Gestohlene Maultaschen kosten den Job

In einem Streit, um Maultaschen, hat das Arbeitsgericht in Radolfzell am Bodensee jetzt ein Urteil gefällt.

Eine 58-jährige Altenpflegerin aus Konstanz verliert jetzt ihre Arbeitsstelle und das, nach Meinung der Richter, zu Recht.

Was war passiert? Die Angestellte eines Alten- und Pflegeheims, in Konstanz, hatte sechs Maultaschen, im Wert von drei bis vier Euro, abgezweigt. Und dieses war, nach der Meinung der Heimleitung, Diebstahl und hatte die Angestellte fristlos gekündigt.

Dagegen hatte nun die Altenpflegerin geklagt. Das Gericht wies diese Klage nun ab. Das Arbeitsgericht entschied, dass die Mitarbeiterin eines Seniorenheims wegen Diebstahls zurecht entlassen worden ist.

Denn diese habe gewusst, dass es generell verboten war, Essensreste mitzunehmen. Und die Behauptung der Angestellten, dass es üblich sei, dass Mitarbeiter Reste der Personalverpflegung verzehrten und das Küchenpersonal sogar dazu auffordere, dieses habe nicht bewiesen werden können.

Die Altenpflegerin hätte gesondert vorbereitete Personalverpflegung, zu einem Preis von 3,35 Euro, bestellen können. Denn der einzelne Arbeitnehmer könne nicht seinen Willen nach Gutdünken und gegen ein bestehendes Verbot über denjenigen des Arbeitgebers stellen.

Die Beklagte vermutet als Hintergrund für das harte Vorgehen gegen sie den Versuch, eine langjährige und damit teure Mitarbeiterin loszuwerden.

Auch kamen Zweifel, an diesem Urteil, von anderen Altenheimträgern. Bei ihnen ist der Umgang mit Essensresten ganz klar geregelt: Das Personal darf sich dort gegen eine kleine Gebühr bedienen.

Die Gewerkschaft ver.di hat diese fristlose Kündigung, der Frau, als "Schandurteil" bezeichnet. Denn eine Kündigung wegen einer solchen Nichtigkeit ist menschenverachtend. Auch öffnet dieses Urteil den Arbeitgebern Tür und Tor, um unliebsame Beschäftigte einfach loszuwerden.

Und der Anwalt, der Pflegerin, hält dieses Urteil ebenfalls zu hart. Er werde seiner Mandantin vorschlagen, beim Landesarbeitsgericht Berufung gegen das Urteil einzulegen.

Dagegen betonte der Vertreter des Arbeitgebers, dass die Mitarbeiterin illoyal gehandelt habe. Eine Abmahnung hätte das Vertrauensverhältnis nicht wieder hergestellt. Und nicht der Wert der gestohlenen Waren sei maßgeblich, sondern die Unehrlichkeit.

Wir dürfen also gespannt sein, wie es in diesem Fall weitergeht. Und zeigt es uns doch, wie hart die Gesellschaft in Deutschland geworden ist.

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Schlüsselwörter: Diebstahl | Maultasche | Kündigung | Urteil | Altenpflegerin
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Kommentare

Alex Mais
am 22.10.2009 13:30:13 (195.93.60.xxx) Link Kommentar melden
Über einen ähnlichen Fall wurde schon einmal hier auf der OZ24 berichtet. S. u.: Suchen = Artikelsuche Emmely.

Dies ist gängige und rechtsgültige Rechtsprechung in Deutschland. Es hat in den letzten Jahren zahlreiche ähnliche Fälle gegeben. Sei es der Bäckergeselle, der das Frühstücksbrötchen aus der Backstube nahm, sei es der Metzgergeselle, die Scheibe Wurst fürs Frühstücksbrot nahm - und, und, und...

Man mag darüber denken wie man will, wenn die Erlaubnis des Chefs nicht vorliegt, dann ist und bleibt es Diebstahl. Das Einverständnis des Chefs kann nicht vorausgesetzt werden - auch nicht, wenn dies in zahlreichen Betrieben vielleicht vom Chef genehmigte oder geduldete Praxis ist.

Hätte die ALtenpflegerin da mal vorher bei der Heimleitung nachgefragt, wäre es nie soweit gekommen.

Was hier als Bagetelle erscheint ist auch nichts anderes, als wenn in einer Diamantenmine einer der Arbeiter mal eben einen Diamanten einsteckt. Nur hier ist der materielle Schaden gleich viel höher...

Also mein Rat: Ist soetwas nicht ausdrücklich genehmigt, beim Chef nachfragen oder im Zweifelsfalle lieber stehen lassen...
  • Link geändert Geändert von OZ24 am 26.05.2013 20:21:05.
Holzi
am 22.10.2009 16:51:52 (217.80.212.xxx) Link Kommentar melden
So nachdem Motto: Die kleinen Arbeitnehmer werden, schon wegen des Diebstahls einer Frikadelle oder auch mehrer
Maultaschen fristlos entlassen.

Aber die großen Tiere, wie Herr Nonnenmacher, der Milliarden
Euro von Steuergelder einfach so verbrannt hat, darf bei
der HSH Nordbank bleiben.

Was sind wir bloß für eine ungerechte und harte Gesellschaft geworden.
Holzi
am 22.10.2009 17:55:24 (217.80.212.xxx) Link Kommentar melden
Mag sein. Aber man sollte dieses alles nicht so eng aus-
legen. Denn wieviele Lebensmittel werden, in den Alten-
heimen, einfach in den Müll geworden.

Und das ist, meiner Meinung nach, eine Schande. Und ge-
rade weil ich Christ bin wehre ich mich gegen diese Schand
urteile. Diese sind in einer Demokratie einfach nicht würdig.

Und was diesen Herrn Nonnenmacher angeht folgendes: Dieser miese Gauner und seine Komplizen der HSH Nord-
bank gehören schon lange hinter Schloss und Riegel.
266
am 24.10.2009 13:43:17 (88.68.102.xxx) Link Kommentar melden
Ich verstehe die Diskussion aus zwei Gründen nicht:

1. Geht es doch lediglich um einen Vertrag über einen Arbeitsplatz, einen solchen Vertrag kann jeder der Vertragspartner lösen, wenn ihm danach ist, innerhalb der gesetzlichen Spielregeln des betreffenden Landes. Es geht nicht ums Leben.

2. Es ist völlig moralisch ebenso wie juristisch unerheblich, ob die Sachen weggeworfen werden oder nicht. Es geht nur darum, wem sie gehören. Das Hauptproblem ist also, daß viele Menschen nicht mehr zwischen "mein" und "dein" unterscheiden wollen oder können. In diesem Fall hier kann sich die Frau doch nicht einmal auf einen Irrtum berufen, wenn der Arbeitgeber es vorher ausdrücklich untersagt hatte.

Zu Nonnenmacher u.a.: der Vergleich schlägt fehl, da ein Bankvorstand kein tariflich Beschäftigter ist. Hier gelten eben andere Spielregeln. Nonnenmacher hat nichts gestohlen.
163
am 25.01.2010 06:48:44 (95.208.96.xxx) Link Kommentar melden
Den Gang zum Landes-Arbeitsgericht kann sich die Klägerin sparen. Sie und ihr Anwalt sollten sich damit abfinden, daß in Radolfzellt im Namen des Volkes (gegen das Recht) schon "Recht" gesprochen wurde. Der Altenpflegerin rate ich sich nun nicht weiter zum Pfer machen zu lassen. Es wird ihr ohnehingn schwer fallen in ihrer Region einen neuen Job in diesem Beruf zu finden.... Arbeitnehmer die nur mündlich fragen ob sie etwas mitnehmen bzw. wegnehmen dürfen, muß man raten sich das am ebsten schriftlich bestätigen zu lassen.
163
am 26.01.2010 10:51:33 (95.208.96.xxx) Link Kommentar melden
Das ist ja mal ganz was Neues das der Kritisierer vom Dienst der zu fast jedem Artikel seinen Senf hinzugenen muß mal NICHT meckert. Ich frage mich ob CHAIM hier Tag und Nacht präsent ist um nur jedem Autor auf die Finger zu schauen ? Ich achte bisher Herr Thurow wäre der Superadministrator, hat sich das geändert ?

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