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Politik: Welt

Kuba ist nicht sozialistisch, sondern "fidelistisch"


Eines kann man mit Sicherheit sagen, Kuba wird sich verändern ohne Fidel Castro, dem Übervater, dem Allesbestimmer, den geliebten und gehassten Übervater der kubanischen Nation. Den Kuba ist nicht wie es die meisten denken sozialistisch, sondern fidelistisch! Stirbt Castro stirbt auch das System was er während seiner Lebenszeit mit eiserner Hand aufgebaut hat. Zu Kuba gehört auch der Mythos, nicht über die Zeit nach Fidel Castro nachzudenken, geschweige denn öffentlich darüber zu reden.

Jedoch ist auch der Übervater der kubanischen Nation sterblich wie wir alle und genau wie es ein ordentlicher Vater tut, ordnet auch Fidel Castro die Verhältnisse für die Zeit nach seinem Tod. Er kümmerte sich rechtzeitig um Nachwuchs. So soll sein Lebenswerk die Revolution nach seinem Tode nicht mehr wie bisher von einer einzelnen Person fortgeführt werden, sondern ein „Kollektiv“ soll das Ganze übernehmen. Vorstehen soll dem ganzen Bruder Raúl.

Dieser kann sich ja jetzt schon ein wenig in die Rolle einarbeiten, denn momentan werden vom ihm die Regierungsgeschäfte geführt, da Fidel noch immer erkrankt ist. Schon vor einiger Zeit machte auch er deutlich, dass der Tod seines großen Bruders nicht spurlos am System in Kuba vorbei gehen werde. Einen Machtwechsel schloss er aber kategorisch aus. Er bezeichnet die Zeit nach dem Tod Fidels als eine weitere Etappe der Revolution.

Eine klare Absage an alle die die denken nach dem Tod Fidels würde sich grundlegend etwas ändern. Er wolle aber einen besseren Sozialismus, einen demokratischeren. Aber auch Raúl Castro ist schon 75 Jahre alt und mit Sicherheit kein Garant für das Fortbestehen des Systems für die nächsten Jahre.

Fidel hat deswegen über Jahre einen Kreis ihm ergebener Politiker herangezogen die für Kontinuität in der Zukunft sorgen sollen. Und diese Zukunft sieht rosiger aus, als es Washington lieb sein kann. Die Wirtschaftskrise der 90er Jahre scheint überwunden zu sein, das Embargo der USA läuft ins Leere. Venezuela mit seinem Erdöl, China mit seiner Massenkonsumgüterproduktion, immer mehr linke Regierungen Lateinamerikas und neuerdings auch Iran versorgen Kuba und halten es damit auf dem Weltmarkt.

Eine verbesserte Versorgungslage wird Kuba stabilisieren auch ohne Fidel Castro. Die meisten Kubaner wollen Lebensmittel, Medikamente, ordentlichen Wohnraum und Transport, erst dann Pressefreiheit oder Menschenrechte. Auch haben viele Kubaner Angst vor einem brutalen Kapitalismus gleich dem ihrer Verwandten in Miami, Angst vor Alteigentümeransprüchen, vor einem verfallenen Sozialsystem und vor einer Goldgräberstimmung zu ihrem Nachteil.

Kuba wird sich verändern nach dem Tod Fidel Castros. Bestenfalls zunächst die Wirtschaft öffnen ähnlich wie in China, Wettbewerb zulassen, dezentralisieren, eine stabile Währung einführen. Chaos und Zusammenbruch wie in der westlichen Welt und der USA erhofft sind unwahrscheinlich.

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Schlüsselwörter: Kuba | Castro | Fidel Castro | Fidel | USA
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