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Internet: Rund ums Internet

Google fotografiert alles und jeden? Ein Verstoß gegen geltendes deutsches Recht!

"Google Street View"- Oder: big brother is watching you!

Google streetview - bb is watching you
Google streetview - bb is watching you
Wissen und Fortschritt sind an sich etwas Gutes. Manchmal jedoch unterlassen die, die Wissen sammeln und zur Verfügung stellen, sowie die, die den Fortschritt technisch und wissenschaftlich vermehren wollen, eine ganz bedeutsame Grundentscheidung: die Güterabwägung zwischen öffentlichem Interesse und privatem Interesse sowie auch die zwischen Recht und Unrecht. Manchmal gehen Menschen oder Unternehmen auch einfach den falschen Weg und verwechseln eine Holschuld und eine Bringschuld.

In Deutschland ist es klar geregelt, was Persönlichkeitsrechte sind; niemand darf z.B. von mir Fotos erstellen ohne meine Einwilligung (Persönlichkeitsrecht), und niemand darf Fotos, die ich erstellt habe, ohne meine Zustimmung benutzen oder verändern. Offenbar weiß man das bei der

Google Germany GmbH, "Google Street View", ABC-Straße 19, 20354 Hamburg

nicht oder noch nicht; per streetview-deutschland@google.com kann man den betreffenden Damen und Herren helfen, Einsicht in die deutsche Auffassung von Bürger- und Persönlichkeitsrechten zu erlangen. Die gesetzlich verbrieft sind.

Worum geht es konkret? Es geht um die fotografische Erfassung, die derzeit gerade in Deutschland vorgenommen wird. Hierbei fahren Autos mit Spezialkamera auf dem Dach durch die Republik und machen Fotografien von Straßen, öffentlichen Gebäuden, privaten Häusern, Parks, Gärten usw. - dabei kann es natürlich passieren, lieber Leser, daß Sie gerade auf dem Bild sind, beim Einkauf, bei der Gartenarbeit, in einer privaten Situation. Wollen Sie das? Wurden Sie gefragt, ob man von Ihnen Fotos machen und diese weltweit im Internet veröffentlichen darf? Von Ihrem Auto, Ihrem Garten, Ihrem Haus?

Natürlich wurde keiner gefragt - die Firma Google geht hier den einfacheren Weg, und sie bekommt sogar Geld dafür... - von Städten, z.B. von solchen mit einem Bürgermeister der SPD, der dafür auch noch 100.000 Euro und mehr zur Unterstützung von Google ausgibt, mit dem Argument, der Straßenzustand der Stadt würde damit protokolliert, das würde den städtischen Bauhof entlasten, da man dann keinen Trupp zur Streckenbegehung losschicken müsse. So geschehen in der Stadt Schwäbisch Hall (Baden-Württemberg, Region Hohenlohe-Franken).

Haller Tagblatt

Erschienen: Samstag 19.09.2009 Ressort: Schwäbisch Hall

Google fotografiert Hall

"Google Street View" heißt eines der neueren Angebote des Internet-Imperiums Google. Zu sehen sind nicht nur Landkarten oder Satellitenaufnahmen, sondern auch Ansichten von Häusern (...) Deutschland sei ein Sonderfall, sagt die Google-Sprecherin. Hier waren Datenschützer im Kampf gegen die Knipserei erfolgreicher als andernorts. Denn nur in Deutschland können sich Hausbesitzer oder Mieter schon im Vorfeld melden, um zu verhindern, dass Fotos ihres Gebäudes im Internet erscheinen. Statt eines Bildes erscheint dann ein Farbfleck. (...)

Lesen Sie weiter

Über einen gemeinsamen Bekannten erhielt ich diesen Zeitungsausschnitt von einem älteren Herrn, der vor seinem Grundstück zufällig einen solchen Wagen von Google vorfand, worüber er sich - verständlicherweise - etwas aufregte, da es sich um ein Villenviertel handelt, das ohnehin recht häufig von Einbrecherbanden aus Südosteuropa heimgesucht wird; da er weder über Fax noch über Internet verfügt, fragte er mich, was er tun solle. Darauf schrieb ich für ihn an Google soeben folgende e-Mail:

Sehr geehrte Damen und Herren,

am ... September 2009 haben von Ihnen beauftragte Personen mit einer auf ein KFZ (Opel) mit dem amtlichen Kennzeichen ......... monierten Kamera die Straße vor meinem Grundstück befahren und dabei offensichtlich fotografische Aufzeichnungen erstellt.

Hierzu teile Ihnen ich mit, daß ich mit einer fotografischen Erfassung meines Grundstückes, der darauf befindlichen Immobilien, Kraftfahrzeuge und Personen und deren weltweiten Wiedergabe im Internet nicht einverstanden bin. Es handelt sich um die unter o.g. Briefkopf befindliche Anschrift. Ferner fordere ich Sie auf, alle Bilder und Datenträger, die das o.g. Grundstück abbilden oder in elektronischer Form gespeichert haben, unverzüglich zu löschen. Bitte bestätigen Sie mir dieses umgehend, um weitere rechtliche Schritte zu vermeiden.

Im übrigen empfinde ich es als höchst problematisch und halte es auch nicht für mit den datenschutzrechtlichen Bestimmungen übereinstimmend, daß Sie diese Maßnahmen durchführen ohne vorherige Zustimmung der Betroffenen. Ihre Verantwortung und rechtliche Verpflichtung, die Zustimmung vor Verfertigung solcher Aufnahmen einzuholen, können Sie nicht abwälzen auf die Betroffenen, deren Persönlichkeitsrechte verletzt werden. Zumal dies von Ihnen nicht einmal bekannt gemacht wurde, sondern nur einem etwaigen Zeitungsleser zufällig auffallen konnte.

Aus Ihren Aktivitäten erwächst für die betroffenen Anlieger ein erhöhtes Sicherheitsrisiko, da hiermit öffentlich in breitem Umfang Daten bereitgestellt werden, die Einbrecher oder andere Kriminelle zur Vorbereitung von illegalen Aktivitäten nutzen können (sogenanntes "Ausbaldowern" der örtlichen Gegebenheiten).

Ich erwarte umgehend eine Stellungnahme und eine Entschuldigung.

MfG

Werbefilm der Firma Google zum Thema "street view"

YouTube Video

So kann man das also schönreden, locker-flockig, und alles ist ganz unkompliziert...

Doch auch andere stören sich daran:

Ist das denn wirklich funny?

Privatsphäre wird verletzt, Einbrecher können ihre Touren besser planen und vorbereiten... - aus dem letzten Libanonkrieg ist bekannt, daß die terroristischen Banden der "Hisbollah" ihre Raketen auf die zivilen Ziele in Nordisrael mit Hilfe von Google Maps und Google Earth lenkten...

YouTube Video

Angesichts der allgemeinen Angst vor der Ausspähung durch den Staat oder generell durch andere im Internet ist es doch erstaunlich, daß bei diesem Thema nicht ein Sturm der Entrüstung durch Deutschland geht und daß diese Autos nicht reihenweise angehalten sowie die Fotografen an ihrer Arbeit gehindert werden. Vor allem jedoch ist der hemdsärmlige Umgang mit dem Datenschutz seitens der Firma Google äußerst bedenklich.

Wenn vor meinem Haus jemand in dieser Weise fotografieren würde, hätte derjenige ein Problem. Ein ziemlich heftiges sogar.

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Schlüsselwörter: Google | street view | Persönlichkeitsrecht | Widerspruch | Datenschutz | 1984 | big brother is watching you | George Orwell
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Kommentare

Steinbrücks Furunkel
am 25.09.2009 09:48:31 (81.62.178.xxx) Link Kommentar melden
Privatsphäre wird verletzt, Einbrecher können ihre Touren besser planen und vorbereiten... - aus dem letzten Libanonkrieg ist bekannt, daß die terroristischen Banden der "Hisbollah" ihre Raketen auf die zivilen Ziele in Nordisrael mit Hilfe von Google Maps und Google Earth lenkten...


So wenden sich die Waffen der Zionisten gegen sie selbst.

Wem "gehört" Google? Zionisten namens Sergey Brin und Larry Page

Oberschlaumeiern, die denken alle und alles sei nur für sie da.
Steinbrücks Furunkel
am 25.09.2009 09:57:32 (81.62.178.xxx) Link Kommentar melden
Na ja, Israel hat das Problem längst gelöst. Schau Dir doch mal Israel per Google Earth an, dann verstehst Du, was ich meine... Zur Artillerie-Beobachtung durch die Pallis usw. taugt das nicht mehr sehr gut...


Aber Brin und Page haben dafür ein noch grösseres Problem:

lug amol

http://www.focus.de/digital/internet/google/internet-google-gruender-in-der-datenfalle_aid_322353.html
Steinbrücks Furunkel
am 25.09.2009 10:34:46 (81.62.178.xxx) Link Kommentar melden
Wo steht in meinem Beitrag , dass Sie Eigentümer von Google sind oder gar mit denen verheiratet?
Steinbrücks Furunkel
am 25.09.2009 11:12:36 (81.62.178.xxx) Link Kommentar melden
Rabulistik.
Der Focuslink findet sich erst auf der Entgegnung Ihrer "Google earth" -Bemerkung zu Israel.

Machen Sie sich bitte um meinen IQ nicht all zu grosse Sorgen, mir reicht er durchaus. Und für Sie ist er auch ausreichend.
266
am 27.09.2009 11:33:08 (88.68.101.xxx) Link Kommentar melden
Steinbrücks Furunkel
am 25.09.2009 10:48:31 Link

So wenden sich die Waffen der Zionisten gegen sie selbst.
Wem "gehört" Google? Zionisten namens Sergey Brin und Larry Page
Oberschlaumeiern, die denken alle und alles sei nur für sie da.

Eine seriöse Quelle für die Behauptung, Brin und Page seien "Zionisten", gibt es doch sicher auch? Aber Menschen, die die WELT oder den STERN als zionistische Blätter bezeichnen, ist ja vermutlich alles "zionistisch", was ihrer braun-antisemitischen Weltanschauung widerspricht. Für solche Zeitgenossen ist jeder Jude ein Zionist, aber natürlich.

Von daher verzichte ich gern auf Ihre verschwörungsdebile Antwort. Sie sind eine Zumutung.
266
am 24.10.2009 13:20:53 (88.68.102.xxx) Link Kommentar melden
Wink Das ist mir durchaus sympathisch. Denn die Grundlage für dieses Bekenntnis ist offenbar politisch. Religiöse Zionisten sind mir aus naheliegenden Gründen etwas suspekt, vor allem christliche religiöse Zionisten.

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