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Internet: Rund ums Internet

Das Internet zieht Betrüger an

Dabei kann man sich so leicht wehren

Klammeraffe, Rollmops, Shtrudl
Klammeraffe, Rollmops, Shtrudl
Die Firmen nennen sich großspurig ganz unterschiedlich, z.B. "Megadownload" oder "Online-Downloaden", funktionieren jedoch immer nach der selben Masche: es wird gegen Geld etwas angeboten, was man überall kostenlos bekommt. So etwas nennt man auch Betrug. Es ist nur dann kein Betrug, wenn man den "Kunden" dazu bringt, einen Vertrag zu schließen. Eventuell ist es aber dann immer noch Betrug oder doch eine Täuschung, die das vermeintliche Rechtsgeschäft als "nichtig" erkennen läßt.

Wenn man ein Programm im Internet zum Download sucht, bekommt man es in der Regel vom Hersteller direkt oder von einer bekannten vertrauenswürdigen Plattform, z.B. einer Computer-Zeitschrift. Auf diese Weise habe ich mir den Browser Mozilla Firefox besorgt, das Open-Office-Paket und viele andere Hilfsmittel wie Skype, ICQ oder andere. Kostenlos, direkt beim Hersteller!

Findige Betrüger setzen genau hier an, bei der Suche landet man nämlich auch schon einmal per Zufall auf ihren Angebotsseiten, die simulieren, man wäre auf der Download-Seite des Programmherstellers. Der Unterschied ist nur, daß man bei den Betrügern ein Formular ausfüllen muß (angeblich aus Service-Gründen usw.), was beim Original nie abgefragt wird. Wer hier also nicht aufpaßt, schließt unter Umständen einen Vertrag. Hilfe findet man hierzu bei den Verbraucherschutzverbänden, in entsprechenden Foren, aber auch bei Youtube oder bei Akte09 usw.

YouTube Video

Es geht aber auch noch dreister: manche Firmen verschicken auch Zahlungsaufforderungen, ohne daß man überhaupt auf deren Website war. Sie spekulieren möglicherweise darauf, daß man eine Rechnung über 86,50 Euro einfach mal so bezahlt. Heute hatte ich so eine Rechnung in der Post, es war sogar eine "Zahlungserinnerung". Wohlgemerkt, ich kenne die Firma nicht, habe keine Rechnung bekommen, dafür aber eine erste Mahnung, in der schon mit Anwalt gedroht wird; das ganze übrigens 21 Kalendertage nach dem angeblichen Download (den ich, wie gesagt, gar nicht vorgenommen hatte). Spätestens bei diesen Ungereimtheiten lohnt es sich also, dem Mißtrauen nachzugehen. Ich bezahle natürlich gern meine Rechnungen, aber nur bei entsprechender Gegenleistung.

Zur Veranschaulichung das Schreiben (Auszug):

  • xxx-Downloaden.de
  • Ihr Service für aktuelle Downloads
  • Kundennummer
  • Rechnungsnummer
  • x-Stadt, den 14.09.2009

  • Herrn
  • Dr. I. Maier
  • xxxxxxxxx Str. 1
  • PLZ Ort

ZAHLUNGSERINNERUNG

1 x 12-Monatszugang für xxx-downloaden.de 84,00 Euro

1 x Mahngebühr 2, 50 Euro

Ihre Anmeldung vom tt.mm.2009 unter der IP-Adresse xxx.xxx.xxx.xxx (...) hiermit befinden Sie sich im Verzug.

Leistungsklage (...) Mahnbescheid (...)

blablabla

Mit freundlichen Grüßen

Ihr downloaden.de-Team

Was mich an einer solchen "Mahnung" stört:

  1. Mein Vorname war falsch geschrieben (aus Datenschutzgründen hier abgekürzt)
  2. Mein Familienname war falsch geschrieben
  3. Ich habe keinen Download vorgenommen
  4. Ich habe keinen Vertrag geschlossen
  5. Ich habe keine Rechnung bekommen, sondern gleich eine Mahnung
  6. Die Mehrwertsteuer fehlt in der Rechnung, sie muß aber ausgewiesen sein
  7. Das Schreiben ist rückdatiert, es stammt vom 14.09.2009, der Poststempel ist jedoch vom 21.09. und der Eingang war am 22.09. - vermutlich, um Fristen zu umgehen

Daher habe ich eben gleich an die Mahnabteilung dieser obskuren Firma eine Antwort geschrieben, zeitgleich per e-mail und per Fax (14 Cent pro Minute), die ich hier wiedergebe und ausdrücklich ohne jeden Vorbehalt zur weiteren Nutzung und Verbreitung freigebe.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bestätige Ihnen den heutigen Eingang Ihres Schreibens "Zahlungserinnerung" (mit "Mahngebühr") vom 14.09.2009 (mit Poststempel vom 21.09.2009), eine vorherige Rechnung gab es bemerkenswerterweise übrigens nicht.

Da ich weder Ihre Seiten aufgesucht habe noch dort Downloads vorgenommen habe noch in irgendeiner anderen Weise, auch nicht konkludent, mit Ihnen irgendeinen Vertrag geschlossen habe, ist Ihr Schreiben gegenstandslos.

Vorsorglich widerrufe ich dennoch selbstverständlich etwa zustandegekommene Aufträge hiermit fristgerecht, sei es durch mißbräuchliche Nutzung meines Internetanschlusses, sei es durch mißbräuchliche Verwendung meiner persönlichen Daten.

Ferner untersage ich Ihnen jede weitere Kontaktaufnahme und werde diese bei etwaigem Zuwiderhandeln gegen dieses Kontaktverbot sofort den Strafverfolgungsbehörden zur Anzeige bringen. Außerdem erfolgt in diesem Fall dann Strafanzeige wegen des Verdachts auf

  • Verstoß gegen Datenschutzbestimmungen,
  • Nachstellung,
  • Nötigung und
  • Betrug
.

Ich behalte mir vor, den gesamten Vorgang an TV und Printmedien zu geben.

Mit freundlichem Gruß

Unterschrift

Auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil. Ich bin mir sicher, daß ich von dieser Firma nie wieder etwas hören werde.

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Schlüsselwörter: megadownload | onlinedownload | Mahnung | Abzocke | Betrug | Musterbrief
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Kommentare

Hartmut Holz
am 23.09.2009 18:05:22 (217.80.193.xxx) Link Kommentar melden
Das diese Medium Betrüger anzieht ist doch schon bekannt.

Also immer schön aufpassen wenn man im Netz ist.

Und immer auf die Geschäftsbedingungen achten.Smile
266
am 20.05.2010 10:25:58 (95.222.194.xxx) Link Kommentar melden
Ich bin mir sicher, daß ich von dieser Firma nie wieder etwas hören werde.
Diese Vorhersage ist übrigens eingetroffen. Wink
Hartmut Holz
am 20.05.2010 16:22:26 (217.80.198.xxx) Link Kommentar melden
Mit den Betrügerrn, im Internet, ist es aber jetzt schon besser geworden.

Denn in letzter Zeit habe ich keine betrügerischen Seiten wie Vorbereitung auf die MPU oder auch Ahnenforschung usw. mehr gesehen. Doch zwei waren noch dabei und zwar wieder Phishing Mails.

Aber ansonsten ist das Netz jetzt wirklich sauberer geworden.
286
am 20.05.2010 16:31:19 (141.76.45.xxx) Link Kommentar melden
onlinezeitung24.de auch Grin
Hartmut Holz
am 20.05.2010 16:43:27 (217.80.198.xxx) Link Kommentar melden
Und das ist gut so. Denn Betrüger und Abzocker haben im Netz und auch Zeitungen nichts zu suchen.

Und somit hat sich der Kampf, gegen diese Herrschaften doch gelohnt.

Heute bei Escher im MDR: Wie Reisende mit angeblich kostenlosen Türkeireisen abgezockt werden.
Hartmut Holz
am 21.05.2010 17:05:21 (217.80.200.xxx) Link Kommentar melden
Und Finger weg von Face Book. Denn dieser sogenannte
Dienstleiter handelt mit privaten Daten.

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