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Sonstiges: Kultur & Religion

Zum jüdischen Neujahrsfest: "Schana Towa!"

"schanah towah u'metukah!" = "Ein gutes und süßes neues Jahr!"

Rosch Haschana ©ZWJD
Rosch Haschana ©ZWJD
Am kommenden Wochenende feiern Juden auf der ganzen Welt das jüdische Neujahrsfest, "Rosch Haschana".

Nach der Zeitrechnung des jüdischen Kalenders beginnt dann das Jahr 5770; übrigens: Rosch Haschana findet 162 Tage nach dem ersten Tag von Pessach statt. Meine Kinder konnten sich das immer gut merken, da sie daran eine Quadratzahl des großem Einmaleins leicht lernen konnten (16² = 256), weil 16-2-56 einfach einer unserer familiären Geburtstage ist.

Der jüdische Kalender ist so aufgebaut, daß der erste Tag von Rosch Haschana niemals auf einen Mittwoch, Freitag oder Sonntag fällt. Das Neujahrsfest dauert zwei Tage (im Reformjudentum wird jedoch nur der erste Tag gefeiert, da ist man irgendwie sparsamer).

Die folgende Tabelle zeigt die Termine von Rosch ha-Schana der letzten und für die nächsten Jahre an. Rosch ha-Schana beginnt am Sonnenuntergang des Abends vor dem in der Tabelle angeführten Tag.
  • Jahr nach jüdischem Kalender/Datum nach gregorianischem Kalender
  • 5767 23. September 2006
  • 5768 13. September 2007
  • 5769 30. September 2008
  • 5770 19. September 2009
  • 5771 9. September 2010
  • 5772 29. September 2011
  • 5773 17. September 2012
  • 5774 5. September 2013
  • 5775 25. September 2014
  • 5776 14. September 2015
  • 5777 3. Oktober 2016

Was ist das eigentlich: Rosch Haschana?

Immer wieder werde ich von Christen oder christlich geprägten Agnostikern gefragt, was man an Rosch Haschana eigentlich feiert. Vorweg: nein, bei Juden hat das nichts mit Knallern, Böllern oder Sekt und Besäufnis zu tun. Auch Bleigießen, Glücksklee oder Schornsteinfeger spielen hier nicht die große Rolle. Rosch Haschana, wörtlich: "der Kopf" oder "das Haupt des Jahres" haben eine ganz andere Bedeutung als das bürgerlich-heidnische Silvester, an dem durch Knallen "böse Geister" vertrieben werden.

Im Judentum ist das Neujahrsfest eher ein Fest der "Innerlichkeit", eine Vorbereitung auf das "Versöhnungsfest", auf den "Jom Kippur":

Rosch Haschana

Rosch Haschana ist der Beginn des Jahres. An diesem Tag wurden Adam und Eva geschaffen. Obwohl die Schöpfung sechs Tage vor Adam und Eva begann, gilt der sechste Tag als Anfang der Welt, und Rosch Haschana wurde auf diesen Tag gelegt. Denn die Menschheit ist das Zentrum des Universums, und alles andere wurde für sie geschaffen. Nach der Schöpfung des Menschen war die Welt vollendet, und G-ttes Wille war erfüllt.

Rosch Haschana wird "Oberhaupt" des Jahres genannt, nicht nur "Anfang" des Jahres. Wie bereits erwähnt, sind die Feiertage die Wiederkehr der ursprünglichen Ereignisse an den betreffenden Tagen. So wie G-tt am Anfang die Erschaffung der Welt beschloss, so wendet er sich ihr an jedem Rosch Haschana mit neuer Kraft zu, mehr denn je zuvor, und das prägt seine Beziehung zur Welt für das ganze kommende Jahr.

So wie ein Haupt das Leben enthält und das Nervenzentrum des Körpers ist, enthält Rosch Haschana das Leben und die Nahrung des ganzen Jahres. Das ist die Bedeutung des Urteils an Rosch Haschana, und darum ist dieses Fest so feierlich. Denn es hängt von unserer "Hinwendung" zu G-tt ab, was er an Rosch Haschana beschließt: wie er mit uns umgeht und wie er uns segnet und uns gibt, was wir brauchen.

Quelle: chabad.org

Aber, ich muß es jetzt einfach mal sagen... - das Geilste an Silvester ist ja eigentlich folgendes: die meisten derer, die das feiern, wissen mal wieder nicht, was sie tun. Das bürgerliche Neujahr, an Silvester/Neujahr gefeiert, ist genau am achten Tag nach Weihnachten. Und was war an Weihnachten gleich nochmal? Richtig, da wurde Jesus geboren, der spätere Heiland der Christen.

Rosh ha-Shanah
Rosh ha-Shanah
Bekanntlich war Jesus ja Jude, einer aus dem Stamm des Königs David, also ein richtiger "Großkopfeter". Und was macht man mit Juden am achten Tag nach der Geburt? Na? Jedenfalls dann, wenn sie männlich sind? - Richtig. Man beschneidet sie. An ihrem Schniedel. Das tut nicht weh (meine Söhne haben dabei weitergeschlafen) und erfreut die Damenwelt (soweit ich weiß). Ein kleiner Schnitt für den Betroffenen, ein großer Schritt für die Menschheit. Besonders für den weiblichen Teil der Menschheit. Mehr Hygiene, mehr standing, mehr Genuß.

Tja. Es tut mir echt leid, Leute. Aber das, was Ihr am bürgerlichen Neujahrsfest feiert, ist nichts anderes als die Beschneidungsfeier des jüdischen Knaben Jeshuah ben Yosef, Sohn der Maria. Echt! Geboren am 24.12, beschnitten am 01.01., ist doch leicht nachzurechnen. Ich weiß, die Wahrheit kann schrecklich weh tun...

Damit der Schmerz sich in Grenzen hält, kommen wir lieber wieder zum jüdischen Neujahrsfest, dem Rosch Haschana.

Religiöse Juden gehen am Vorabend, am Erev Rosch HaSchana, zur Synagoge und beten um Vergebung. Daheim ist eine festliche Mahlzeit zugerichtet. Die Frau zündet die Kerzen an und, anders als sonst, taucht der Hausherr das Brot beim Brotsegen in Honig und nicht in Salz; dann wünscht man sich ein "süßes Jahr". Die Tischzeremonie beginnt mit den Neujahrswünschen, wobei symbolische Speisen gegessen werden. Apfelscheiben werden in Honig getaucht, und bei osteuropäischen Juden werden süße Möhren gegessen, da Möhren in Jiddisch Mehren heißt, was an den Segen: "Möge es dein Wille sein, unsere Rechte zu mehren" erinnert. Ebenfalls wird ein Fisch- oder Schafskopf gegessen mit den Worten: "Möge es dein Wille sein, dass wir zum Kopf und nicht zum Schwanz werden".

Quelle: Israelitische Kultusgemeinde Wien

Die Formulierung mit der kraß verkürzten Floskel "Kopf" statt "Schwanz" habe ich jetzt ganz bewußt herausgesucht für all diejenigen, die - hormongesteuert - anderen das unterstellen, was möglicherweise ihr ganz ureigenes Problem ist... - denn das ist auch ein Thema der jüdischen Glaubenspraxis: die Kultivierung der animalischen Sexualität... - davon aber ein andermal.

Feiern wir doch erst einmal Rosch Haschana, dann Jom Kippur, und dann das Laubhüttenfest.

Okay?

Schanah towah u'metukah!

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Schlüsselwörter: Jüdischer Kalender | Neujahr | Feiertage | Rosch Haschana | Gaza | gegossenes Blei
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Kommentare

266
am 18.09.2009 16:09:27 (88.68.109.xxx) Link Kommentar melden
Rabbiner Dr. Berger ist ein sehr kluger Kopf, ich habe ihn des öfteren im SDR- (heute SWR-) Radio gehört oder bei verschiedenen Vorträgen. Der zitierte nachdenkliche Text von 2004 ist eine anregende und völlig zeitlose Lektüre.

Wie ich gerade entdeckt habe, hat auch unser christlicher Bundespräsident eine Grußbotschaft zu Rosch Haschana 5770 gesandt.

Le'shana towa tikatewu!
317
am 08.09.2010 15:46:51 (80.237.225.xxx) Link Kommentar melden
An Chaim und an alle anderen Leser, die heute das Jüdische Neujahrsfest 5771 feiern, meine herzlichen Glück-und Segenswünsche:


Leschana towa tikatewu!



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Obama:Reject Prejudice, Violence, On Rosh Hashanah
317
am 07.10.2011 09:06:50 (80.237.225.xxx) Link Kommentar melden
Es tut mir echt leid, Leute. Aber das, was Ihr am bürgerlichen Neujahrsfest feiert, ist nichts anderes als die Beschneidungsfeier des jüdischen Knaben Jeshuah ben Yosef, Sohn der Maria. Echt! Geboren am 24.12, beschnitten am 01.01., ist doch leicht nachzurechnen.

Über diese Stelle muss ich auch heute noch immer wieder herzlich lachen, wenn ich daran denke, obwohl es schon wieder ein Jahr her ist, dass ich diesen Aspekt der Geschichte begriffen und gern weiterberichtet habe. Die meisten, denen man das erzählt, sind völlig erstaunt über diese einfache Tatsache. Smile

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