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Afghanen - mal wirklich ganz locker betrachtet...

Von der Wandlung eines Begriffs

Afghane (1) Loya Jirga 2002
Afghane (1) Loya Jirga 2002
Mal ganz ehrlich: woran denken Sie, lieber Leser, wenn ich hier und heute das Wort "Afghane" hinschreibe oder ausspreche? Na, das ist doch klar.

Aber bevor Sie jetzt antworten (als Suggestopäde nach Lozanov weiß ich ja längst, im Kopf haben Sie das bereits), will ich kurz etwas Persönliches erzählen: als ich, mit vielleicht 11 Jahren, damals im "Nachkriegs"-Deutschland, den Begriff "Afghane" erstmals hörte, dachte ich an "Affe" und an "Ghana"... - falls Sie sich jetzt über "Ghana" wundern - das war nicht etwa Rassismus, obwohl ich damals schon wußte, daß viele Araber und vor allem die Mohammedaner uns Juden gern als Affen bezeichnen (was den Darwinisten unter den Europäern ja wohl eher unproblematisch vorkommen wird) - sondern es lag einfach daran, daß ein Freund unserer Familie (also meiner Eltern) aus Ghana gelegentlich bei uns zu Besuch war; ich erinnere mich gern an diesen großen starken lustigen schwarzen Mann, der immer freundlich war zu uns Kindern. Und der das

Hühnchen mit allen Knochen aufaß. Wofür ich ihn bewundert habe. Außerdem roch er gut und lachte immer. Und ich weiß bis heute nicht, welcher Religion diese "black person" eigentlich anhing... - ehrlich gesagt: es interessiert mich auch nicht, nicht die Bohne. Er war nett, er war lieb, wir aßen zusammen, wir lachten zusammen, und er roch gut. Da bin ich knallharter Phänomenologe.

Wir nehmen immer das wahr, was wir wahrnehmen wollen, und wir sehen das Bekannte, das Vertraute, oder das, mit dem wir etwas verbinden können. Affen kannte ich aus dem Frankfurter Zoo. Afghanen kannte ich nicht. Heute aber, am 09.09.09 denken Sie, lieber Leser, bei dem Begriff "Afghane" an einen der folgenden Begriffe (Mehrfachnennung möglich):

Afghane (2) Hund, für Mohammedaner "unrein&qu
Afghane (2) Hund, für Mohammedaner "unrein&qu
Das ist okay und macht gar nichts. Mir jedenfalls macht das nichts aus. Auch wenn ich diesen durch das UN-Mandat gerechtfertigten NATO-Bomberangriff (ausgeführt 2.30 Uhr, nach dem Raubmord der "Taliban" um 01.50 Uhr) auf die terroristischen "Taliban", die zuvor drei Zivilisten geköpft und zwei vollbeladene Tanklaster gestohlen hatten, völlig richtig, akzeptabel und absolut cool finde... - darf das jeder anders bewerten. Man wird sehen. Man wird irgendwann auch mal draufkommen, daß nicht jeder, der nachts um halb drei einer Gruppe Terroristen Pannenhilfe leistet, kein Terrorsympathisant ist. Man wird irgendwann auch mal fragen, wieso afghanische Kinder nachts um halb drei am Fluß spielen...

Sie dürfen ja sowieso denken und sagen was Sie wollen, siehe auch grundgesetzlich verbriefte Meinungsfreiheit! Ebenso denke und sage ich, was ich will; das ist doch ein fairer deal, oder? Aber, um auf mich als 11jährigen und die Bedeutung des Wortes "Afghane" zurückzukommen, der "Afghane" war für mich damals, als die Welt noch frei war von Taliban oder al-Qaida, ein lieber, etwas scheuer, Hund, den unsere Nachbarn (er CDU-Stadtrat und Architekt, sie Vorzeigefrau und wirklich sehr attraktiv) besaßen und ausführten...

Damals nannten wir die "Afghanen" einfach noch "Windhunde" und hatten Mitleid mit ihnen; denn sie waren neurotisch und nervös, im Vergleich mit unseren normalen Terriern, Dackeln, Pudeln, Boxern und Schäferhunden. Ist das jetzt rassistisch? Egal. Bei Hunden und Katzen, Hühnern und Hamstern sprechen wir eben von Rassen, und die haben in der Tat durch Züchtung unterschiedliche körperliche wie auch charakterliche Eigenschaften.

Afghane (3) oder auch "roter Libanese"
Afghane (3) oder auch "roter Libanese"
Dann gab es allerdings noch einen weiteren Begriff, den ich anno 1968 zu lernen hatte als Deutscher mosaischen Glaubens, und das war der Begriff "Rote Libanese", auch bekannt als "Schwarzer Afghane". Mich hat das weiter nicht interessiert, weil ich nie Drogen konsumiert habe. Und mich hat es nie interessiert, obwohl sich in meiner Klasse zwei Leute den "goldenen Schuß" gegeben haben. Auch dies gehört zur Freiheit: jeder darf sich auf die Weise unglücklich machen, die ihm beliebt.

Um mit diesem Gedanken wieder zum heute meistens verwendeten Begriff Afghanistan zurückzukommen: vielleicht sollten wir wirklich jeden auf der Welt seinem eigenen Schicksal überlassen? Und damit Afghanistan jenen, die Frauen vergewaltigen und Kinder mißbrauchen? Die von einer archaischen Ziegenzüchtergemeinschaft träumen? - Natürlich, man kann über vieles aus seiner Wahrnehmung ausblenden. In Darfur hat es schließlich auch geklappt mit dem Wegsehen.

Ehrlich, ich weiß es auch nicht, was richtig ist; hinterher ist man immer schlauer. Nun ist aber mal die NATO und damit die Bundeswehr legal und von den UN legitimiert dort. Vielleicht machen die dann ihren Job endlich mal richtig? Und zwar so, daß Fahrer von Tanklastwagen nicht geköpft werden? Irgendwann muß es doch auch mal dort klappen mit der Zivilisation, inschallah.

Auf jeden Fall ist die Zeit der naiven Unschuld vorbei. Das Wort "Afghane" ist erfolgreich neu besetzt worden.

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Schlüsselwörter: Tanklastzug | Taliban | Bundeswehr | ISAF | Angela Merkel | Israel
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Kommentare

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am 10.09.2009 16:07:31 (188.193.168.xxx) Link Kommentar melden
Was will uns nun der Autor damit sagen. Das alle Menschen ein Recht auf Anstand, Tollaranz und Respekt verdienen. Recht hat er. Ähnlich erzählt es auch Peter Scholl Latour. Der sagt aber auch, daß die Strukturen noch derart im Mittelalter stecken, daß es wohl besser wäre, nicht die Polizei und Militär neu aufzubauen, sondern Frauenbrigaden, die die Macht übernehmen und die Männer aus Ihren Betten jagen. Denn Frauen sind im Sprachgebrauch keine Menschen. Nur Männer = Menschen. Den Begriff Frau in dem Sinne (als Mensch) gibt es nicht einmal. Und den Turban dann vom Kopfe und die frommen Sprüche aus der Kehle schneiden und "Kreide" zu fressen geben. Nötigenfalls Ihren "Schniedelwurz" abschneiden. Denn neue Männer braucht das Land. Mit diesen ist kein Staat zu machen, für den wir unsere Kinder dort in den Krieg zeihen lassen. Also, Pakistan unterstützen Ihre Art Demokratie zu erhalten, das Militär dort stärken, auf das die Grenzen zu Afghanistan dicht werden, die Höhlen gereinigt und die Stämme sich wieder der Regierung unterstellen. Afghanistan dicht machen und in 10 Jahren nachschauen, wen es dort noch gibt. Dann kann man ja die Zivilisation dort einführen. Wäre einst für Juguslawien auch besser gewesen. Wir haben genug Dummköpfe hier und genug Probleme. Unsere Freiheit liegt bestimmt nicht in Afghanistan gesichert. Wir haben sie ja nicht einmal hier. Wie können wir sie denn dort hin tragen?

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