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Sonstiges: Reise

Ärger mit der Airline: Gepäck verloren!

Es kann jeden treffen – Was Sie bei Gepäckverlust beachten sollten

Foto: © Dieter Schütz, Pixelio.de
Foto: © Dieter Schütz, Pixelio.de
Im Jahr 2007 gingen weltweit mehr als 42 Millionen Gepäckstücke im Luftverkehr verloren oder kamen verspätet an. Das waren durchschnittlich mehr als 115.000 täglich. Meistens sind Koffer oder Taschen betroffen, die am Flughafen aufgegeben werden. Das kostete den Flughäfen und Fluggesellschaften im Jahr 2007 rund 2,4 Milliarden Euro…

Zwar heißt es allgemein auch, dass rund 95 % des verlorenen Gepäcks innerhalb von fünf Tagen wieder auftaucht, doch hilft dies dem Reisenden kaum, besonders wenn es bei der Ankunft am Urlaubsort passiert. Zudem blieben immerhin im Schnitt täglich noch mehr als 5.750 Gepäckstücke ganz verschwunden. Das machte dann im Jahr 2007 satte 2,1 Millionen verlorene Gepäckstücke.

Laut der kürzlich veröffentlichten Statistik der IT-Firma SITA ging der Gepäckverlust bei Flugreisen im vergangenen Jahr weltweit um gut 20 % auf insgesamt 32,8 Millionen Gepäckstücke zurück. Allein auf EU-Gebiet kamen davon 4,6 Millionen Stück nicht – oder verspätet – an. Der größte Gepäckverlust bei den Airlines geschieht während des Umsteigens auf Anschlussflüge, hieß es. Dies machte 2008 49 % des verschollenen Gepäcks aus (2005 waren es noch 61 %). Der Europäische Fahrgastverband EPF schätzte, dass auf jeden 64. Fluggast ein verlorenes Gepäckstück kommt. Weltweit kam ein verlorenes Gepäckstück auf rund 3.000 Passagiere. Das wirft dann ein negatives Bild auf den innereuropäischen Flugverkehr. Erschreckend ist auch die Zahl von 16 %, die für die Gepäckstücke steht, die erst gar nicht ins Flugzeug eingeladen wurden…

Was Sie bei Gepäckverlust beachten sollten

Wertvolle Tipps im Vorfeld erhalten Sie in der Broschüre „Tipps für Reisende - Hängen geblieben?“, die von der Schlichtungsstelle Mobilität herausgegeben wurde und auch downgeloadet werden kann. Ausführliche „Tipps für Ihre Flugreise“ gibt es ebenfalls bei der Schlichtungsstelle.

Foto: © Alexander Hauck, Pixelio.de
Foto: © Alexander Hauck, Pixelio.de
Wichtig ist in jedem Fall, dass Sie den Gepäckverlust möglichst sofort bei der zuständigen Stelle melden, das heißt noch am Flughafen. Sie haben Anspruch auf Entschädigung, die durch die Airline zu leisten ist. Die Höchstgrenze liegt dabei bei 1.100 Euro, was jedoch nicht bedeutet dass Sie diese pauschal für ein verlorenes Gepäckstück bekommen. Allerdings müssen Sie den Wert des Inhalts des verlorenen Gepäckstückes belegen. Zudem natürlich auch, dass das Gepäckstück überhaupt aufgegeben wurde. In der Regel gilt ein Gepäckstück als endgültig verloren, wenn es innerhalb von (bis zu) drei Wochen nicht wieder aufgetaucht ist bzw. gefunden wurde.

Aber auch wenn das Gepäck verspätet ankommt haben Sie Anspruch auf Schadenersatz wenn Sie am Urlaubsort z.B. neue Kleidung und Toilettenartikel wie Zahnbürste, Zahnpasta usw. neu kaufen mussten. Wichtig dabei ist, dass Sie alles mit Quittungen belegen können. Ebenso zählen Fahrtkosten zum Flughafen dazu um ein möglicherweise wieder gefundenes Gepäckstück abzuholen. Sie sollten sich von allen Belegen, Meldungen und eventuellem Schriftverkehr Durchschriften oder Kopien behalten um nicht später ohne Beweismittel dazustehen.

Bei einer Pauschalreise kann zusätzlich zur Entschädigung der Reisepreis gemindert werden. Laut den Verbraucherschützern kann dies bis zu 25 % des Reisepreises pro Tag sein, an dem das eigene Gepäck nicht zur Verfügung steht. Begründet wird dies mit dem Ärger und dem zeitlichen Aufwand für die Neubeschaffung, mit dem dann auch der Wert der Reise abnimmt. Bei Pauschalreisen wenden Sie sich auch generell an den Veranstalter.

Die Schadenersatzleistungen der Fluggesellschaften machen jedoch nicht unbedingt eine Reisegepäckversicherung unnötig, da die Airlines beispielsweise nicht für Gepäck haften, dass vor dem Einschecken verloren geht oder gestohlen wird. Allerdings gibt es bei Diebstahl auch oft Ärger mit der Versicherung, die Ihnen zumindest eine Mitschuld anrechnet. Die Versicherung kann jedoch auch sinnvoll sein, wenn der Wert des Kofferinhalts die Obergrenze von 1.100 Euro deutlich übersteigt.

Die Schlichtungsstelle Mobilität war eine Ansprechpartnerin, wenn auf der Flugreise etwas schief lief. Sie wurde vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz eingerichtet und bemühte sich seit Dezember 2004 bei Gepäckverlust, Flugverspätung oder Flugannullierung mit einem Schlichtungsvorschlag eine außergerichtliche Einigung zu erzielen. Allerdings verweigern einige Fluggesellschaften die (freiwillige) Zusammenarbeit mit der Schlichtungsstelle. Dazu gehören beispielsweise auch die Lufthansa, Germanwings, Air Berlin, Tuifly, Easyjet und Rynair.

Leider läuft das Projekt „Schlichtungsstelle Mobilität“ zum 30. November 2009 aus und es können wegen der großen Nachfrage und bis zu viermonatigen Bearbeitungszeit keine neuen Anliegen zur Schlichtung mehr angenommen werden. Ab dem 1. Dezember 2009 wird es jedoch eine neue „Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr“ geben, an die Sie sich wenden können. Leider liegen dazu derzeit noch keine näheren Angaben vor. Die Adresse der neuen Schlichtungsstelle wird jedoch nach dem Bekanntwerden auf der Website der „alten“ Schlichtungsstelle mitgeteilt.

Manchmal hat man aber auch viel Glück

Mir selbst ging auf meinen vielen Flügen bisher Gott sei Dank noch nicht ein einziges Gepäckstück verloren. Im Gegenteil hatte einer meiner Mitreisenden bei einem Inlandsflug mit der Türkischen Airline in der Türkei einmal ein ganz besonderes Glück. Beim Einschecken hatte er schlicht seinen Koffer mit einer sehr teuren Fotoausrüstung vergessen und irgendwo in der Nähe des Eincheckschalters herrenlos stehen lassen. Während des Starts bemerkte er dies. Die Crew versprach den Airport zu informieren…

Der etwa einstündige Flug verlief dann für meinen Mitreisenden äußerst unruhig. Die Chancen den Koffer mit der Fotoausrüstung jemals wieder zu sehen war verschwindend gering – sollte man meinen. Doch weit gefehlt. Die Überraschung kam beim Auschecken. Dort wurde er bereits von einem Flughafenmitarbeiter erwartet. Und dieser hielt den Fotokoffer in seiner Hand.

Gibt’s nicht? So unglaublich es auch klingen mag, dies ist wirklich so geschehen! Kurz nach unserer Maschine startete vom gleichen Airport ein Kurierjet der türkischen Luftwaffe mit gleichem Ziel. Mit dieser war der Koffer transportiert worden und war dadurch einige Minuten früher angekommen als wir mit unserer alten Propellermaschine…

  1. Fotolegende: Der Weg zur Gepäckausgabe. Foto: © Dieter Schütz, Pixelio.de.
  2. Fotolegende: Vergebliches Warten am Förderband der Gepäckausgabe. Foto: © Alexander Hauck (Medienarchiv), Pixelio.de.

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Schlüsselwörter: Flughafen | Airport | Fluggesellschaft | Airline | Gepäckverlust
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Kommentare

Alex Mais
am 07.09.2009 15:16:45 (195.93.60.xxx) Link Kommentar melden
Welt online brachte kürzlich einen Bericht unter dem Titel "So wird Ihnen ohne Schlichtungsstelle geholfen". Dieser könnte interessant in der Übergangszeit sein, in der die alte Schlichtungsstelle keine neuen Aufträge mehr annimmt und die geplante neue Schlichtungsstelle noch nicht erreichbar ist.

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