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Politik: Europa

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"Deutsche Regierung wegen Hochverrat angezeigt" - das Deppen-Mantra

Schweizer Rindvieh
Schweizer Rindvieh
Ehrlich: ich mag die Schweiz.

Doch, wirklich! Ganz im Ernst! In der Schweiz gibt es schöne Berge zum Klettern und Wandern, leckere Schokolade und wunderbare Paßstraßen, ein Eldorado für Motorradfahrer; schöne Natur, gesundes Wasser, nette fleißige Menschen und eine florierende Wirtschaft. - Was allerdings natürlich eher gegen die Schweiz spricht, ist das hohe Preisniveau und der sture überhebliche Ethnozentrismus der Schweizer, auch die Sprache ist etwas gewöhnungsbedürftig, jedenfalls in der "deutsch"sprachigen Schweiz. Weiterhin etwas störend: viele Schweizer halten sich ja für was Besseres, weil sie immer "neutral" waren, dafür haben sie aber bekanntlich bestens an den Kriegen anderer verdient. Auch haben Schweizer damals gerne gegen einen ordentlichen Anteil das jüdische Gold aus Nazideutschland gewaschen, das Zahngold aus Auschwitz inbegriffen. Eine der wesentlichen Quellen des schweizerischen Reichtums.

Manchmal ist es aber rührend, wie man sich in der Schweiz um Deutschland sorgt. Bemüht, doch leider gelegentlich mit wenig inhaltlicher Substanz. Ausgerechnet in der Schweiz, in der es noch nicht so lange her ist, daß die Frauen das Wahlrecht bekamen, macht man sich jetzt ganz aktuell Sorgen um die deutsche Verfassung. Ja, man sollte es nicht glauben; als ob die Schweizer sich nicht um ihre eigenen Sachen zu kümmern hätten. Und die "Sorge", die manchen Schweizer umtreibt, äußert sich so:

Deutsche Regierung wegen Hochverrat angezeigt

Erstellt R.N. Apr 14th, 2009 gespeichert unter Ausland.

Man mag glauben das in dem "Rechtsstaat" und der "Schein-Demokratie" Deutschland alles mit rechten Dingen vor sich geht.Betrachtet man jedoch die Gesetzseslage stellt man fest das die gesamte Struktur Deutschlands auf illegalen Akten seitens der Politik beruht.

Normalerweise höre ich spätestens an dieser Stelle auf zu lesen. Warum? Nun, weil es mich manchmal etwas nervt, wenn Menschen sich über Deutschland den Kopf zerbrechen, dann aber nicht mal richtig Deutsch können. Nichts gegen die, die Schreibfehler machen (passiert mir auch), aber wer als Retter Deutschlands auftritt, sollte die Sprache schon beherrschen, und systematische Fehler entspringen eben nicht der Flüchtigkeit, sondern mangelndem Wissen. - Also muß es oben natürlich heißen "...mag glauben, (Komma) dass" und "...stellt man fest, (Komma) dass", übrigens auch nach den Regeln der neuen deutschen Schlechtschreibung. Außerdem kommt nach jedem Satzzeichen ein Freiraum, das "spatium" (englisch space, die Leertaste); es muß also heißen "...vor sich geht. (Punkt space) Betrachtet man...". Da fällt das fehlende Komma bei "Betrachtet man jedoch die Gesetzeslage, (Komma) stellt man fest" schon kaum noch auf. Auch daß es in der reißerischen Überschrift natürlich heißen muß "Deutsche Regierung wegen Verrats angezeigt", denn "wegen" steht eben mit Genitiv im Deutschen. Das "Schweiz Magazin" (auch so ein Unwort, wenn der Bindestrich fehlt) produziert also in zwei Sätzen fünf Fehler. Das ist zwar nicht schweizerische Präzision, aber es ist beachtlich. Beachtlich in seiner miserablen Qualität.

Gewiß, das alles sind Kleinigkeiten, zugegeben, aber im Kleinen sieht man eben doch, wie jemand im Großen denkt: wer bei Unbedeutendem sorglos ist, wird auch bei Bedeutendem pfuschen. Außerdem: wirre Gedanken ergeben wirre Sätze.

Die Redaktion des Schweiz Magazins erreichte eine Email, die uns auf eine deutsche Webseite aufmerksam machte mit welchen Methoden das Volk der Deutschen, der eigentliche Souverän, an der ihm im Grundgesetz zugestandenen Machtausübung massiv gehindert wird. Das geschieht sogar mit Mitteln die den Verdacht der Rechtsbeugung und des Hochverrates zulassen.

Ja, ausnahmsweise hatte ich doch weitergelesen, doch solche krummen Sätze sind wirklich ärgerlich. Die Bedeutung der Kommata scheint dem Schreiber nicht vertraut zu sein. Seine Gedanken sind wirr, seine Sprache holprig. Wie kommt so jemand auf die Idee, Leser wollten sich solchen Murks antun?

Hier einige Auszüge aus der betreffenden Webseite:

Deutschland hat bisher keinen Friedensvertrag und keine Verfassung. Das Grundgesetz ist keine Verfassung, sondern ein Interimsersatz, entwickelt auf Weisung der alliierten Besatzungsmächte nach dem 2. Weltkrieg.

In der Präambel und in Artikel 146 wurde ausdrücklich festgeschrieben, dass nach der Wiedervereinigung Deutschlands das Grundgesetz durch eine vom Volk in freier Entscheidung verabschiedete Verfassung ersetzt werden soll.

Kennen wir alles schon, das alte - von den sich dumm stellenden Verständnislosen gewollte - Mißverständnis. Für alle Belehrungsfreien daher nochmals:

Wie naiv kann man eigentlich sein?

Soweit dem Schweiz Magazin bekannt ist, hat es in Deutschland bis zum heutigen Tage keine Entscheidung des Souveräns darüber gegeben.

Die Übertragung der Rechtsstaatlichen Ordnung bedarf einer originären Verfassung, die nach Art. 146 GG vom Volk in freier Abstimmung verabschiedet werden muss und auch dies ist bis jetzt nicht geschehen.

(...)

Sogar das Bayrische Landeskriminalamt weist auf seiner Internetseite darauf hin das es zu ihren Obliegenheiten gehört, Strafanzeigen wegen Hochverrat nachzugehen

Ja ja, das Amt und "ihre" Aufgaben. Es ist schon schwer, den Überblick zu behalten, was? So schwierig, daß man sogar den Punkt am Satzende vergißt. Das fehlende Genitiv-s hatten wir ja schon erwähnt.

Und dann dieses ode blöde Hintergrundgefasel, es gäbe keinen Staat Deutschland mehr ("BRD ist kein Staat - Das Grundgesetz ist erloschen")! Wer sich intellektuell derartig schwachbrüstig einläßt, der übersieht, daß es nicht einmal konstitutiv notwendig wäre für einen Staat, eine explizite Verfassung zu haben.

Jeder Versuch den Souverän an der Ausübung seiner Macht zu hindern, stellt eines der schwersten Verbrechen in einer "Demokratie" dar und muss überall mit aller Härte des Gesetzes bestraft werden.Für Schwerstkriminelle kann es kein Pardon geben und niemand möchte bald in der Haut derjenigen stecken die diese Verbrechen begangen haben.

Fragt sich jetzt nur, auf welcher Rechtsgrundlage das geschehen soll, wenn wir doch nicht einmal eine Verfassung haben. Aber es ist wirklich rührend, wie man sich in der Schweiz um das Wohl Deutschlands sorgt. Wer solche Freunde hat, der braucht keine Feinde mehr.

Wie gesagt: ich mag die Schweiz.

Doch, wirklich! Ganz im Ernst! Schöne Berge zum Klettern und Wandern gibt es aber auch in Italien, Frankreich, Österreich und Deutschland, leckere Schokolade und wunderbare Paßstraßen gibt es überall, Motorradfahrer kennen bessere Touren; schöne Natur, gesundes Wasser, nette fleißige Menschen und eine florierende Wirtschaft findet man auch anderswo. Und solche Schmutzfinken wie den Ingenieur Dr. Erwin Kessler, der seit Jahrzehnten unter dem Deckmäntelchen des "Tierschutzes" mit gefälschten Videos gegen Juden hetzt, gibt es ja ebenfalls überall.

Hand aufs Herz: ich mag die Schweiz. Aber eben nur als Transitland.

  • Übrigens:
Eine weitere Quelle für den gesammelten Schwachsinn hat freundlicherweise, am 20.08.2007,
  • Gert Flegelskamp
  • Rhönstr. 17
  • 63071 Offenbach
  • 12.05.2008
  • Mail: gert@flegel-g.de
unter dem Titel "Zweites Schreiben an Bundesanwaltschaft" ins Netz gestellt. - Mein Rat: lesen und lachen!

  • Bildnachweis:
"Ich erzähle euch was" ©Katrin Weyermann Bötschi/pixelio
  • Hinweis:
Die rot markierten Anmerkungen in den zitierten Texten sind nicht im Original enthalten.

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Schlüsselwörter: Schweiz | Retter | Dummdeutsch | Verfassung | Grundgesetz | Bundesverfassungsgericht | KRR | KRR-Deppen | BVerfG | Generalbundesanwaltschaft | Generalbundesanwalt | Hochverrat
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Kommentare

288
am 08.12.2009 12:03:23 (217.168.6.xxx) Link Kommentar melden
Auf meiner Bewertungsskala für Artikelprüfung hast du 99 von 100 Punkten erreicht.
Den einen hab ich dir für die fehlenden Ö-Tüpfelchen abgezogen, suchen musst du selber.
Klasse geschrieben, lesenswert.
Wenn wir auch sonst bei denen Kommentaren, die ich oft als sehr publicitygeil empfinde, keinen gemeinsamen Nenner finden, so bin ich doch in der Lage, auch hier zu differenzieren zwischen einem gut gemachten Artikel und effektheischendem BlaBla aus Langeweile.

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