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Was darf man eigentlich (noch) sagen?

Die Unbestimmtheit der Wörter und der vergebliche Versuch, politisch korrekt zu sein

Hambacher Fest, schwarz-rot-gold
Hambacher Fest, schwarz-rot-gold
Die Gedanken sind frei...? Denkste! Denn unmerklich - oder jedenfalls von den meisten Menschen unbemerkt - haben politische Gruppierungen, politische Schönfärber und intelligenzfreie Journalisten die Sprache ausgehöhlt und sie als trojanisches Pferd für ihre Ideen mißbraucht. Sprachkritiker wie Bastian Sick verdienen dann damit wieder Geld, indem sie Bücher zur Nachhilfe in Deutsch schreiben, obwohl man das alles ja in der Schule hätten lernen können.

Mal ein ganz harmloses Beispiel: jeder weiß, was eine Steigerung ist: dumm, dümmer, am dümmsten. Das ist nicht schwer. die Grundform ("Simplex") ist "dumm", die Steigerung ("Komparativ") dann logischerweise "dümmer", und die höchste Steigerung ("Superlativ"), danach kommt nichts mehr, ist dann "am dümmsten". Dümmer geht's sozusagen nimmer! Sollte jeder wissen, denkt man. Doch weit gefehlt! Denn es gibt ja zusammengesetzte Wörter wie "naheliegend" oder "meistgespielter" Musiktitel... - und jetzt geht's erst richtig los. Vor ein paar Tagen hörte ich einen TV-Journalisten in einer Sendung sagen, ein bestimmter Künstler sei

"der meistgespielteste" Schlagersänger.

Ooops! Was ist das? Ein Super-Superlativ? Gespielt, gespielter, am gespieltesten? So wie "naheliegend", "naheliegender", "am naheliegendsten"? Quatsch. Mehr liegen als liegen geht nicht, es heißt natürlich naheliegend, näherliegend, nächstliegend. Und man kann "verspielter" sein, nicht aber "gespielter"... Jener "Journalist" wollte also sagen, derjenige sei ein besonders oft oder der am häufigsten gespielte Schlagersänger...

Kommen wir aber zum Wesentlichen. Neben all diesem Dummdeutsch versucht man uns Wörter beizubringen wie "freigesetzt" für arbeitslos, "Humankapital" für abhängig beschäftigte Menschen oder andere solcher mentalen Flatulenzen... Hier beginnt aber bereits die Frage der politischen Korrektheit. Darf man das N-Wort sagen? Nein, natürlich nicht. Das hieß politisch korrekt in den 70ern und 80ern "Farbiger" (verpönt war "Schwarzer"), nun ist es umgekehrt: als rassistisch verpönt gilt "Farbiger", nun heißt es politisch korrekt bzw. gutmenschlich statt dessen "Schwarzer". Vermutlich auch dann, wenn der "Schwarze" eher braun, mokkafarben oder milchkaffefarben ist? Ein schwieriges Thema, fürwahr! Die Berufsvertretungen von "Prostituierten" nennen sich zwar selber "Huren", aber sowohl "Nutte" als auch "Hure" gelten als Schimpfwort, wie gut, daß unsere holländischen Nachbarn (Autoverhuur = Autovermietung) das nicht wissen...

Auch in Deutschland kennt man sich ja mit Tabuwörtern aus, früher war "Ossi" erlaubt, Otto Waalkes sei Dank. Dann aber kam der Fall der Mauer, und die ehemaligen "Brüdern und Schwestern in der Zone" wandelten sich zu "Ossis", die sich sprachlich dann an den "Wessis" rächten. Die Ossis(1) (Niedersachsen) und die Ossis(2) (FNL) mußte man natürlich streng unterscheiden von den "Ötzis" (Österreichern) und von den "Aussis" (Australiern); alles sehr interessant, doch es bringt uns nicht weiter in der Frage, was ist erlaubt, was nicht? Und vor allem: wer legt das fest?

Den Ausdruck "Kameltreiber" z.B. sollte man nicht verwenden, obwohl das einen ehrbaren Ausbildungsberuf meint, auch das Wort "Paki" wird eher als negativ konnotiert, weswegen sich ein Mitglied des britischen Königshauses ja einmal entschuldigen mußte. Dagegen ist das Wort Jude im Deutschen kein Schimpfwort (jedenfalls nicht aus jüdischer Sicht!), wenngleich sich in Polen und Rußland besonders gern Parlamentarier, die keine Juden sind, gegenseitig als "Juden" beschimpfen, es ist schon kompliziert.

Bleiben wir im Mittleren Osten! Darf ich einen Perser (der "farsi" spricht) "Perser" nennen? Oder ist es beleidigend, weil es mit "Perverser" verwechselt werden könnte? Und darf ich "Konstantinopel" sagen? Oder noch lieber "Byzanz"? Gefällt mir einfach besser als "Istambul", daher bleibe ich ja auch bei "Bombay", auch wenn es neuerdings politisch korrekt "Mumbay" heißt. Bei Ceylon bleibe ich übrigens auch, schon wegen des Tees; mit "Sri Lanka" kann ich einfach nichts verbinden.

Soweit, so gut. Nun heißen bekanntlich die jüdischen Palästinenser "Israelis", obwohl es natürlich auch einige wenige christliche und mohammedanische Israelis gibt. Apropos, natürlich kann man Mohammedaner sagen, man sagt ja auch "Christen", beides bezeichnet die Anhänger von "Religionsstiftern". Wenn ich nun aber "Israelis" sagen kann, darf ich dann auch "Pallis" sagen? Oder ist das so "rassistisch" wie Ossi, Schweini oder Schumi?

Ehrlich, ich weiß es nicht. Morgen ist sowieso wieder alles anders. Ich mache das einfach so: ich sage, was ich denke. Und ich meine es so, wie ich es sage. Bei anderen mache ich es so: ich höre, was Du sagst. Und ich denke mir, was ich will.

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Bildnachweis: Briefmarke Deutsche Bundespost Wikipedia / publik domain

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Kommentare

am 18.08.2009 19:32:48 (79.227.81.xxx) Link Kommentar melden
Eine gute Idee wäre es doch, zu fragen! Fragende Menschen kommen sicher besser an, als Menschen, die unreflektiert und/oder frei von Bewußtsein Sprache und Begrifflichkeiten verwenden!
So einfach ist das Leben!
Glaubst Du, daß definierte "Spastiker-innen" jubeln, wenn sie auf der Straße, auf Schulhöfen, und dies war vor 30 Jahren auch schon zu vernehmen, "Ey Du Spasti!" hören? Darüber denkt offenbar kein Mensch nach...! In diesem Falle könnte ich ja die betreffende Person bei einer Begegnung fragen, ob es in Ordnung sei, sie oder ihn "Spasti" zu nennen! So einfach ist das!
Nur keine Scheu! Nur fragenden Menschen kann geholfen werden!
am 18.08.2009 23:12:39 (79.227.81.xxx) Link Kommentar melden
Lach...habe ich nicht so funktioniert, wie der Herr es wollte...lach!
Steinbrücks Furunkel
am 18.08.2009 23:35:13 (79.216.49.xxx) Link Kommentar melden
Wieder so ein minderbemittelter Erguss vom Wurmfortsatz der Charlotte Knobloch.
Eigentlich unerträglich. Perser oder Perverser, bei Liza Fitz geklaut. Geistiges Plagiat in primitivster Form.
Und diese Wurst faselt beständig etwas von sinnfrei.

Bei der circumcision muss einiges an Gehirn mit abhanden gekommen sein.
am 19.08.2009 10:04:53 (79.227.81.xxx) Link Kommentar melden
Wieder für mich ein Beweis der Verhöhnung von Medikamentenopfern, denn scheinbar bist DU nicht in der Lage, den Zusammenhang, des konkreten Beispiels, verstehen zu können, denn das hat definitiv NICHTS mit Wehleidigkeit zu tun...lach, wer lesen UND das Gelesene verstehen kann, ist klar im Vorteil Thomas Terfurth!
In Deinem Artikel sprachst Du über Definitionen, die nicht einhellig verwendet werden von Menschen ÜBER andere Menschen, die aber sich nicht mit den Befindlichkeiten der Definierten auseinandersetzen!
Da paßte das angeführte Beispiel sehr wohl dahin, denn Definitionen über andere Menschen, die nicht die Zustimmung Derer erhalten, sind mehr als NUR eine "Beleidigung", sie sind Menschenrechtsverletzung!

Ob das "Ruth-Cohn-Institut" so begeistert ist von Deiner "Fragetechnik" und "Rhetorik", die Du hier zum Besten gibst, wage ich zu bezweifeln! Ich finde, Du bringst dieses Institut, mit Deiner Art und Weise, des hier von Dir selbst präsentierten Kommunikationsstils in Mißkredit, denn als Graduierter, der TZI lehren darf, solltest da schon meiner Meinung nach eine gewisse Verantwortung übernehmen!
am 19.08.2009 15:01:04 (88.68.102.xxx) Link Kommentar melden
Ich bin höflich, schüchtern und zurückhaltend. Frauen mögen das normalerweise. Vor allem meine. Und nur das zählt.

Sehr schön gesagt. Grin
288
am 23.12.2009 18:18:23 (95.169.238.xxx) Link Kommentar melden
Chaim, deine Versuche, hier zu jedem Thema rassistische Tendenzen zu platzieren, ist schon echt lächerlich:
Zum Beipiel anläßlich der politischen Korrektheit im Zuge der vorgeschriebenen arabophilen Islamomanie.

Nur, weil man nicht deiner Meinung ist muss man weder arabophil noch antisemit sein. Dazwischen gibt es noch ganz viele Zwischenstufen.

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