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Internet: Kuriositäten

Bald keine Privatverkäufe mehr über Ebay möglich?

Immer neue Änderungen für immer mehr Ebay-Profit vergraulen bald endgültig die Privaten

Grafik: © Axel Ertelt
Grafik: © Axel Ertelt
Am 13. August erhielten die Ebay-Mitglieder wieder einmal mehr eine Information über „Verbesserungen“ (zu Gunsten des Profites von Ebay), die man den Mitgliedern als „Servicequalitätsverbesserungen für Käufer“ unterjubeln will. Außerdem wird jetzt immer klarer: Private Verkäufer sind unerwünscht!

So heißt es zu Beginn der Mitteilung: „In den letzten 18 Monaten haben wir das Einstellen auf eBay noch günstiger und die Abwicklung der Verkäufe noch effizienter und schneller gestaltet. Denn nur wenn Sie als Verkäufer beständig guten Service bieten, haben Sie die Grundlage für den bleibenden Erfolg ihres Geschäfts gelegt.“

Ein „Geschäft“ haben nur gewerbliche Verkäufer – Private sind eben privat, denn hätten sie ein „Geschäft“, dann wären sie nicht mehr privat! Warum diese ganzen Änderungen – nun schon laufend seit mindestens zwei Jahren immer wieder eingeführt? Die Antwort liegt auf der Hand, wenn man sich die Änderungen und Tipps, die Ebay gleichzeitig dazu gibt, genauer anschaut: Ebay will mehr verdienen, mehr Profit machen. Und das geht eindeutig auf Kosten der Privaten, die Ebay einst zu dem gemacht haben, was Ebay heute ist.

So werden jetzt auch neue Mindeststandards für „alle Verkäufer“ eingeführt, damit diese auch die neue, von Ebay eingeführte Servicequalität erreichen. Diese wird über die detaillierten Verkäuferbewertungen von Ebay nach den ebayeigenen Maßstäben gemessen und spielt eine entscheidende Rolle beim Ebay-Status des Verkäufers. Danach wird dann auch der neue Status der „Verkäufer mit Top-Bewertungen“ errechnet. Deren Angebote erscheinen dann in der Artikelsuche ganz vorne. Ist ja klar, dass dieser Status nur von den ganz großen, gewerblichen Verkäufern erreicht werden kann, die täglich Dutzende oder gar Hunderte Artikel verkaufen. Je kleiner der Verkäufer ist, je weiter hinten erscheinen seine Angebote bei der Suche. Die Privaten, die da nur mal ab und zu etwas anbieten, haben kaum noch eine Chance über die Artikelsuche gefunden zu werden.

Um den Verkäufern die Erhöhung ihres Qualitätsstandards zu erleichtern gibt Ebay dazu viele Tipps. Unter anderem auch diese:

  • „Laden Sie viele Fotos hoch und zeigen Sie Ihren Artikel aus allen Blickwinkeln. Klar doch, ab dem zweiten Foto kassiert Ebay bereits kräftig bei der Artikeleinstellung mit, denn nur das erste Foto kann kostenlos eingestellt werden! Und diese Gebühren sind Ebay sicher, egal ob der Artikel verkauft wird oder nicht.
  • Verwenden Sie einen Versandservice, bei dem die Sendung verfolgt werden kann, und teilen Sie dem Käufer die Sendungsnummer mit. Ja sicher, dass geht aber nur mittels teurem Einschreiben oder dem nicht weniger teuren Paketversand. Da sind Ihnen die Kritiken und Beschimpfungen der Ebay-Mitglieder als „Versandkostenabzocker“ gewiss. Die Folge ist eine negative Bewertung, mit der Sie im Status bei Ebay noch weiter nach hinten rutschen!
  • Bieten Sie nach Möglichkeit kostenlosen Versand an. Schlagen Sie die Versandkosten gegebenenfalls auf den Verkaufspreis auf. Auf diese Weise erhöhen Sie nicht nur die Attraktivität Ihrer Angebote, sondern sichern sich auch zufriedene Kunden. Da es sich – dank der permanenten Ebay-Änderungen – gerade für die Privaten immer schlechter verkaufen lässt, ist diese Empfehlung von Ebay für die Privaten absolut tödlich. Nur Ebay verdient fleißig.

Um das Risiko von Kosten ohne Verkaufserlebnis zu vermeiden bleibt da nur die „Ein-Euro-Volksauktion“, die jedoch den Nachteil hat, dass damit gerechnet werden muss den Artikel auch für einen Euro verkaufen zu müssen. Bei solchen Auktionen lässt sich der Versand einfach nicht im Verkaufspreis unterbringen. Außerdem würde Ebay dann ja auch noch prozentual von den Versandkosten gleich zweimal kassieren, nämlich einmal durch eine dabei möglicherweise höhere Einstellgebühr und auf jeden Fall bei der Verkaufsprovision, denn die Versandkosten sind Bestandteil des Verkaufspreises. Das wiederum bedeutet, dass der Verkäufer die Versandkosten – zu Lasten des Käufers – höher einkalkulieren muss, als wenn diese separat ausgewiesen wären. Dieser Unsinn ist also ausschließlich ein kommerzieller Ebay-Vorteil! Bei Ebay sitzen eben keine Dummköpfe, die so etwas aushecken…

Und so heißt es dann abschließend in der Ebay-Mitteilung: „Mit diesen Änderungen möchten wir Käufern ein noch besseres Einkaufserlebnis auf eBay bieten und Verkäufer mit ausgezeichnetem Kundenservice besonders belohnen.

Richtiger hätte es heißen müssen: „Mit diesen Änderungen wollen wir (also Ebay) unseren Mitgliedern (Käufern und Verkäufern gleichermaßen) noch mehr Geld aus der Tasche ziehen und unseren Profit steigern!

Warum sonst sollten immer mehr Mitglieder bei Ebay weggehen und sich bei alternativen Verkaufs-Plattformen – wie beispielsweise www.hood.de – anmelden? Da gibt es nämlich weder eine Einstellgebühr, noch eine Verkaufsprovision zu zahlen…

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Schlüsselwörter: Ebay | Hood | Hood.de | Internet | Online-Auktionshaus | Onlineauktionen | Ebay-Plattform | versteigern | anbieten | verkaufen | kaufen
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Kommentare

Franz
am 18.08.2009 09:13:25 (188.192.5.xxx) Link Kommentar melden
Absolut richtig, ich hatte ca. 5 Monate nichts bei Ebay eingestellt, wollte jetzt etwas verkaufen und war erschrocken über diese ganzen neuen Regeln. Als Beispiel, wenn man Omas Kaffeekanne ab 1,-- Euro anbieten will, ist die Verpackung und der Versand derselbigen aufwendig. Wenn nun nur ein Bieter 1,-- Euro bietet, darf ich ihm dann die Kanne inkl. Porto+Verpackung dafür senden...
Bei Ebay sitzen derzeit Möchtegern Manager, ich denke der Aktienkurs in 2 Jahren wird es zeigen! Denn echte gute Handelsportale für gewerbliche Anbieter wie z.B. Amazon kann Ebay niemals schlagen. Na ja, Lycos und Yahoo waren auch mal als Tiger abgesprungen und sind dann als Bettvorleger gelandet... Ich sehe das ganze als Riesenchance für Hood & Co. Drücken wir privaten da mal die Daumen - jedenfalls ich mache bei Ebay nichts mehr - nicht mal mehr Einkäufe, weil ich zwischen den ganzen Handyfolien, Fotoakkus und sonstigem Kram meine gesuchten Teile eh nicht finde.
Sal
am 27.10.2013 21:26:25 (91.38.249.xxx) Link Kommentar melden
Nun sind seit dem letzten Kommentar gut 3 Jahre vergangen aber ebay gibt es (leider) immer noch und ich habe selber noch kein vergleichbares Auktionshaus was sich weltweit und auch mit Gebrauchtwaren brüstet gefunden was schade ist.
Mittlerweile gehen mir die Allüren bei ebay auch gehörig auf die **** und habe diesem, wie es sich selber bezeichnet 'attraktivem' Handelshaus den Rücken gekehrt.
Ich als Künstler verkaufe selten was und das auch nur um meine Kunst und vielleicht mal hier mal da was zu gönnen was sonst nicht gehen würde.
So 50€ extra im Monat sind viel wenn man sonst nichts hat.
Aber durch diese Regeln die Ebay aufstellt und das doppelte und dreifache Kassieren ist eine Zumutung für jeden Verkäufer, egal ob privat oder gewerblich. Ich muss dazu aber auch mal die Gesetze des deutschen Staates verurteilen der meint gleich jede Person als gewerblich ab zutun die ein paar Dinge im Monat verkauft um etwas mehr Geld in der Tasche zu haben. Wenn jemand nun einen Kob hat und normal seine Steuern bezahlt kann man ihm es doch aus ethischer Sicht nicht noch die 50 - 100€ die man sich nebenbei verdiehnt als 'Gehalt' anrechnen. Das ist ja wohl mehr ein Taschengeld.
In der Hinsischt hat der Staat also zwar eine Idee gehabt, diese aber nicht zuende gedacht. Ebay nutzt diese Gesetze sogar aus um Kunden abzumahnen. Leute die in einer gewissen Zeit viel verkaufen, selbst wenn es nur alter nicht gewinn-einbringender Plunder ist, fallen bei Ebay ins Auge wenn sie dies als Privatverkäufer tun. Ebay verdächtigt diese Leute des illegalen unangemeldetem gewerblichen Handels und mahnt die Kunden ab. Anwaltskosten kommen dann auf diese zu, oder sie können sich als zweite Chance als gewerbliche Verkäufer wieder anmelden und eine Unterlassungserklärung abgeben, was sie auf keinen Fall tun sollten. Beides kann sehr teuer werden denn wer erstmal als illegal gewerblich handelnder Verkäufer angeklagt wird, hat selten eine Chance bei einem Richter, da diese in den meisten Fällen zugunsten Ebays´urteilen was ich für höchst kritisch halte, denn hier hat eigentlich generell der Staat die Aufgabe klarere Regeln auf zu stellen, sowie die wirtschaftenden zu unterstützen, anstatt sie zu knechten. Ein Geschäftsmann der in seinem Tun noch Begünstigungen erhält weil er ein kleiner Händler ist, oder ein Neustarter, ist um Meilen besser als eine insolvente Person die nun abhängig ist von HarzIV.
Und das passiert leider viel zu oft.
Nun, nicht ebays Aufgabe, aber diese Abzocke muss auch nicht sein.
Nachdem ich 2 Fälle in einem Monat hatte, beschloss Ebay auf ein mal alle meine erhaltenen Zahlungen für 21 Tage einzubahlten. Angeblich sollte dadurch der Verkäuferschutz verbessert werden und es sei verkaufsfördernt.
Ich dachte ich lese nicht richtig aber das stand bei Paypal in meinem Konto ganz oben. Ich musste also das Porto erst aus eigener Tasche vorstrecken und dann die Ware als verschickt markieren. Ich tat dies auch, und habe gelesen das paypal dir das Geld schneller auszahlt wenn man all dies tut oder eine Positivbewertung erhält was auch bei allen Artikeln nach kurz oder lang der Fall war.
Nun passierte dennoch nichts, das Geld kam nicht schneller sondern hing 3 Wochen dort irgendwo unerreichbar herum. Ich konnte nicht mal meine Ebayrechnung bezahlen ohne was noch wo anders zu verkaufen, was ich garnicht tun wollte. Somit kann man schon von Nötigung im großen Stiel sprechen, denn mit Verkäuferschutz hat das garnichts zutun, eher mit Käuferschutz, und verkaufsfördernt ist das auch nicht, denn mich sind sie los!
OZ24
am 28.10.2013 12:33:15 (83.221.81.xxx) Link Kommentar melden
So lange das Verkaufsportal so läuft wie es jetzt läuft dann wird Ebay das machen was es für richtig hält. Ob es das dann auch ist steht auf einem ganz anderem Blatt. Wie immer hat es der Verbraucher selber in der Hand, aber ich wage zu behaupten, dass sich nicht viel bewegen wird, sind wir Deutschen doch so elendig lahmarschig. Wir lassen uns einfach zuviel gefallen.

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