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Ausgesetzt + alleingelassen – Nach der DB setzt nun Air Berlin Kinder aus

Praxis der Deutschen Bahn machte Schule – Air Berlin verweigerte 14jähriger die Beförderung

Foto: © Kurt Bouda, Pixelio.de
Foto: © Kurt Bouda, Pixelio.de
Wer erinnert sich nicht mehr an die berechtigten Negativ-Schlagzeilen über die Deutsche Bahn (DB), die von Oktober bis Dezember 2008 nicht mehr abrissen? Eine verantwortungslose Schaffnerin hatte im Oktober eine 12jährige bei bereits anbrechender Dunkelheit aus dem Zug geschmissen. Das alles wegen 2,90 Euro. Das Mädchen hatte sein Portemonnaie vergessen in dem sich auch die Fahrkarte befand. Sie musste bei fortschreitender Dämmerung fünf Kilometer mit einem schweren Cello auf dem Rücken nach Hause laufen. Man mag nicht daran denken, was da alles hätte passieren können – zumal sich zuvor in dieser Gegend bereits ein Überfall auf eine Mutter mit Kind ereignet hatte.

Angeblich dürfen Minderjährige nicht wegen einer fehlenden Fahrkarte aus dem Zug verwiesen werden – so die Bahn. Und dennoch, bereits im November passierte der nächste Fall. Mitten auf der Fahrstrecke warf ein verantwortungsloser Zugbegleiter eine 13jährige aus dem Zug weil sie ihren Schülerausweis vergessen hatte. Zudem hatte sie weder Geld noch ein Handy dabei, mit dem sie hätte zu Hause anrufen können. Die Bitte des Mädchens an den Zugbegleiter mit dessen Diensttelefon die Mutter zu benachrichtigen, damit diese sie abholen könne, wurde vom Zugbegleiter (an dessen Kompetenz gezweifelt werden darf) strikt verweigert. Der bestand darauf dass sie den Zug verließ, ohne Geld, ohne Handy, 42 Kilometer von zu Hause entfernt!

Eine Bahnsprecherin, die den Vorfall bestätigte, sagte: „Der Kundenbetreuer hat sich eindeutig nicht korrekt verhalten.“ Als ich diese Worte las musste ich lachen. Da ist die Rede von einem „Kundenbetreuer“! So betreut man doch keine Kunden! So jemand hat seinen Beruf eindeutig verfehlt. Kundenbetreuung bedeutet auch Verantwortung! Das Verhalten des „Kundenbetreuers“ war aber alles andere als verantwortungsvoll, es war eindeutig verantwortungslos…

Wieder nur einen Monat später, im Dezember, kurz vor Weihnachten: Drei Kinder im Alter von neun, elf und zwölf Jahren mussten alleine – ohne ihre Mutter – mit der Deutschen Bahn fahren, weil diese vom Schaffner aus dem Zug geworfen war. Die Frau hatte vergessen das Verbundticket zu entwerten. Der Schaffner weigerte sich dann dies während der Fahrt nachzuholen und warf die Frau kurzerhand aus dem Zug… Mitreisende und die Bahnpolizei mussten sich dann erst einmal um die Kinder kümmern, die ihre Mutter erst zu Hause wieder sahen.

Hat da noch jemand Lust mit der Bahn zu fahren? Oder gar seine Kinder der Bahn und ihrem unfähigen Personal anzuvertrauen? – Naja, es gibt auch andere Zugbegleiter, die korrekt und ehrenwert sind. Diese sind sicher in der Mehrzahl. Aber bei solchen Negativschlagzeilen innerhalb kürzester Zeit…

Jetzt verweigert auch Air Berlin die Beförderung Minderjähriger

Wie jetzt aktuell bekannt wurde hat eine Flugbegleiterin der Air Berlin einem 14jährigen Mädchen nach dem ordnungsgemäßen Einchecken und bei ordnungsgemäßem Vorhandensein aller Papiere am 6. August 2009 verweigert das Flugzeug zu betreten. Sie wurde von Air Berlin auf dem Flughafen von Brindisi in Italien mutterseelenallein zurück gelassen.

Das Mädchen, das die italienische Staatsbürgerschaft hat, war zu Besuch bei ihrem Vater gewesen und wollte zurück zu ihrer Mutter nach Hamburg fliegen, wo sie normalerweise lebt und zur Schule geht. Sie ist die Strecke schon häufig allein geflogen, denn sie besucht ihren Vater bis zu viermal im Jahr. Noch nie hatte es Probleme gegeben. Die Flugbegleiterin sagte der Mutter am Telefon, das Mädchen sei italienische Staatsbürgerin und dürfe nicht nach Deutschland fliegen. Warum, dass weiß allein die offenbar überforderte Flugbegleiterin (und vielleicht noch die Götter). Auch dem italienischen Konsulat, das auf Bitten der Mutter im Nachhinein die Papiere prüfte, ist ratlos, Es gab keinerlei Grund das Mädchen nicht mitfliegen zu lassen!

Fotolegende: Flugzeug der Air Berlin. Foto: © Kurt Bouda , Pixelio.de.

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Schlüsselwörter: Deutsche Bahn | DB | Air Berlin | ausgesetzt | rausgeschmissen | allein gelassen | Schaffner | Zugbegleiter | Kundenbetreuer | Flugbegleiter | Stewardess
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Kommentare

Alex Mais
am 14.08.2009 14:45:45 (195.93.60.xxx) Link Kommentar melden
Ja, leider ist es so, dass nur sehr wenige Menschen überhaupt den Mut aufbringen - nur um einfach mal zu protestieren, geschweige denn einzugreifen. Die meisten sehen lieber weg, wollen damit nichts zu tun haben. Nur, wenn sie mal selber Hilfe brauchen und keinen interessiertes - dann sehen die genauso "alt" aus...

Im Fall des 12jährigen Mädchens hat ein 42jähriger gehbehinderter Fahrgast gegenüber dem Hamburger Abendblatt gesagt, er habe dem Mädchen seine Hilfe angeboten und es als Begleitperson angeben wollen. Als Inhaber eines Schwerbehindertenausweises und entsprechender Bescheinigung für kostenfreie Fahrten darf er bei diesen auch jeweils eine Begleitperson mitnehmen, die ebenso kostenfrei mitfahren kann und darf. Der Schaffner hat dies nicht anerkannt und kategorisch abgelehnt (nach Berliner Morgenpost).
Alex Mais
am 10.10.2012 11:25:21 (195.93.60.xxx) Link Kommentar melden
Deutsche Bundesbahn (DB) und die Fluggesellschaft Air Berlin habens vorgemacht. Jetzt gibt es in Wuppertal einen aktuellen Fall aus dem Busverkehr in der Stadt. Ein Fahrer schmiss einen sechsjährigen(!) bei strömendem Regen aus dem Bus.

Der Junge hatte an der Schulhaltestelle auf den Halteknopf gedrückt, als ihm einfiel dass er ja an diesem Tage schulfrei hatte. Also wollte er dann noch zwei Haltestellen - bis zu seiner Oma - weiter mitfahren.

Da auch sonst niemand aussteigen wollte und der Fahrer offenbar an der Schule unnötig angehalten hatte, ließ er seinen Frust und Ärger darüber an dem sechsjährigen aus und schmiss ihn bei strömendem Regen kurzerhand aus dem Bus.

Wenn dieser, heute in den Medien verbreitete Fall den Tatsachen entspricht, dann sollte ein solch inkompetenter Fahrer nie mehr Fahrgäste befördern dürfen. Ein Sprecher der Stadtwerke, so die Medien, kündigte (lediglich) eine Entschuldigung an, wenn der Fahrer sich tatsächlich so verhalten hätte. Ein Witz - oder was? Da dürfte doch wohl mehr fällig sein als eine Entschuldigung...

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