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Politik: Soziales & Bildung

Neuer Pass? Für behinderte Thais in Deutschland kaum möglich (Teil 2)

Die Ausländerbehörde will den neuen Pass zwecks Übertragung der Aufenthaltsgenehmigung

Foto: © Axel Ertelt
Foto: © Axel Ertelt
Nach einem authentischen Fall, der sich zurzeit in Deutschland abspielt berichte ich hier wie problematisch es für behinderte thailändische Staatsbürger ist, die in Deutschland leben, einen neuen Pass zu bekommen…

Fast in Vergessenheit geraten

„Das Problem mit dem Thai-Pass meiner Frau war schon so gut wie in Vergessenheit geraten. Benötigt wurde er ja nicht, da derzeit auf unbestimmte Zeit eine Auslandsreise unmöglich ist. Dann wachte ich einen Morgen im Juni dieses Jahres auf und musste spontan wieder an das Problem Thai-Pass denken. Genau an diesem Tag bekam meine Frau dann Post von der Ausländerbehörde. Welch ein komischer Zufall, nicht wahr? Ich traute mich kaum den Brief zu öffnen. Schließlich konnte es ja um nichts anderes gehen als um ihren Pass…“ (Zitat: Ehemann)

20 Monate nach Ablauf des Thai-Pass war man schließlich auch bei der zuständigen Ausländerbehörde darauf gestoßen, dass der alte Pass ja schon seit längerem abgelaufen ist. Also erinnerte man nun einmal höflich daran und bat, doch gelegentlich mal mit dem neuen Pass vorbeizukommen, damit die Aufenthaltsgenehmigung in den neuen Pass übertragen werden könne.

„Ja, dass wäre ja auch der korrekte Ablauf gewesen, dass wir eigentlich sofort mit dem neuen Pass die Übertragung der Aufenthaltsgenehmigung hätten machen lassen. Doch wo kein neuer Pass, da auch keine neue Übertragung der Aufenthaltsgenehmigung…“ (Zitat: Ehemann)

Nun wurde fieberhaft überlegt, was man machen könnte. Eigentlich blieb nichts anderes übrig als der Ausländerbehörde zu beichten, dass kein neuer Pass vorliegt und dass die Frau seit fast zwei Jahren ohne gültigen Pass in Deutschland lebt. Die Tage verstrichen und die geheime Hoffnung, dass das Problem sich von alleine lösen möge erfüllte sich natürlich nicht. Von der Thai-Botschaft in Berlin und vom Thai-Konsulat in Frankfurt/M. war immer noch keine Reaktion eingetroffen. Vermutlich warten die dort auch verzweifelt darauf dass sich das Problem von alleine löst…

Da sich der Ehemann mit einer Antwort auf das Schreiben von der Ausländerbehörde einige Zeit gelassen hatte, waren ruckzuck bald vier Wochen verstrichen, in denen er wegen dieses Problems einige schlaflose Nächte hatte. Schließlich erreichte ihn ein zweites Schreiben der Ausländerbehörde. Das war sicher keine Lösung des Problems. Richtig, es war die immer noch freundliche aber bestimmte Erinnerung daran doch der Bitte aus dem vorangegangenen Schreiben nachzukommen. Jetzt musste reagiert werden, bevor die richtig sauer werden.

Also wurde der Ausländerbehörde erst einmal die Situation geschildert und natürlich der Werdegang in allen Details. Natürlich war auch dort wieder heraus zu entnehmen, dass man den „Schwarzen Peter“ einfach dem katastrophalen Pfusch der Ärzte im Haus Hüttental zuschob. Zwar gab es am Vorabend des gründlich missratenen Eingriffs die Aufklärung, dass so etwas in dieser Art passieren könnte – in 7 % der Fälle – aber wer will schon daran denken, dass es gerade ihn trifft, dass gerade man selbst zu diesen verdammten 7 % gehört? Und als dass dann noch mit der Magensonde passierte, da stand für die Familie endgültig fest: Das ist Pfusch! Auch dann, wenn es bei der Vorbesprechung wieder geheißen hatte: „In ganz seltenen Fällen kann es zu einer Infektion kommen.“

Hinzu kommt da noch, wie der Ehemann berichtete, die absolute Desinformation von Seiten der Ärzte. „Wir erfuhren nur ‚scheibchenweise’ etwas näheres, nur auf mehrmaliges Nachfragen und nur bruchstückhaft. Von alleine kam da keiner und sagte mal was denn nun genau passiert war oder wie es weitergehen sollte. Immer nur: ‚Wissen wir nicht, können wir nicht sagen, kann alles passieren oder (auf das Schlucken bezogen) unmöglich (was letzten Endes ja eine glatte Lüge gewesen zu sein scheint). Wahrscheinlich hat man die Magensonde nur gesetzt um dafür Geld von der Kasse zu bekommen – und, weil man zu bequem war sie zu füttern.“ - Oder lag es am Personalmangel unseres maroden Gesundheitssystems infolge der Mittelkürzungen für Gesundheitsleistungen, was die Patientin nun ausbaden musste? Jedenfalls sind das harte Vorwürfe, die da der Ehemann von sich gibt. Aber verständlich ist das allemal in dieser Situation. Außerdem stimmt soviel Schiefgelaufenes wirklich be- und nachdenklich.

Hinzu kommt noch der Frust, dass von Seiten der Ärzte nicht einmal ein Wort des Bedauerns oder gar der Entschuldigung kam. Und den Professor, der doch angeblich so perfekt sei, und den Eingriff vermutlich selber vorgenommen hat (jedenfalls deuten alle Andeutungen der anderen Ärzte daraufhin), wurde nicht ein einziges Mal angetroffen – den bekam die Familie gar nicht zu Gesicht. Verständlich wenn der Ehemann da sagt: „Nie wieder Haus Hüttental! Von meiner Familie kommt da keiner mehr hin!“

Dies alles, so der Ehemann, kam ihm wieder hoch als er der Ausländerbehörde die Umstände mitteilte, die dazu führten dass seine Frau noch keinen neuen und damit auch keinen gültigen Pass hat. In Anbetracht der Tatsache der absoluten Informationsflaute von Seiten der Thai-Behörden fragte er dann gleichzeitig mal an, ob es denn gegebenenfalls eine Möglichkeit der Einbürgerung in ihrem Zustand gäbe. Aber Angesichts des Behördenbürokratismus in Deutschland und der strengen Gesetze machte er sich keine allzu große Hoffnung. Schließlich waren da früher, als es sogar noch nicht so streng war, schon ein paar dicke Klopse gelaufen. Doch das ist eine andere Geschichte, auf die ich hier jetzt nicht näher eingehen werde…

Die behinderte Frau, um die es hier geht, hat zwar Anspruch auf eine Einbürgerung, da alle notwendigen Voraussetzungen zur Einbürgerung gegeben sind. Somit käme die so genannte „Anspruchseinbürgerung“ in Frage. Doch sind da normalerweise einige Tests und Prüfungen fällig. Einen ersten Einblick dazu gibt die Verordnung zu Einbürgerungstest und Einbürgerungskurs“. Anhand dieser beiden Links kann sich jeder selbst einen Einblick verschaffen, wie kompliziert das Einbürgerungsverfahren bereits für einen gesunden Menschen ist. Wie soll dann ein Behinderter damit klarkommen? Oder sind die deutschen Behörden da vielleicht liberaler und sozialer bzw. behindertengerechter als die Thai-Behörden?

Mit Spannung und großem Interesse wurde nun vom Ehemann die Antwort der Ausländerbehörde erwartet. Und wie es weiterging (und noch weitergeht, denn die Sache ist noch lange nicht ausgestanden) das erfahren Sie demnächst bei der OnlineZeitung24

Fotolegende: Staatsangehörigkeit Deutsch. Wäre das eine machbare und sinnvolle Option? Foto: © Axel Ertelt.

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Schlüsselwörter: Thai-Botschaft | Thai-Konsulat | Thai-Pass | E-Pass | Pass | neuer Pass | Behinderte | schwerbehindert | Thais | Thailänder
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