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Plonk!

Don't feed trolls... (Part one)
10.08.2009 17:46:13 eingesandt von I. Mayer(Account gelöscht) für OnlineZeitung 24.de

Trolle nicht füttern
Trolle nicht füttern
Trolle sind lästig, oder? Nein, Trolle sind lustig!

Je nach Perspektive des Betrachters und je nach Situation trifft mal das eine zu, mal das andere. Denn die Menschen, die das Internet nutzen und sich in Foren austauschen oder über Texte anderer diskutieren, haben ja auch jeweils völlig unterschiedliche Ansprüche und Ziele, was den einen noch belustigt, stört den anderen bereits, das gilt auch für die Wahrnehmung von Trollen durch andere.

Lust oder Last?

Das Problem, hierüber zu befinden, liegt zunächst darin, daß der Begriff oft nur ein "Kampfbegriff" ist, mit dem man dem jeweils anderen ans Schienbein treten möchte; man erlebt es immer wieder, daß Kontrahenten sich gern gegenseitig mit dem Etikett "Du bist ein Troll" belegen, worauf die naheliegende Antwort kommt "Nein, Du bist ein Troll!!!" - eine "Argumentations"-Struktur, die man von kleinen Kindern kennt und aus der wir als erste Erkenntnis ableiten können: verlaß Dich nicht auf die Aussagen und Meinungen anderer, bilde Dir selbst seine Meinung! Und für den Fall, daß man selbst als "Troll" bezeichnet wird, ist es daher sicher sinnvoll, weder "Gegenbeweise" noch "Rechtfertigungen" zu liefern, sondern das einfach stillschweigend zu übergehen; man kann dazu nicht wirklich Hilfreiches sagen als Partei. Das war die zweite Erkenntnis: Steig aus dem Spiel aus, wenn Du nicht spielen willst. Oder spiel Fußball, wenn Dich jemand gegen Deinen Willen zum Tennis nötigen will.

Die Zuschreibungen anderer untereinander und vor allem gegeneinander sind also keine Hilfe, zumal der Begriff "Troll" im Internet nicht ganz einfach zuzuordnen ist; wo genau ist denn die Grenze zwischen jemandem, der ein bestimmtes Thema mit viel Energie (die sogenannten "Herzblut"-Themen) bearbeitet und immer wieder gern darüber kommuniziert - und jemandem der sozusagen kultur-imperialistisch die rhetorische und geistige "Herrschaft" über ein Forum oder eine Diskussionsplattform an sich reißen will? Der zu jedem anderen Thema in Diskussionen "sein Thema" immer wieder einbringt, auch unpassenderweise, so wie ein Hund an jedem Pfosten, an jedem Baum und an jedem Laternenpfahl sein Beinchen hebt, um sein Revier zu markieren, auch wenn die Blase keinen Tropfen Inhalt mehr hat. Markieren Trolle also durch Pfostenpinkeln ihr Revier?

Ja und nein. Manche sind vielleicht krank oder seelisch gestört, wie so oft kann man daher auch hier fragen: ist es Bosheit oder Dummheit oder Krankheit? Mehrfachnennungen sind natürlich möglich. Halten wir einfach mal fest:

Keine Sorge, man kann hier "gut" und "böse" durchaus voneinander unterscheiden. Doch vorweg muß gesagt werden, daß der Artikel von Wikipedia z.B. das Problem nur ungenügend erfaßt:

Troll - Allgemeines

Ziel eines Trolls ist es, Diskussionen auszulösen, nur um zu diskutieren, Menschen mit anderer Meinung zu diskreditieren oder eine Diskussion zu sabotieren, indem er eine unangenehme Atmosphäre schafft. Dabei muss der Troll nicht wirklich am Thema interessiert sein, sondern möchte Reaktionen provozieren, beispielsweise wütende Antworten, auch bekannt unter der englischen Bezeichnung Flames. Hierbei werden gerne die Diskussionsmethoden der Rabulistik und der Eristik angewandt.

Während einige bei derartigen Beiträgen vor allem den Wunsch zur Störung sehen, sehen manche Trolle sich selbst als Warnende, die auf gekonnt subtile bis provokante Art auf Missstände hinweisen und etwa ein Forum vor der Übermacht einer einseitigen Meinung bewahren.

Umgang - Verhalten als Foren-Teilnehmer

Manchmal wird den Trollen auch ein z. B. durch ASCII-Art ausgedrückter Fisch hingeworfen (z. B. ein roter Hering) oder ihnen werden virtuelle Kekse gereicht; man unterstreicht damit die Wertlosigkeit, die der Leser dem Beitrag zumisst.

<°)))o><

Der letzte Punkt kann auch als innerer Widerspruch verstanden werden, denn wenn ich Trolle nicht füttern soll, bekommen sie von mir sicher keinen Fisch zugeworfen, nicht? Außerdem sind im Wikipedia-Text leider einige Tautologien enthalten: was soll es denn zum Beispiel bedeuten, daß Trolle "eine unangenehme Atmosphäre schaffen"? Ab wann ist denn eine Atmosphäre unangenehm? Für manche Diskussionsteilnehmer gelegentlich bereits dann, wenn jemand eine andere Meinung als sie selber vertritt. Damit kommt man also nicht weiter. Auch "das Diskutieren um des Diskutierens willen" ist kein echtes Erkennungszeichen. Denn nur weil jemand mit hartnäckiger Deutlichkeit in einer Diskussion seinen Standpunkt verteidigt, ist er noch lange kein "Troll". Es kommt eben immer drauf an. Doch worauf genau kommt es eigentlich an?

Es kommt einzig und allein darauf an, wie ich etwas für mich empfinde, und daraus ziehe ich die Konsequenzen, die mir genehm sind, denn ich bin ja niemandem Rechenschaft schuldig in diesem Punkt. Wenn es keine objektiven Maßstäbe und keine sinnvolle öffentliche Diskussion über Trolle geben kann, dann bleiben die subjektiven Maßstäbe: ich entscheide es kraft souveräner Willkür nach meinen Maßstäben, nach meinem Empfinden, das dauert wenige Minuten und wenige Texte oder Themen derjenigen, um zu entscheiden, was und wen ich gar nicht mehr lese zukünftig. Denn das Leben ist zu kurz, um schlechte Texte zu lesen! Es ist zu kostbar, um sich ständig mit dem Müll von Trollen zu befassen...

Ich bin als Diskutant weder gezwungen, jede Frage zu beantworten, noch muß ich mich dazu verleiten lassen, jeden Seitenhieb zu kommentieren; ich muß weder mit jemandem kommunizieren, den ich für mich als Troll einordne, noch muß ich darauf eingehen, wenn mir jemand entsprechende Vorwürfe macht. Denn ich kann es doch so machen, wie Abraham es mit Lot gemacht hat, bevor persönlicher Streit zwischen den beiden entstehen konnte:

Und auch Lot, der mit Abraham zog, hatte Schafe, Rinder und Zelte. Und das Land ertrug es nicht, daß sie beieinander blieben; denn ihre Habe war sehr groß. So kam es (denn auch) zum Streit zwischen den Hirten über Abrahams Vieh und den Hirten über Lots Vieh. Damals wohnten die Kanaaniter und die Pheresiter im Land.

Da sprach Abraham zu Lot: "Lass doch kein Streit sein zwischen mir und Dir und zwischen meinen Hirten und Deinen Hirten! Wir sind doch Brüder! Steht Dir nicht das ganze Land offen? Trenne Dich doch von mir! Willst Du nach links, dann gehe ich nach rechts; und willst Du nach rechts, gehe ich nach links." Genesis Kap. 13

Eine gute Idee, jemandem in Gedanken zu sagen, Du gehst da entlang und ich gehe dort entlang! Läßt sich auch auf Menschen anwenden, mit denen man einfach nichts zu tun haben möchte...

Man kann sich also einfach aus dem Weg gehen oder jemanden übersehen oder einfach mal die Straßenseite wechseln. Niemand ist zu irgendetwas gezwungen. Was man dann aber ironisch kommentieren möchte, steht wieder auf einem ganz anderen Blatt...

Meine Zehn-Anti-Troll-Gebote zusammengefaßt:

  1. Gebrauche stets Deinen Kopf und nimm Deine eigenen Maßstäbe!
  2. Wenn Du nicht mit jemandem reden kannst, dann rede über ihn! Falls es Dir wichtig ist...
  3. Du sollst nicht auf andere hören!
  4. Du sollst Dich nicht rechtfertigen!
  5. Du sollst Dich nicht provozieren lassen!
  6. Du sollst Dich nicht rhetorisch kanalisieren lassen!
  7. Du sollst nicht das Thema "Troll" öffentlich diskutieren!
  8. Du sollst nicht argumentieren zum Thema "Troll", weder um Dich reinzuwaschen noch um andere zu beschmutzen!
  9. Du sollst nicht Deine Zeit und Deine Energie verschwenden; Du sollst nicht sinnlos kommunizieren, sondern auf (D)ein Ziel hin...
  10. Du sollst nicht mit Trollen diskutieren, don't feed trolls!

Nächste Woche folgt: *)

Wie ich persönlich Trolle erkenne? Nichts einfacher als das!

Don't feed trolls... (Part two)

*) An einer etwaigen Diskussion kann ich mich derzeit nicht beteiligen, da ich für eine Woche verreise, ohne Internet!

Bildquelle: "Don't feed trolls!" ©Wikipedia/CCL/Attribution ShareAlike 2.0

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