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Autofahrer aufgepasst: Schule hat begonnen!

Jedes Kind, das im Straßenverkehr getötet wird, ist ein Kind zuviel!

Foto: © Paul-Georg Meister, Pixelio.de
Foto: © Paul-Georg Meister, Pixelio.de
Im vergangenen Jahr (2008) starben allein auf den Straßen in Nordrhein-Westfalen 687 Menschen (2007 waren es 732 Menschen), darunter 18 Kinder (2007 waren es 17 Kinder). Insgesamt gab es jedoch 7.612 Unfälle in NRW, in die Kinder verwickelt waren. Auch wenn dies nach den offiziellen Angaben der Polizei in NRW „die historisch niedrigste Zahl“ ist, so ist sie dennoch viel zu hoch.

In ganz Deutschland verunglückten im Jahr 2006 auf dem Weg zu Tageseinrichtungen und Grundschulen 7.870 Kinder. Doch nicht nur die kleinen Schulbesucher haben schlechte Karten im Straßenverkehr, denn im gleichen Jahr verunglückten auf dem Weg zu berufsbildenden oder weiterführenden Schulen sage und schreibe 46.518 Kinder.

Nordrhein-Westfalen ist das Bundesland mit der größten Bevölkerungsdichte. Entsprechend sind hier auch die Zahlen der Unfallstatistik. Von 36.795 Unfällen mit Kindern im Jahre 2005 kamen auf NRW 8.898 Unfälle, gefolgt von Bayern mit 5.376 Unfällen. Insgesamt wurden dabei 159 Kinder getötet. Davon 30 allein in NRW (es folgten Niedersachsen mit 25 und Baden-Württemberg mit 18 getöteten Kindern). Nur Bayern lag mit 39 getöteten Kindern noch deutlich höher als NRW.

Die Zahlen sind erschreckend. Und gerade in diesen Wochen, wo sich bundesweit wieder Tausende von Schulanfängern auf dem Schulweg im Straßenverkehr behaupten müssen, sind es wieder einmal mehr die Kleinsten von uns, die besonders gefährdet sind. Alle Autofahrer sind da gefordert besonders gut aufzupassen, sich an bestehende Geschwindigkeitsbegrenzungen zu halten und bremsbereit zu sein. Das gilt besonders auch an Schulen und deren Fußgängerüberwege und Bushaltestellen. Erfreulich, dass die Polizei bundesweit angekündigt hat vor allem in den ersten Wochen nach Schulanfang verstärkte Geschwindigkeitskontrollen zu machen.

Hier noch einmal in Erinnerung gerufen, weil von sehr vielen Autofahrern nicht beachtet: Bereits seit 1995(!) gilt nach der Straßenverkehrsordnung, dass Busse (Linienbusse und Schulbusse gleichermaßen) an besonders gefährdeten Haltestellen (gehören auch solche an Kindergärten, Schulen und Altenheimen zu) die Warnblinkanlage einschalten müssen. Dies gilt bereits bei der Anfahrt auf die Haltestelle zu. Während der Bus mit eingeschalteter Warnblinkanlage auf die Haltestelle zufährt darf er nicht überholt werden! Steht der Bus mit eingeschalteter Warnblinkanlage an der Haltestelle darf er nur mit maximal Schrittgeschwindigkeit (= maximal 7 km/h) passiert werden – und zwar egal auf welcher Straßenseite (rechts = eigene – oder – links = Gegenfahrbahn) er steht!

Ich bitte alle Autofahrer – im Interesse der Sicherheit unserer aller Kinder – dies zu beachten und sich auch daran zu halten. – Gebt Rasern keine Chance…

Weiterführender Link: „Acht Tipps für einen sicheren Schulweg“.

Fotolegende: Achtung: Schulanfang. Foto: © Paul-Georg Meister, Pixelio.de.

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Schlüsselwörter: Schule | Schulanfang | Schulanfänger | Straßenverkehr | Verkehrstote | Bus | Schulbus | Bushaltestelle | Warnblinkanlage | Straßenverkehrsordnung
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Kommentare

am 09.08.2009 13:43:16 (88.68.115.xxx) Link Kommentar melden
  • Während der Bus mit eingeschalteter Warnblinkanlage auf die Haltestelle zufährt darf er nicht überholt werden!
  • Steht der Bus mit eingeschalteter Warnblinkanlage an der Haltestelle darf er nur mit maximal Schrittgeschwindigkeit (= maximal 7 km/h) passiert werden
Das kann man leider täglich sehen, daß Autofahrer nicht nur dieses Element der Führerscheinprüfung vergessen zu haben scheinen, sondern daß sie auch ein Gespür dafür verloren (oder nie entwickelt) haben, wie Kinder vor der Pubertät sich im Straßenverkehr bewegen. Und selbst ein Zusammenprall bei 7 km/hh mit einem menschlichen Körper ist extrem ungünstig für diesen menschlichen Körper. Wer es nicht glaubt, fährt einfach mal mit einem alten, schrottreifen Fahrrad gegen eine Mauer...
OZ24
am 09.08.2009 14:42:29 (84.183.130.xxx) Link Kommentar melden
Da ich selber Vater von 3 schulpflichtigen Kindern bin, bin ich etwas sensibilisiert was dieses Thema angeht.

Der Schulweg meiner Kinder beinhaltet zwangsläufig das Überqueren eine viel befahrenen Bundesstraße innerhalb der Ortschaft. Es ist schlimm mit anzusehen mit welchen Geschwindigkeiten Fahrzeugführer ihre PKW/LKW oder Motorräder durch die Ortschaft chauffieren. gefühlte 60 km/h ist noch das langsamste was man so alltäglich sieht. Es wird massiv mit Verkehrsschildern und Plakaten auf Schulkinder hingewiesen, doch interessieren tut es eigentlich fast Niemanden. Es ist ein Wunder, dass der letzte schwere Verkehrsunfall mit Schulkindern auf dieser Straße schon 13 Jahre her ist.

Ich möchte auf diesem Weg, ebenso wie der Autor des Beitrages, dem ich hiermit vielmals für diesen Artikel danken möchte, an alle Fahrzeugführer appellieren, mehr Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer zu nehmen!
am 09.08.2009 15:42:33 (84.59.134.xxx) Link Kommentar melden
Da kann ich mich nur anschließen. Ich wohne in einem Wohngebiet, in dem um mich herum im Umkreis von 2 km Tempo 30 ausgeschildert ist. Daß hier mit 50 gefahren wird, ist schon die freundliche Ausnahme, meistens sind es 60 und mehr. Ich habe mich mehrmals schriftlich und telefonisch an den Leiter der zuständigen Behörde gewandt mit der Bitte, hier entweder die Beschilderung zu ändern oder das Tempo zu kontrollieren. Die Antwort war sinngemäß, man könne hier nicht messen, weil die Strecke "zu kurvenreich" sei.

Ich bin kein Techniker, aber eine "Radarpistole" braucht sicher keine Gerade von 100 m Länge, vermute ich. Na ja, wenn ich hier 30 fahre, kleben mir alle an der hinteren Stoßstange, hupen, drängeln, schimpfen. Mir wurden auch schon der "Effenberg" oder ein Vogel gezeigt. Als ich letztens hinter einem Schulbus mit Warnblinker hielt, wurde ich überholt und der Bus gleich mit. Das alles ist normal, ganz offensichtlich. Der Schulbus wurde übrigens auch schon "geblitzt"...

Dabei ist doch die Geburtenrate in Deutschland schon recht niedrig. Man sollte also die wenigen deutschen Kinder unbeschadet aufwachsen lassen, nicht?
Auf der dänischen Insel Bornholm habe ich vor Jahrzehnten mal ein Straßenschild gesehen, auf dem es (sinngemäß) hieß: "Wir haben so wenige Einwohner und brauchen jeden, fahr bitte vorsichtig!"
Alex Mais
am 09.08.2009 16:28:42 (195.93.60.xxx) Link Kommentar melden
Auch wir haben im Ort mehrere Wohngebiete, in denen Geschwindigkeitszonen ausgewiesen sind - die meisten 30, einige 20 aber auch einige als Spielstraße (Schrittgeschwindigkeit, max. 7 km/h). Eine dieser Spielstraßen ist direkt bei uns um die Ecke. Sie wird gerne als Abkürzung benutzt - von Rasern. In dieser Straße, die etwas 250 - 300 m lang ist befindet sich ein Kindergarten und ein Senioren-Pflegeheim. Das hier noch nichts ernstes passiert ist, ist ein wahres Wunder...

Allerdings habe ich mehrmals die Feststellung gemacht, dass es gerade auch die Anwohner sind (diejenigen, die am lautesten geschrien hatten damit ihre Straße verkehrsberuhigt wird) und die sich jetzt selber nicht daran halten. So wurde ich schon mehrfach in solchen Wohnbereichen überholt und nach dem Überhalmanöver noch zum Bremsen gezwungen, da die Überholer unmittelbar vor mir und direkt im Anschluss an das Überholmanöver in ihre Grundstückseinfahrt abbogen...

Einmal passierte es mir früh morgens auf dem Weg zum Arzt. Ich wurde in dem Wohngebiet (Tempo 30) von einem Wagen überholt, der mindestens 50 fuhr. In der Arztpraxis traf ich ihn dann wieder und stellte ihn zur Rede. Die dumme Ausrede, er wäre vom medizinischen Labor und hätte hier eilige Blutproben zur Untersuchung abzuholen(!)...

Der Oberhammer liegt allerdings schon einige Jahre zurück. Pünktlich jeden Donnerstagnachmittag kam bei uns ein Fahrzeug eines Blutdienstes durch den Ort gefahren. Immer mit Blaulicht und Sirene(!!!). Man konnte praktisch die Uhr danach stellen. Das ging einige Wochen so, bis sich mal welche beschwerten. Am nächsten Donnerstag wartete die Polizei und hielt ihn an. Es stellte sich heraus, der Fahrer hatte Feierabend und war auf dem Weg nach Hause(!!!)...

Solange solche Chaoten auf unseren Straßen fahren, solange ist da kein Fußgänger sicher - am wenigsten unsere Kinder...
am 09.08.2009 17:08:18 (84.59.46.xxx) Link Kommentar melden
wartete die Polizei und hielt ihn an. Es stellte sich heraus, der Fahrer hatte Feierabend und war auf dem Weg nach Hause(!!!)...
Das ist zwar "menschlich", aber inakzeptabel. Auch die Fälle, in denen Polizisten mal eben mit Blaulicht und Martinshorn Pizza fürs Revier holten, sind Gottseidank eine ganz seltene Ausnahme.

Hier zeigt sich übrigens, wie einfach Zivilcourage ist, um solchen Zeitgenossen zum Erkenntnisgewinn zu verhelfen. Nach meiner Erfahrung wirkt da die richtige Mischung aus buddhistischer Gelassenheit, jüdisch-verschmitzter Chuzpah mit einem Schuß cholerischem Wilhelm Tell wahre Wunder...

Immer beleidigungsfrei selbstverständlich, aber im direkten Dialog mit den Dienstvorgesetzten.

Es kommt ja nicht von ungefähr, daß seit einigen Jahren immer mehr Speditionen, Fahrdienste und Rettungsdienste am Auto einen Aufkleber haben "Fahrstil in Ordnung? Bitte rufen Sie kostenfrei an: 0800-12x12x12x..."
Alex Mais
am 10.08.2009 16:42:49 (195.93.60.xxx) Link Kommentar melden
Habe gerade eine Petition zum Thema gefunden, in der generell Tempo 30 vor Schulen verlangt wird. Wäre doch ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Die Petition kann noch bis zum 22.09.2009 durch Mitzeichnung unterstützt werden:

https://epetition...ition=6099
am 10.08.2009 17:47:58 (88.68.103.xxx) Link Kommentar melden
Prima Idee. Man kann übrigens als Anwohner (sofern es nicht durch Parkverbote ausgeschlossen ist) auch durch entsprechendes Parken im öffentlichen Verkehrsraum den Verkehrsfluß erheblich bremsen.

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