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Sonstiges: Gesundheit

Lungenpest – Thailändische Seuchenkontrolle in Alarmbereitschaft

Warnung vor Reisen nach China – Die seltenste aber tödlichste aller Pestarten

© S. Hofschlaeger, Pixelio.de
© S. Hofschlaeger, Pixelio.de
Nach dem Ausbruch der Lungenpest in der chinesischen Provinz Qinghai, wo bisher mindestens drei Menschen an der Lungenpest gestorben sind, wurde dort die komplette Stadt Ziketan mit all ihren 10.000 Einwohnern unter Quarantäne gestellt. Bis heute sind mindestens ein Dutzend weitere infizierte Personen bekannt geworden.

Besorgt zeigte sich vor allem auch das thailändische Seuchenkontrollzentrum. Generalsekretär Somchai Chakrabhand erklärte, dass die Lungenpest durch das Bakterium Yersinia pestis ausgelöst wird. Er beruhigte die Bevölkerung jedoch wieder etwas, indem er weiter sagte, dass die Krankheit in erster Linie durch Flöhe übertragen wird. Infektionen durch Nahrungsmittel oder über die Luft seien dagegen äußerst selten. Trotzdem wurde in Thailand jetzt offiziell vor Reisen nach China gewarnt. Im Seuchenkontrollzentrum befürchtet man nämlich, das Reisende aus China kommend die Lungenpest in Thailand wieder einschleppen könnten. Deshalb wurden auch die Grenzkontrollen besonders für Reisende aus China verstärkt.

Der letzte Ausbruch von Lungenpest in Thailand liegt immerhin schon mehr als 50 Jahre zurück und war im Jahr 1952. Der erneute Ausbruch in China zeigt wieder einmal mehr, wie trügerisch die Ansicht sein kann, dass gefährliche Krankheiten ausgerottet sind. Durch die immer weiter voranschreitende Globalisierung wird es heute immer wahrscheinlicher, dass die Seuchen des Mittelalters auch wieder bei uns in Europa ausbrechen könnten (vgl. dazu auch: Horrorszenario: Malaria bald auch bei uns durch Stechmücken übertragen?).

Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtet, ist das Pest-Bakterium in weiten Teilen Nordasiens, Afrikas sowie Nord- und Südamerikas auch heute noch unter vielen Nagetieren verbreitet. Deshalb ist auch das thailändische Gesundheitsministerium in erhöhter Alarmbereitschaft und ließ vorsichtshalber auch die Ratten im Hafen von Klong Toey untersuchen. Klong Toey ist einer der größten und bekanntesten Slums in Bangkok. Hier entstand auch die Duang Prateep Foundation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat den armen Kindern aus den Slums eine Ausbildung zu ermöglichen - und damit eine gute Chance auf ein besseres Leben.

35 Fallen wurden für die Untersuchung aufgestellt. Erstaunlicherweise wurden nur sieben Ratten gefangen. Keine einzige davon war mit dem Erreger der Lungenpest infiziert. Dennoch wurden die Bewohner aufgefordert ihre Umgebung im Auge zu behalten und eventuelle Ansammlungen toter Ratten zu melden, denn das könnten erste Anzeichen für Lungenpest sein. Besonders wichtig erscheint diese Warnung angesichts der Tatsache, dass in dieser armen Bevölkerungsschicht Ratten auch als Leckerbissen gelten.

Insgesamt gibt es vier Arten der Pest: Beulenpest, Pestsepsis, Lungenpest und abortive Pest. Bei der Lungenpest, die als seltenste Art der Pest gilt, wird die Inkubationszeit mit ein bis drei Tagen angegeben. Sie ist die am wenigsten erforschte Variante der Pest, ihre Sterblichkeitsrate liegt bei 95 % und der Tod kann bereits innerhalb von 24 Stunden, sicher jedoch innerhalb von acht Tagen eintreten, wenn nicht umgehend nach Ansteckung eine Behandlung erfolgt. Weil die Pestbakterien relativ schnell an der Luft absterben liegt der kritische Abstand mit Ansteckungsgefahr bei einem Lungenpest-Patienten bei 30 Zentimeter. Hinzu kommt, dass der besonders gefährliche Bluthusten erst am Ende des Krankheitsverlaufes eintritt.

Die beiden größten Epidemien der Lungenpest traten Anfang des 20. Jahrhunderts in der chinesischen Grenzregion der Mandschurei auf. Bei der Epidemie im Winter 1910/11 (September 1910 bis April 1911) verbreitete sich die Pest über eine Strecke von 2.700 Kilometern. Sie forderte damals rund 60.000 Menschenleben. Ausgelöst wurde sie höchstwahrscheinlich durch Tabargane (eine Murmeltierart), die damals wegen ihres Fells im großen Stil gejagt wurden, denn der Preis dafür war kurz zuvor um das Vierfache gestiegen. Nach heutigen, gut dokumentierten Erkenntnissen wird diese Annahme bestätigt, da z. B. die Beulenpest regelmäßig mit der Erkrankung von Nagetierpopulationen in Erscheinung tritt.

Und das sagt das Auswärtige Amt zum Auftreten der Lungenpest in China: „Aus der Provinz Qinghai im Nordwesten Chinas wurde ein Ausbruch von Lungenpest gemeldet. Nach vorliegenden Informationen wurde die betroffene Stadt Ziketan von der chinesischen Gesundheitsbehörde abgeriegelt, um eine Ausbreitung der hoch ansteckenden Krankheit zu verhindern. Diese entlegene Region wird von Ausländern wenig besucht. Reisen nach China werden durch diesen Ausbruch nicht berührt, für eine Änderung einer geplanten China-Reise besteht daher kein Anlass.“ (Quelle: www.auswaertiges-...)

Fotolegende: Ratten gelten als besonders geeignete Träger des Pest-Bakteriums. Foto: © S. Hofschlaeger, Pixelio.de.

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Schlüsselwörter: Pest | Lungenpest | Thailand | China | Ratten | Epidemie | Seuche
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