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Medien: Musik

Ganz harmonisch: das Grundgesetz!

"Das Bundesklingeltonministerium hat coole News für Dich"

Saxophon (pixelio)
Saxophon (pixelio)
Wer vermutet, Gesetze oder Rechtsvorschriften seien generell trocken und langweilig, der irrt. Den überzeugenden Gegenbeweis tritt der Karlsruher Komponist und Pianist Thomas Bierling an, und zwar mit seiner Komposition, die den doppelsinnigen Titel trägt: "Recht harmonisch". Diese entstand bereits im Jahr 2005 im Rahmen der Bewerbung der Stadt Karlsruhe zur "Europäischen Kulturhauptstadt 2010". Das Motto jener Bewerbung lautete "Mit Recht." und sollte den Wert des Rechts als Kulturgut betonen. Der Saxophonist Peter Lehel begeisterte sich ebenfalls für diese Idee, und zusammen mit der Sängerin Eva Weis wurde die Komposition für Klavier, Saxophon und Stimme ins Werk gesetzt, die nun in 19 Sequenzen die im Grundgesetz beschriebenen Grundrechte bearbeitet und vertont. Dies zwar nicht im Sinn klassischer Harmonielehre, sondern eher free-jazz-artig, aber durchaus hörenswert.

Die Sängerin Eva Weis beschreibt ihre Motivation zu ihrer Mitwirkung an dem Projekt so:

"Die 19 Grundrechte des Grundgesetzes bilden die Grundlage unseres Gemeinwesens. Es geht darum, diese Tatsache aus der spröden Hülle des Gesetzestextes zu befreien und in eine emotional erfahrbare Form zu bringen."

Sicher ist der Zugang hier auf eine ganz spezielle Art gewählt, eben nicht juristisch oder rechtsphilosophisch, sondern eben mit den Mitteln der Tonkunst. Der Gewinn liegt in einer neuen, nachdenklich machenden und provozierenden Weise der Auseinandersetzung. Auch der, der sich ge-stört fühlt durch die Zumutung solcher Musik, der ver-stört wird in seinem halben oder Schein-Wissen um die in der Verfassung manifestierten Grundrechte, der bestätigt damit die im positiven Sinn "subversive" Intention des Komponisten.

Das Projekt hat übrigens ein weiteres ausgelöst, nämlich eine tanzbare Remix-Version von Matthias Arfmann unter dem Titel "Dub'l G - Das Nähere regelt ein Bundesgesetz". Arfmann hat aus der Originalaufnahme sechs neue Tracks produziert:

  1. Sittengesetz 03:03
  2. Frieden dienen 04:29
  3. Eigentum / Kulturkontakt 05:41
  4. Gleichheit 06:00
  5. Zensur findet nicht statt 04:20
  6. Freizüge 04:35

"Der Reiz, die Texte des Deutschen Grundgesetzes mit Musik in Verbindung zu bringen, ist schon groß. Ich habe versucht, einzelne Sätze und Artikel in einen anderen Kontext zu bringen, andere Assoziationen zu wecken, musikalisch das zu "spielen" worum es in der entsprechenden Grundgesetz-Passage meiner Meinung nach AUCH geht. Denn generell gibt es ja auch schöne und leider oft nur träumerische Passagen in diesem Gesetz. Wunschdenken sozusagen. Die Auslegung in der harten Realität lässt tagtäglich zu wünschen übrig." Matthias Arfmann

Bewußt wurde eine der Jugendsprache angepaßte Schreibweise gewählt, nämlich "Dub'l G" für double G, also G(rund)G(esetz); oder "2-click-Pargraphz" statt "Paragraphen zum Klicken" sowie "GG4you", also "Grundgesetz für Dich". - Besonders attraktiv für Kids, Teens und Twens dürfte die Internetseite des Projekts sein, bei der es die Dateien auszugsweise zum anhören gibt (hier sind nur die *wav-Dateien verlinkt, es gibt auch MP3 und andere Formate) oder als Klingelton fürs Handy:

Discografie:

Recht harmonisch - Das vertonte Grundgesetz
  • Thomas Bierling - Klavier, Komposition, Konzept
  • Eva Weis - Stimme, Vokalkomposition, Textbearbeitung, Choreographie, Fußmarimbaphon, Idee
  • Peter Lehel - Tenorsaxophon, Sopransaxophon, Bassklarinette, Tarogato, Improvisation und Kreativität
  • ANTES Edition BM-CD 31.9218

Bildquelle: "Sax2" Fotograf (c) Günter Z./pixelio

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Schlüsselwörter: GG | Grundgesetz | Verfassung | Vertonung | Kunst | Jazz | Kultur | Klingeltöne | GG4you
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Kommentare

OZ24
am 04.08.2009 18:42:04 (84.183.172.xxx) Link Kommentar melden
Was es nicht alles so gibt!Grin
Leser
am 04.08.2009 19:59:07 (91.16.133.xxx) Link Kommentar melden
"Chaim" möchte ablenken, den Ernst der Lage ins Lächerliche ziehen, aber musikalisch hat sich schon jemand anderes mit dem Zitiergebot gemäß Artikel 19 Abs. 1 Satz 2 Grundgesetz per Video geäußert:

YouTube Video


Sicherlich zur Nachahmung empfohlen, schrille Töne und Effekte zu einem sehr ernsten Thema, steht und fällt mit der Akzeptanz des Grundgesetzes auch die Freiheit des einzelnen in diesem Deutschland nach dem 23.05.1949.
am 04.08.2009 20:02:53 (84.63.138.xxx) Link Kommentar melden
Das ist ja wirklich interessant, was Du da gefunden hast! Super! Danke für's Reinstellen und Teilhaben! Die Seite für die "lieben Kleinen" finde ich witzig gemacht...lach!
am 04.08.2009 20:08:59 (84.63.138.xxx) Link Kommentar melden
Hallo Leser! Das Video ist ja klasse! Das muß ja überall verbreitet werden! Auch Dir sei mein Dank ausgesprochen! Liebe Grüße!

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