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Wissenschaft: Umwelt & Naturschutz

Elefanten und Nashörner wieder verstärkt im Visier der Wilderer

Der WWF warnt vor illegalen Elfenbein-Souvenirs aus Thailand – Böses Erwachen am Zoll

Foto: © Lothar Henke, Pixelio.de
Foto: © Lothar Henke, Pixelio.de
Noch vor ein paar Jahren war die Zahl der illegal abgeschossenen Elefanten und Nashörner konstant oder teilweise sogar rückläufig. Doch jetzt meldete der WWF kürzlich einen dramatischen Anstieg der illegalen Abschüsse. In dem aktuellen Bericht von WWF und TRAFFIC heißt es, dass allein in Simbabwe und Südafrika monatlich 12 Nashörner illegal abgeschlachtet werden. Vor vier Jahren waren es in ganz Afrika höchstens drei Exemplare pro Monat. Volker Homes, Artenschutzexperte der WWF bezeichnete die Lage aller fünf Nashornarten als „dramatisch“. Die Bestandszahlen seien so gering, dass jeder Abschuss sie näher an die Ausrottung bringe. Besonders das Java-Nashorn ist extrem gefährdet. Davon gibt es vermutlich höchstens noch 60 frei lebende Exemplare.

Als Ursache wird die starke Nachfrage in Asien angegeben. Gerade das Horn findet in der traditionellen chinesischen Medizin Verwendung und gilt in Pulverform unter anderem auch als Potenzmittel. Die gleichen Gründe haben auch schon den asiatischen Tiger an den Rand des Aussterbens getrieben.

Ein ganz großes Problem in Thailand ist der Verkauf von „Elefantenprodukten“. Hier werden nicht nur die Stoßzähne der Tiere zu Elfenbeinprodukten aller Art verarbeitet und in den Touristenmetropolen zum Souvenir-Verkauf angeboten, sondern auch noch eine Reihe anderer Produkte wie Bürsten aus Elefantenhaar oder gar Hocker, die aus Elefantenfüßen gearbeitet wurden. Bei den Elfenbeinprodukten ist mancher Kitsch enthalten. Aber auch schöne und wertvolle Arbeiten wie beispielsweise Schachfiguren verleiten manchen Touristen zum Kauf. Das böse Erwachen kommt bei der Rückreise am deutschen Zoll: Beschlagnahme, Anzeige, Strafverfahren…

© Axel Ertelt
© Axel Ertelt
Gerade auf den Märkten in Bangkok und Chiang Mai stieg die Zahl der illegalen Händler in den letzten Jahren immer weiter an. Lasches Vorgehen der Behörden und Korruption tun ihr Übriges dazu. Man könnte fast sagen, es ist typisch thailändisch, dass im ganzen Jahr 2004 nur zwei Beschlagnahmen solcher illegalen Waren durchgeführt wurden. Ein Großteil des Elfenbeins in Thailand soll aus dem benachbarten Myanmar kommen, wo die Elefanten im großen Stil gewildert und abgeschlachtet werden. Und selbst aus Afrika wird schon „das weiße Gold“ (wie Elfenbein auch genannt wird) nach Thailand geschmuggelt.

Deshalb auch der Apel an alle Touristen: Lassen Sie die Finger von solchen Produkten. Außerdem, wenn Sie am Zoll erwischt werden gibt es harte Strafen dafür. – Und: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht!

Weiterführende Links:

  1. Fotolegende: Das Nashorn – eine vom Aussterben bedrohte Art. Foto: © Lothar Henke, Pixelio.de.
  2. Fotolegende: Thailändische Arbeitselefanten auf dem Weg zur Arbeit. Foto: © Axel Ertelt.

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Schlüsselwörter: Naturschutz | Umwelt | Nashorn | Elefant | Tiger | chinesische Medizin | Wilderer | Wilderei | Thailand | Afrika | Simbabwe | Myanmar | WWF
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Kommentare

Alex Mais
am 01.08.2009 10:27:52 (195.93.60.xxx) Link Kommentar melden

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