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Politik: Politische Meinung

Demokratie, Pluralismus und Meinungsfreiheit

Zur Frage von Diskussions- und Streitkultur in Deutschland

 Adolph v. Menzel: Tafelrunde
Adolph v. Menzel: Tafelrunde
"Ich verachte Ihre Meinung, aber ich gäbe mein Leben dafür, dass Sie sie sagen dürfen." . .

Diese Worte werden zwar regelmäßig Monsieur François Marie Arouet - besser bekannt unter seinem "nick" Voltaire - zugeschrieben, doch sie stammen tatsächlich von von Evelyn Beatrice Hall ("Die Freunde von Voltaire", veröffentlicht 1906 unter dem Pseudonym Stephen G. Tallentyre).

Nun muß man es ja nicht übertreiben und gleich sein Leben dafür geben, aber sich einsetzen, daß auch Andersdenkende, Andersgläubige, andere Meinungen Vertretende sich äußern dürfen, das ist schon okay. - Immerhin ist das gute abendländische Tradition, nicht erst seit Sokrates, und wenn auch die christliche Kirche erst ihr Mittelalter hinter sich lassen mußte, um das zu begreifen, so ist es heute doch fraglos eine Selbstverständlichkeit westlicher demokratischer Kulturen. Im Judentum übrigens - ein paar bekloppte Eiferer ausgenommen - ebenfalls eine gute Tradition; es heißt in der jüdischen Überlieferung, zu jeder Stelle in der Bibel gäbe es 70 Auslegungen - und alle seien richtig, das ist ein Prinzip jüdischer Schriftauslegung. Pluralismus pur - allerdings darf kein "Jota" verändert werden! Bekannt ist das in den beiden "antagonistischen" Schulen von Rav Hillel und Rav Schammai.

"Die Tatsache, dass wir gelegentlich dasselbe Thema unterschiedlich behandeln konnten und dass abweichende Ansichten in unserer Toraausgabe nebeneinander stehen, ist - wenn man den Vergleich wagen darf - ein bescheidenes Zeugnis des liberalen talmudischen Diktums, das von dem Streit zwischen Hillel und Schammai sagen konnte: "Beide Ansichten spiegeln das lebendige Gotteswort."

W. Günther Plaut

Wenn man nun jemandem begegnet, der politisch anderer Meinung ist (über Religionen sollte man ohnehin nicht streiten, höchstens um sie!), andere Schlüsse zieht, andere Interpretationen hat, bestimmte Prämissen ablehnt... - was soll man dann tun? Richtig, man streitet. Und zwar "suaviter in modo, fortiter in re" - also hart in der Sache, aber verbindlich im Ton. Und genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Jemand der souverän, intelligent und moralisch integer ist, der hat es nicht nötig, andere zu beschimpfen, nur weil sie seinen Missionsbemühungen nicht Folge leisten. Wer aber seinen Diskussionspartner beschimpft, indem er unterstellt, dieser habe eine Gehirnwäsche erlebt usw. (man kann das auch in diesem Forum nachlesen), der hat nicht nur keinen Stil, sondern schießt sich - intellektuell wie moralisch - selber ins Knie. Das gilt natürlich insbesondere für traditionell konfliktunfähige Menschen wie Nazis, Faschisten, Revisionisten und Anhänger des "Deutschen Reiches", die noch nicht begriffen haben, daß Deutschland einzig und allein die Bundesrepublik Deutschland ist... - und bleibt. In den derzeitigen Grenzen übrigens. . . Ich dachte, das sollte mal gesagt werden.

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Schlüsselwörter: Meinung | Meinungsfreiheit | Vielfalt | Pluralismus | Voltaire | Berliner Akademie | Friedrich II. | Diskussion | Streitkultur
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Kommentare

am 27.07.2009 15:51:38 (80.141.49.xxx) Link Kommentar melden
Wenn Du die Bundesverfassungsrichter-innen meinst, daß sie Anhänger-innen des "Deutschen Reiches" sind:
Das sogenannte „Urteil“ des „Bundesverfassungsgerichtes“ (BverfGE
2,266(277);3,288(319ff);5,85(126);6,309(336,363); (BverfGE 1, 351(362ff, 367)), indem es heißt, daß das "Deutsche Reich" weiter existiere,
dann scheinen sie wohl einer Gehirnwäsche erlegen und konfliktunfähig zu sein, wenn sie dieses "Urteil" artikuliert und schriftlich fixiert haben...!
Warum bestätigten diese Bundesverfassungsrichter-innen NICHT, daß wir die "Bundesrepublik Deutschland" sind?
Finde ich persönlich sehr bemerkenswert...!

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