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Wirtschaft & Finanzen: Steuern & Steuerrecht

Neue Steuerfalle: „Pfennigsartikel“ als Steuerbetrug

Auf welch blödsinnige Ideen kommt der Staat noch um an unser Geld zu kommen?

Foto: Axel Ertelt
Foto: Axel Ertelt
Wer kennt sie nicht? – Die Einweg-Billig-Feuerzeuge, die man bisher an jeder Ecke nachgeschmissen bekam. Mal funktionieren sie, mal nicht und mal brechen sie auch beim zweiten oder dritten Benutzen auseinander oder der Feuerstein bricht aus und blockiert die Funktion. Ein billiger Massenartikel eben, bei dem es auf Quantität, nicht auf Qualität ankommt. Wird er doch gerne als kostenlose Zugabe von vielen Geschäften verschenkt – zum Beispiel wenn man eine Stange Zigaretten kauft…

Und jetzt muss ich mich auch outen, Nein, nein, um Gottes Willen, nicht dass ich schwul wäre! Im Gegenteil, ich bin seit mehr als 20 Jahren glücklich verheiratet. - Der englische Begriff des Outens stammt im deutschen Sprachgebrauch ja ursprünglich aus der homosexuellen Szene, weil dort erstmals im großen Stile benutzt. Inzwischen wird er aber für alles Mögliche eingesetzt. So outet sich mancher als drogenabhängig oder Alkoholiker. Ich muss mich dann hier als Raucher outen – aber das wissen eh alle, die mich persönlich kennen. Und wäre ich nicht Raucher, dann hätte ich vielleicht von dem hier geschilderten Schildbürgerstreich des deutschen Staates nie etwas gehört.

Heute Morgen musste ich mal wieder das Auto tanken. Bei der Gelegenheit nahm ich auch eine Stange Zigaretten mit. Sonst gab es sofort immer eines dieser Einweg-Billig-Feuerzeuge dazu. Das war beim Kauf einer ganzen Stange Zigaretten immer das gleiche gewohnte Ritual: Die Stange Zigaretten wurde auf die Theke gelegt, direkt hinterher ein Feuerzeug als kostenlose Zugabe darauf. Dann wurde kassiert. Nicht so heute. Heute fehlte das Feuerzeug als es ans kassieren ging. Naja, ist ja nicht weiter tragisch. Vielleicht waren sie ja ausgegangen oder man hat es heute mal schlichtweg vergessen. Ist ja nicht so schlimm, schließlich habe ich davon noch massenhaft zu Hause herumliegen…

Doch nach dem Kassieren legte mir der Kassierer dann doch noch ein Feuerzeug auf die Zigaretten. Dann meinte er, ohne dass ich nachgefragt hätte, ganz von selbst: „Das müssen wir jetzt immer so machen. Wir dürfen das Feuerzeug nicht mehr vor dem Kassieren rausgeben, sondern müssen erst kassieren.“

Wie bitte? Was ist denn da der Unterschied? Es gibt keinen? Weit gefehlt! Der kleine aber feine Unterschied liegt im steuerrechtlichen Bereich, wie mir der Kassierer erklärte. Die Preise sind festgeschrieben und deshalb wäre es – rein steuerrechtlich – ein Steuerbetrug, wenn er das Feuerzeug vor dem Kassieren herausgäbe. Hinterher dürfe es verschenkt werden – aber eben nicht vor dem Kassieren!

Oh, mein Gott, welcher Paragraphenreiter hat denn nur diesen Unsinn wieder ausgeheckt? Ist wieder mal die EU-Kommission dafür verantwortlich, die eh nicht viel Gescheites zustande bringen (s.: „Neuer Schelmenstreich der EU…“)? Oder waren es ausnahmsweise die Deutschen mal wieder alleine, die sich einen neuen Streich ausgedacht haben um an unser Geld zu kommen?

Vielleicht gehört es aber auch zu einer Art der neuen Arbeitsbeschaffungsmaßnahme und es werden Arbeitslose eingestellt, die demnächst nichts anderes zu tun haben als Testkäufe zu machen um zu kontrollieren, dass sich auch ja jeder Geschäftsmann daran hält. Tut er es nicht, werden wohl manch saftige Steuernachzahlungen auf die Geschäfte zukommen. Immerhin, irgendwo muss das Geld ja herkommen das unsere liebe Regierung so sorglos verschwendet…

Fototext: Feuerzeuge - der Stein des Anstoßes. Foto: Axel Ertelt.

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Schlüsselwörter: Werbegeschenke | Steuerrecht | Steuern | Steuerbetrug | Finanzamt | EU | Staat | Steuernachzahlungen
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