Politik: Europa

Die neue Rechte in Osteuropa

Rumäniens faschistische Traditionen
23.07.2009 09:11:33 eingesandt von Chaim für OnlineZeitung 24.de

Wer heute morgen die Nachrichten studiert, findet unter anderem einen kleinen rumänischen Tom-Cruise-Imitator mit einem recht peinlichen Auftritt. Doch wie immer ist es erst die Geschichte hinter der Geschichte, die die Nachricht von einem rumänischen Bürgermeister und seinem peinlichen Auftritt in Nazi-Uniform verständlich macht.

Daß der ehemalige rumänische Diktator Ion Antonescu, einer der besten Verbündeten Hitlers, den Massenmord der Nazis an Juden und an Roma eifrig begleitet und unterstützt hat, ist ausreichend dokumentiert. Daß der traditionelle rumänische Rassenhaß gegen Juden und Roma tief verwurzelt ist, auch kirchlich-religiös, ist unbestreitbar. Die Berichte der Wiesel-Kommission oder die des Zentrums zur Bekämpfung des Antisemitismus in Rumänien (The Center for Monitoring and Combating Anti-Semitism, MCA) kann im Informationszeitalter jeder einsehen. Und daß die Neue Rechte in Rumänien sich nicht erst beim Begräbnis von Ion Gavrila Ogoranu (2006) in der Öffentlichkeit zeigte, läßt sich ebenfalls in den Archiven nachlesen.

In diesem Zusammenhang muß man es also sehen, wenn nun ein 41jähriger Bürgermeister öffentlich in einer Nazi-Uniform auftritt und es gar nicht verstehen kann, warum man sich aufregt. Daß er vergessen hat, das Hakenkreuz auf der Gürtelschnalle abzudecken, wird ihm doch keiner vorwerfen wollen? Und daß er seinen 15jährigen Sohn ebenfalls in eine Nazi-Uniform steckt, ist das denn wirklich so schlimm? - Interessant sind jedoch die Selbstaussagen, wenn man sie denn auch zu Ende denkt.

Der Bürgermeister sagte im Interview mit der rumänischen Zeitung "Evenimentul Zilei" (dpa/afp/focus), seine Uniform sei doch nur die eines Wehrmacht-Generals gewesen. "Ich fand diese Uniform sehr schön und habe immer die rigorose Organisation der deutschen Armee bewundert", sagte Bürgermeister Radu Mazare.

Na, dann ist es doch gut! Denn Bewunderung für die rigorosen Organisatoren des rassistischen Völkermords in Europa ist selbstverständlich das Wichtigste, was die Welt braucht. Und daß der smarte Bürgermeister von dem Film mit dem faschistischen Scientologen Tom Cruise "Operation Walküre" inspiriert gewesen sei, paßt dann wirklich haargenau zum Gesamtbild. Der Mann ist übrigens Sozialdemokrat!

Fragt sich nur: wozu genau hat ihn die Hitler-Wehrmacht eigentlich "inspiriert"? Im Stechschritt den General Hampelmann zu spielen, umgeben von leichtbekleideten Damen auf einer Modenschau? Begleitet von einem Milchbubi?

Inspiration meint eigentlich etwas anderes.

Übrigens: bei youtube findet man den eitlen Bürgermeister im Wahlkampf, ganz harmlos beim Tanzen usw., das aktuelle Video ist über google leicht zu finden.

YouTube Video

YouTube Video

Quellen und Verweise: