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Sonstiges: Religion

Die leidvolle Geschichte der "Zeugen Jehovas" (4)

Mißachtung, Verleumdung, Verfolgung

KZ-Kennzeichnung "Bibelforscher"
KZ-Kennzeichnung "Bibelforscher"
Die "Zeugen Jehovas" standen bereits - seit ihrer Gründung - allein aus theologischen Gründen in scharfer Konkurrenz zu den anderen christlichen Strömungen und Konfessionen, ihre religiös motivierte Ab- und Ausgrenzung war von ihnen allerdings selbst auch gewollt und somit konstitutiv für diese religiöse Sondergemeinschaft.

Doch was sie dann im deutschen Kaiserreich sowie insbesondere in den Unrechtssystemen des deutschen Faschismus und auch des deutschen und russischen Stalinismus zu erdulden hatten, ging weit über eine - vor diesem Zeitpunkt in der Geschichte nicht seltene - religiöse Mißachtung oder Verfolgung unter weltanschaulichen "Konkurrenten" hinaus und sprengt die normale Vorstellungskraft. Hier liegt auch der Grund, warum diese religiöse Gruppe bei aller (heutigen!) Kritik an ihren eigenen Praktiken nach innen (dazu später, Stichwort "Aussteiger") dennoch den Respekt erhalten sollte, der allen Opfern der nationalsozialistischen wie auch der stalinistischen Verfolgung zukommt.

Die Ablehnung der "Zeugen Jehovas" weit über theologische Streitereien hinaus, nämlich bis hin zu Verleumdungen, war somit zunächst ein weltweites (christliches) Phänomen, eigentlich eine Parallele zu den Zerwürfnissen zwischen Katholiken und Lutheranern, zwischen evangelischen Landeskirchen und den Freikirchen, nur eben schärfer geführt; man verfolgte diese sogenannte "Sekte" mit einem abgrundtiefen Haß (zum äußerst fragwürdigen Kampf-Begriff "Sekte" in der nächsten Folge).

Hierfür mögen zwei Aspekte eine besondere Rolle gespielt haben: zum einen ihre theologische Positionierung gegen die "Hölle" (bzw. das Fegefeuer), die sie ablehnten und die für die anderen christlichen Konfessionen als angedrohtes Strafinstrument theologisch geradezu zentral war. Zum andern ihre Fokussierung auf das jeweils eigene persönliche Studium der Bibel durch jeden Laien, was insbesondere der römisch-katholischen Kirche ein Dorn im Auge war, minderte dies doch die monopolistische Position des "Priesters". - Diese historische Basis muß man bei der Beurteilung der späteren staatlichen Verbrechen an den "Zeugen Jehovas" als Vorgeschichte berücksichtigen; denn bei der späteren staatlichen Verfolgung spielten die anderen christlichen Kirchen nur allzugerne mit, durch Denunziation und "Gutachten", übrigens auch durch Hetzpredigten von der Kanzel. Dies alles war also bereits zuvor im persönlichen Umgang von Christen mit den "Zeugen Jehovas" eingeübt worden; die anderen christlichen Kirchen hatten in weiten Teilen keine Skrupel, hier mißliebige Konkurrenten ans Messer zu liefern.

Die Diskriminierung und organisierte Verfolgung der "Zeugen Jehovas" durch Staaten läßt sich in der Rückschau am besten chronologisch in Bezug auf Deutschland zeigen und dabei in fünf Phasen einteilen.

  1. Im deutschen Kaiserreich, insbesondere während des 1. Weltkriegs
  2. Zwischen 1918 und der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler
  3. Im Nationalsozialismus
  4. Im DDR-Stalinismus
  5. In der Bundesrepublik (hier gab es zwar keine Verfolgung, aber doch eine juristische Diskriminierung)

Stolperstein Konrad Brzezek
Stolperstein Konrad Brzezek
Hier also die geschichtliche Entwicklung von Ausgrenzung über Verfolgung und Ermordung bis hin zur heutigen Situation, die keineswegs als befriedet gesehen werden kann.

  1. Im Deutschen Reich bis 1918 - Aufgrund der religiös motivierten Distanzierung zu weltlicher Macht fielen die "Zeugen Jehovas" natürlich bereits im deutschen Kaiserreich unangenehm auf; der Name ließ ja auch fälschlicherweise vermuten, es handle sich um eine jüdische Splittergruppe, was bei dem im 19. Jahrhundert "normalen" Antisemitismus zusätzlichen Aggressionsschub bedeutete. Ferner war aufgrund des Pazifismus der "Zeugen Jehovas" ein natürlicher Gegensatz zu der Militarisierung Deutschlands zwischen 1870 und 1918 gegeben. Als supranationale und nicht staatlich gebundene Gemeinschaft waren die "Zeugen Jehovas" dem bismarckschen Nationalismus noch verdächtiger als die Sozialdemokratie und wurden wegen ihres bedingungslosen Pazifismus geradezu gehaßt.
  2. Zwischen 1918 und dem 30.01.1933 - Nachdem man sich nach Versailles gegenüber äußeren Feinden nicht mehr identitätsstiftend äußern und verhalten konnte (Originalzitat: "...jeder Schuß ein Ruß, jeder Stoß ein Franzos', jeder Tritt ein Brit', jeder Klapps ein Japs...." - oder auch, fein gereimt: "Serbien muss sterbien"), kamen die inneren "Feinde" ins Visier: Sozialdemokraten (siehe Dolchstoßlegende), Freimaurer, Juden, "Zeugen Jehovas", aus völkischer Sicht standen die drei letztgenannten Gruppen angeblich ohnehin in enger Verbindung - und die amerikanische Wurzel der "Zeugen Jehovas" verbesserte kaum die Optik in diesem Fall. Nachdem in den zwanziger Jahren die christlichen Kirchen in Deutschland durch die Freidenkerbewegung einen erheblichen Mitgliederschwund erlitten, wurden die "Zeugen Jehovas" hierfür auch gleich mitverantwortlich gemacht.
  3. Im Nationalsozialismus - Nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler - nach 1945 dann in einer schlimmen Geschichtsfälschung als "Machtergreifung" umgedeutet - kam die für die "Zeugen Jehovas" wohl schlimmste Zeit. Diese Phase, die gleichzeitig auch den Niedergang der deutschen Kultur der "Dichter und Denker" kennzeichnet, soll hier nicht vertieft dargestellt werden, um den Leser nicht zu ermüden; zumal die Fakten bekannt sein dürften. Wer in die Tiefe gehen will, der findet hier hervorragend aufbereitete Informationen: Doch auf ein Zitat soll hier näher eingegangen werden:
    Gedenktafel KZ Mauthausen
    Gedenktafel KZ Mauthausen
    "Die couragierte Haltung der Zeugen Jehovas (...) eignet sich als Leitbild in einer demokratisch verfassten Gesellschaft nur bedingt. Ihr Handlungsmotiv war die Loyalität zur Theokratie, nicht die Wiedererlangung von Freiheit und Demokratie." Detlef Garbe, Zwischen Widerstand und Martyrium - Die Zeugen Jehovas im Dritten Reich, Oldenbourg 1998, Seite 28.
    Diese Äußerung ist insofern problematisch, als sie eine rückwirkende Wertung vornimmt; jedoch nicht die Theologie der "Zeugen Jehovas" ist hier zu beurteilen, sondern allein ihre konsequente Haltung gegen ein Unrechtsregime. Es erscheint wenig sinnvoll, das heute aus der Islamismus-Diskussion bekannte und vorbelastete Wort "Theokratie" nachträglich ausgerechnet denjenigen Menschen zur Last zu legen, die als eine der wenigen Gruppen - aus welchen Gründen auch immer - gegen die Nationalsozialisten wirklich Widerstand geleistet haben. Von daher waren die "Zeugen Jehovas" unbedingt vorbildlich, nämlich als Widerstandskämpfer im zivilen Ungehorsam. Leider folgten nicht mehr Christen ihrem Beispiel. - Um dies wirklich gerecht beurteilen zu können, muß man wissen, daß die "Zeugen Jehovas" die einzige Gruppe von KZ-Häftlingen war, die durch einfache Verhaltensänderung und durch Ablassen von ihrer Verweigerung sofort aus dem KZ freigekommen wären... - die Polen oder anderen slavischen KZ-Sklaven mußten wegen ihrer aus NS-Sicht "rassischen Minderwertigkeit" vernichtet werden, ebenso die Roma ("Zigeuner"), die Juden aus antisemitischen Gründen, die Kommunisten und Sozialdemokraten wegen ihrer "falschen" politischen Ansichten, die Homosexuellen wegen ihrer "undeutschen Sodomie" usw. usf.
    "Die Zeugen Jehovas bewahrten sich ihre Integrität, weil sie starke religiöse Überzeugungen besaßen. Sie waren beispielhafte Kameraden, hilfsbereit, korrekt und verlässlich." (Bruno Bettelheim, amerikanischer Psychologe und als Jude ehemaliger Häftling im KZ Dachau)
    Allein die "Zeugen Jehovas" hätten durch einfaches "Abschwören" sofort freikommen können, und die meisten haben es dennoch nicht getan.
    "Seinen Namen weiß ich nicht mehr ... Er gehörte keiner der herrschenden Ideologien an, war weder Nazi noch Kommunist oder Sozialist. Er gehörte zu den Zeugen Jehovas. Man konnte gar nicht genau sagen, wogegen er war. Jedenfalls faßte er kein Gewehr an. Er ließ es einfach fallen, immer wieder, gleich, welche Strafe ihm angedroht und vollzogen wurde. Und auch dieser ungewöhnliche Mensch hat mich nicht zum Umdenken bewegen können ... bewundert habe ich seine unglaubliche Willensstärke und mich gefragt: Wie hält er das aus? Wie schafft er das bloß?" Günter Grass in einem FAZ-Interview mit Frank Schirrmacher u.a. zur Frage ob er Widerstand erlebt und beobachtet habe.
    Hier also hat man einen historischen Anschluß an die urchristliche Märtyrertradition im alten Rom, die nur wenige Protestanten und noch weniger Katholiken bereit waren auf sich zu nehmen - bevor das Christentum dann selbst (katholische) Staatsreligion wurde, die andere Glaubensrichtungen verfolgte und ermordete....
    "So stellte ich mir die ersten christlichen Märtyrer vor, wie sie in der Arena auf das Zerrissen-werden durch wilde Bestien warteten. Mit völlig verklärtem Gesicht, die Augen nach oben gerichtet, die Hände zum Gebet gefaltet und erhoben gingen sie in den Tod. Alle die dies Sterben sahen, waren ergriffen, selbst das Exekutions-Kommando war benommen." (Rudolf Höß, Lagerkommandant des KZ Auschwitz; Kommandant in Auschwitz, München, 1983)
  4. Im DDR-Stalinismus - In der DDR erhielten die "Zeugen Jehovas" zunächst eine Zulassung zur „gottesdienstlichen Betätigung“. Doch bereits im August 1950 wurden sie in der DDR völlig verboten; die Führung der DDR warf ihnen vor, Hetze gegen die "demokratische Ordnung" zu betreiben und "Spione einer imperialistischen Macht" zu sein. Im Oktober 1950 wurden Schauprozesse durchgeführt, die mit hohen Zuchthausstrafen für die Angeklagten endeten.
    Gedenkstätte Bautzen II
    Gedenkstätte Bautzen II
    In diesen ersten Jahren versuchte man, mit besonderer Härte gegen sie vorzugehen. Insgesamt 1.850 "Zeugen Jehovas" kamen in den DDR-Strafvollzug. In dieser Zeit gab es 60 Todesfälle, die auf Mißhandlung, Unterernährung und Krankheit zurückzuführen waren. Es wurden zwölf lebenslange Haftstrafen ausgesprochen. Die Stasi versuchte sogar, den damaligen Leiter des Ost-Berlin-Büros in West-Berlin zu entführen. Mitte der 1950er Jahre änderte das Ministerium für Staatssicherheit die Taktik, man versuchte jetzt, die Gemeinschaft mit eingeschleusten Personen zu unterwandern, um sie so von innen heraus zu zerstören. Das MfS beabsichtigte, das Vertrauen in die Leitung der "Zeugen Jehovas" durch Briefe und ab 1965 durch die eigens herausgegebene Zeitschrift "Christliche Verantwortung" zu erschüttern. - Ab 1967 gab es keine Verurteilungen mehr. Der "illegale" Predigtdienst und die Verbreitung von Zeitschriften wurden ab diesem Jahr nur noch als "Ordnungswidrigkeit" geahndet. Von 1962 bis 1985 wurden "Zeugen Jehovas" wegen ihrer Weigerung, Wehrdienst zu leisten, zu Haftstrafen verurteilt (bis 1987 waren es 2.750 junge Männer). Noch kurz vor dem Zusammenbruch der DDR wurden für den Predigtdienst unsystematisch Geldstrafen bis zu 1.000 Mark (mehr als der Monatslohn eines Arbeiters) erhoben. Das 1978 eingeführte Pflichtfach „Wehrunterricht“ brachte junge "Zeugen Jehovas" besonders in Bedrängnis. Vielen wurde daraufhin eine berufliche und schulische Weiterbildung verwehrt. - Insgesamt kamen bis zum Ende der DDR-Zeit über 5.000 "Zeugen Jehovas" in Justizvollzugsanstalten und Haftarbeitslager. Ein Teil der Betroffenen gilt für die Bundesrepublik als "Doppeltverfolgte": etwa 325 waren nämlich bereits zuvor schon im NS-Regime inhaftiert gewesen. - Am 14. März 1990 wurden die "Zeugen Jehovas" in der DDR staatlich anerkannt. *)
  5. In der Bundesrepublik - Im Vergleich mit der Vorgeschichte mag die heutige staatliche Diskriminierung zwar als geringfügig erscheinen, doch ist sie in einem nominell säkularen Staat mit verbriefter Religionsfreiheit schon bemerkenswert; dies auch im Hinblick darauf, daß andere Gruppierungen wie Scientology zunächst wesentlich freundlicher in der Öffentlichkeit besprochen und angesehen wurden (was sich mittlerweile geändert hat, nicht umsonst hat der Verfassungsschutz ein Auge auf diesen "eingetragenen Verein"). Übrigens: die Schwierigkeiten, die man einer ganz offensichtlich christlichen Kirche, wie es die "Zeugen Jehovas" nun einmal sind, macht, erstaunen auch angesichts der Tatsache, daß diverse islamistische Gruppierungen sich auf die Religionsfreiheit berufen dürfen, obwohl sie dezidiert nicht auf dem Boden des Grundgesetzes stehen und daraus auch keinen Hehl machen.
    Bautzen 1904
    Bautzen 1904
    Die Diskrimierung ergibt sich also daraus, daß hierzulande 15 Jahre lang bis vor das OVG Berlin darum gestritten wurde, ob den "Zeugen Jehovas" der Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts zusteht (was inzwischen bejaht ist). Die Begründung des zunächst die Anerkennung verweigernden Landes Berlin lautete, die "Zeugen Jehovas" hätten gegenüber der Bundesrepublik Deutschland eine "mangelnde Rechtstreue". Ein Argument, was anderen Religionsgemeinschaften - die dezidiert eine Scharia anstreben, also eine Abschaffung der Bundesrepublik als pluralistischen und säkularen Rechtsstaat - offenbar nicht die Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechts vorenthält. Immerhin hat das Bundesverwaltungsgericht erfreulicherweise die Position des Landes Berlin revidiert und den "Zeugen Jehovas" die Anerkennung als Religionsgemeinschaft aus staatlicher Sicht am 13.06.2006 zukommen lassen; andere Bundesländer taten dies dann ohne Gerichtsverfahren..

Angesichts dieser leidvollen und diskriminierenden Geschichte sollte es möglich sein, dieser Religionsgemeinschaft - bei aller inhaltlicher Kritik, vor allem im Hinblick auf ihren Umgang mit denjenigen, die diese Gemeinschaft verlassen wollen - den Respekt zu gewähren, den jedes Opfer von stalinistischer und NS-faschistischer Gewalt verdient. Auf dieser Basis des Respekts und der Toleranz für die Religion und Weltanschauung kann man dann in einen kritischen Dialog über Verhalten und Politik treten - nicht umgekehrt.

  • Weiterführende Informationen
*) der Abschnitt DDR wurde weitgehend von Wikipedia übernommen, da dieser Artikel außergewöhnlich gut recherchiert und formuliert war (Autor W. Edlmeier / Creative Commons Attribution/Share Alike). Es wurden geringfügige redaktionelle Änderungen vorgenommen.
~ Fortsetzung folgt ~
Teil 4 von 10

  • Bisher sind zum Thema erschienen:
  1. Die "Zeugen Jehovas" - hier ist auch eine Übersicht aller 10 Folgen zu finden
  2. Ein bedauerliches sprachliches Mißverständnis: "Jehova" gibt es nicht
  3. Die Grundzüge der Religion der "Zeugen Jehovas"
  4. Die leidvolle Geschichte der "Zeugen Jehovas"

  • Da aufgrund der ersten Folgen dieser Reihe bereits einige persönlichen Nachfragen an den Autor gerichtet wurden, scheint es zur Vermeidung von Mißverständnissen sinnvoll, auf folgende Umstände hinzuweisen:
  • der Autor ist kein Mitglied der "Zeugen Jehovas"
  • er steht zu den "Zeugen Jehovas" in keinerlei familiärer, privater oder geschäftlicher Beziehung
  • die Reihe gibt eine persönliche Sicht wieder, die auf den religionswissenschaftlichen Forschungen und Erkenntnissen des Autors beruhen
  • der Autor ist scharfer Kritiker der aktuellen gesellschaftlichen Positionierungen und internen Verhaltensweisen der "Zeugen Jehovas", dies übrigens auf der Basis seiner wissenschaftlichen Qualifikation als
  • Philosoph und Religionswissenschaftler mit den thematischen Schwerpunkten Christentum, Islam und Buddhismus sowie dem systematischen Schwerpunkt "interreligiöser Dialog"
  • der Autor ist Mitglied einer jüdischen Gemeinde in Deutschland
  • Bildnachweis:

1&1 DSL

Für den Inhalt des vorstehenden Artikels ist allein der Autor des Beitrages verantwortlich!
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Schlüsselwörter: Zeugen Jehovas | Verfolgung | DDR | Hitler | Deutschland | Sowjetunion | Rußland | Diskriminierung | Respekt | Opfer des Nationalsozialismus | katholische Kirche | Deutsche Christen | Sekte

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Kommentare

am 08.08.2009 19:45:30 (84.63.132.xxx) Link Kommentar melden
Ja, was die Verfolgten der "Zeugen Jehovas" betrifft, kann ich meinen persönlichen Respekt zollen! Frei von Waffengewalt leben zu wollen und zu tun, ist immer ein Dorn für Irgendwelche, die gewalttätig gewollte Kriege propagieren und durchführen lassen (wollen)!
I Mayer
am 08.08.2009 20:49:14 (84.59.38.xxx) Link Kommentar melden
@chaim
Danke für diese interessante und vor allem exzellent geschriebene Mischung aus politischen, historischen und religionswissenschaftlichen Informationen!
Chaim
am 12.08.2009 08:33:32 (84.59.139.xxx) Link Kommentar melden
@ I Mayer: Danke fürs feed back, ich arbeite noch an den restlichen 6 Folgen zu diesem Themenkomplex.

@ K.R.: Paradoxes Denken scheint Dich zu überfordern? Ich lebe sehr gern frei von Waffengewalt, und genau deswegen bin ich froh, daß diese Freiheit geschützt wird, u.a. gelegentlich mit (Waffen)Gewalt.
Rüdiger Hentschel
am 12.09.2009 01:37:57 (217.84.147.xxx) Link Kommentar melden
Tatsache ist, dass das Leiden der Zeugen Jehovas immer ganz dezidiert von der Wactturmgesellschaft provoziert und gesteuert wurde. So wie in Mexiko es durch die Leitende Körperschaft erlaubt war, sich durch Bestechung vom Kriegsdienst befreien zu lassen und gleichzeitig in anderen Ländern dies von der WTG nicht erlaubt wurde und so viele ZJ dort in den Knast gingen, so hat auch zu Hitlers Zeiten die WTG genau bestimmt, wie weit das Leiden der ZJ zu gehen hatte.

Rüdiger Hentschel
I Mayer
am 12.09.2009 12:56:44 (88.68.105.xxx) Link Kommentar melden
@Rüdiger Hentschel:
so hat auch zu Hitlers Zeiten die WTG genau bestimmt, wie weit das Leiden der ZJ zu gehen hatte

Dafür gibt es sicher Quellen? Was die Verfolgung der "Zeugen" im "Dritten Reich" betrifft?
Rüdiger Hentschel
am 12.09.2009 14:13:54 (217.84.134.xxx) Link Kommentar melden
Die Wachtturmgesellschaft hat zu allen Zeiten genau festgelegt, welcher Widerstand gegen den Staat zu leisten war/ist. Ob das die Kriegsdienstverweigerung ist, die unsinnigerweise gefordert wurde, obwohl die ersten Heidenchristen ein Militärhaushalt waren, dessen Hausherr keineswegs den Dienst in der römischen Armee quittierte, nachdem er Christ geworden war, oder ob sich Menschen durch Bestechung freikaufen konnten oder nicht. Alles das wurde nach Willkür von der Leitenden Körperschaft entschieden. (Lesen Sie dazu die Bücher von R. Franz.) Vor diesem Hintergrund lässt sich folgerichtig die Behauptung aufstellen, die Wachtturmgesellschaft trug/trägt zu allen Zeiten für die Leiden der Zeugen Jehovas allein die gesamte Verantwortung.

Sie als Zeuge müssten das eigentlich wissen.

Selbstverständlich hat die Wachtturmgesellschaft nie geschrieben: So Leute, wir schicken euch jetzt mal in den Tod.

Rüdiger Hentschel
I Mayer
am 12.09.2009 15:44:19 (84.59.227.xxx) Link Kommentar melden
Verehrter Herr Hentschel, sicher verwechseln Sie mich mit irgendjemand anderem. Wenn Ihnen das öfter passiert, sollten Sie einen Fachmann konsultieren. Ihre Äußerung "Sie als Zeuge müssten das eigentlich wissen"auf meine Frage "Dafür gibt es sicher Quellen?" ist durchaus beleidigend. Ich bin weder Christ noch gar "Zeuge Jehovas", ich bin, mit Verlaub, eher Agnostiker.

Ich stelle fest, daß Sie auf meine einfache Frage etwas ins Schleudern kommen. Eine Quellenangabe ist das, was Sie hier liefern, gewiß nicht. Aber es hat sich dann erledigt, vielen Dank. Da befrage ich doch lieber Fachleute und suche mir selbst seriöse Quellen.
Chaim
am 13.09.2009 08:30:31 (88.68.104.xxx) Link Kommentar melden
Ob das die Kriegsdienstverweigerung ist, die unsinnigerweise gefordert wurde...
Hier merkt man sehr deutlich die unlautere Form der Argumente gegen Personen.

Man kann nicht das Gewissen des Einzelnen loben und dessen Gewissensentscheidung fordern, dann aber auf der anderen Seite die Gewissensentscheidung anderer so hämisch verleumden. Und das Leiden der "Zeugen Jehovahs" unter den Nazis ihnen selbst zuschreiben; das hat nur die Funktion, die NS-Ideologie zu verharmlosen.

Was "Unsinn" ist im religiösen Zusammenhang, entscheiden zum Glück weder ich noch Rüdiger Hentschel. Den Begriff sollte man also besser vermeiden.

Und diese Jagd auf angebliche "Dämonen" in naiven Wachtturm-Bildchen ist nicht meher als eine Lachnummer. Ein Psychogramm des "Jehovas-Zeugen"-Jägers allenfalls.
I Mayer
am 13.09.2009 19:18:55 (88.68.97.xxx) Link Kommentar melden
Psychogramm. Sehr gut.

@Rüdiger Hentschel: ich kenne nun Ihren Feldzug. Haben Sie eigentlich persönliche Probleme mit den "Zeugen"? Das alles wirkt auf mich doch schon, wie soll ich sagen, "bemüht"?
Rüdiger Hentschel
am 13.09.2009 19:34:39 (217.84.130.xxx) Link Kommentar melden
Die Wachtturmgesellschaft hat immer das Schicksal der Zeugen Jehovas ganz allein bestimmt. Ob es die Vernichtung vieler Existenzen war, weil Harmagedon angesagt war, oder ob es der Konflikt mit irgendwelchen Obrigkeiten war oder ist. Die Leitende Körperschaft entscheidet diese Dinge schon immer aus dem bequemen Sessel heraus und manipuliert das Gewissen des einzelnen Zeugen nach Belieben.

Deshalb habe ich auch keine Probleme mit Zeugen Jehovas, sondern lediglich mit der Wachtturmgesellschaft. Die sind die Lügner.

Rüdiger Hentschel
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