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Sonstiges: Kultur & Religion

Die Zeugen Jehovas (1)

Annäherung an ein komplexes Thema

Steelman/Wikipedia CC-Lizenz
Steelman/Wikipedia CC-Lizenz
Kann man einer religiösen Gruppierung Respekt zollen, die einen selbst nicht besonders hoch achtet? Um es vorwegzunehmen: ja, man kann. Manchmal muß man es sogar. Dazu muß man einfach nur die Ebenen analytisch trennen, um die es geht. Dann kann man sogar dem zur Seite stehen, den man wegen der Inhalte, die er vertritt, äußerst problematisch findet. So ist das eben nach der Aufklärung in einer pluralistischen Gesellschaft.

Um das Komplizierte einfach zu machen, wird das Thema "Jehovas Zeugen" hier in den folgenden Beiträgen erscheinen:

  1. Die Zeugen Jehovas (Einleitung)
  2. Ein bedauerliches sprachliches Mißverständnis: "Jehova" gibt es nicht
  3. Die Grundzüge der Religion der "Zeugen Jehovas"
  4. Die leidvolle Geschichte der "Zeugen Jehovas"
  5. Die Zeugen Jehovas aus religionswissenschaftlicher Sicht
  6. Das Verhältnis zum Staat
  7. Das Verhältnis zu anderen Religionen
  8. Die Endzeit
  9. Aussteiger
  10. Der Xiliasmus und seine Auswirkungen

Die Zahl "Zehn" hat hier keinerlei mystisch, religiöse oder versteckte Bedeutung.

Vorab und zur Einleitung:

In Deutschland sind die Zeugen Jehovas - früher auch "ernste Bibelforscher" oder "Bibelforscher" genannt - ein historischer Stachel im Fleisch: denn wegen ihrer Ablehnung des Hitlergrußes kamen sie in KZ, wurden gefoltert und ermordet. Insofern sind sie Leidensgenossen mit Kommunisten, Sozialdemokraten, Roma (incl. Sinti/Manouches), Homosexuellen, Polen und natürlich Juden. In der DDR gab es gegen sie Schauprozesse (1950), und sie wurden erst 1990(!) in der DDR rehabilitiert. Heute sind die Zeugen Jehovas in Rußland verboten (durch Jelzin, seit 2004 übrigens schon), mit einem extra verabschiedeten "Gesetz über die Gewissensfreiheit und religiöse Vereinigungen". In Georgien wurden und werden sie vom Mob, angestachelt von dem abgesetzten georgisch-orthodoxen Priester Basil Mkalavishvili und z.T. von Polizeikräften verfolgt und mißhandelt. Pogrome haben ja in Rußland, Polen, Ukraine oder Georgien Tradition, wie Juden wissen. Da ist das Christentum eben noch im finstersten Mittelalter. Ohne Lessings Ringparabel.

Kurz: auf der ganzen Welt werden die Zeugen Jehovas diskriminiert, verfolgt, ausgegrenzt. Allerdings paßt ihnen letzteres ins Konzept. Für sie als "chiliastische" Form des Christentums ist die Ausgrenzung sozusagen konstitutiv, sie ist ein Teil des Konzepts, der Weltanschauung. Und wenn sie bei mir an der Tür klingeln (wohl deshalb, weil sie nicht wissen, was eine Mesusah ist), fertige ich sie gerade noch höflich, aber kurz ab: "Nein danke, ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag!"

Für die ganz Hartgesottenen, die dieser deutlichen Aufforderung nicht Folge leisten wollen oder können, folgt dann noch der Hinweis: "ani yehudi / I'm a jew / ich bin Jude!"

Dann spätestens geben sie (mich) auf und lassen mich "verlorene Seele" in Ruhe...

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Schlüsselwörter: Zeugen Jehovas | Zeugen | Jehova | Tetragramm | Chiliasmus | Nationalsozialismus | KZ | Roma | Homosexuelle | Juden | Verfolgung | Mission | Christentum | christlich | Pogrom | Jelzin | Schauprozesse | Bluttransfusion | Kriegsdienstverweigerung
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Kommentare

am 21.07.2009 20:27:46 (80.141.41.xxx) Link Kommentar melden
Ergänzend wollte ich noch anführen, daß auch Schwarze, Zwillinge (Zwillings-Forschung) und Behinderte in den KZ-Lagern ihr Dasein fristen durften...! Ansonsten bin ich auf die weiteren Folgen "Die Zeugen Jehovas" gespannt! Liebe Grüße!
am 21.07.2009 22:28:17 (80.141.41.xxx) Link Kommentar melden
Ja, ALLE OPFER verdienen Respekt, Würde und Gedenken! Danke für Deine vervollständigten Anmerkungen! Heute ist es ähnlich, die Opfer werden nur anders ge"opfert"..., diese getätigte Andeutung würde aber eine neue Diskussion hervorbringen...! Also seien wir wachsam, und lernen "endlich" aus dem, was passierte...!
Saul
am 17.08.2009 08:38:01 (193.158.44.xxx) Link Kommentar melden
Ist der Author dieses Artikels einer von denen die sich die Heilige Schrift an die Stirn binden statt diese zu lesen und so den Sinn zu erfassen?

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