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Entsetzen nach der Katastrophe von Nachterstedt

20.07.2009 11:18:10 eingesandt von Tepes für OnlineZeitung 24.de

Die Unglücksstelle
Die Unglücksstelle
Am frühen Morgen des 18.7.2009 ereilte die kleine Gemeinde Nachterstedt im Harzvorland eine Umweltkatastrophe unvorstellbaren Ausmaßes. Rund 18 Jahre nachdem der Braunkohletagebau rund um Nachterstedt eingestellt wurde, rutschten rund 2 Millionen Kubikmeter Erde auf einer Breite von 350 Metern rund 100 Meter in die Tiefe des heutigen Concordiasees, der ehemaligen Braunkohletagebaugrube. Mit in die Tiefe gerissen wurde ein komplettes Doppelhaus, von einem anderen Mehrfamilienhaus stürzte eine Hälfte in die Tiefe. Die betroffenen Häuser haben vor dem Unglück 120 Meter von der Kante des Tagebauloches entfernt gestanden! Nach Angaben der Behörden werden 3 Personen vermisst, eine 48 Jahre alte Frau und 2 Männer im Alter von 50 und 51 Jahren. Es ist davon auszugehen, dass für die Vermissten keine Überlebenschancen mehr bestehen, dennoch arbeiten die Rettungskräfte unermüdlich.

Nunmehr 2 Tage nach dem Unglück wollen die vor Ort befindlichen Rettungskräfte versuchen, zu den 3 vermissten Personen vorzudringen. Pioniere der Bundeswehr wollen mit Booten zur Unglücksstelle vordringen. Alle bisherigen Versuche Überlebenszeichen zu finden blieben erfolglos. Viele Rettungsmöglichkeiten, wie z.B. Spürhunde oder Bergungsroboter konnten bisher nicht eingesetzt werden, da der Untergrund an der Unglücksstelle viel zu morastig ist.

Am Sonntagabend konnten die 40 evakuierten Einwohner kurzzeitig in ihre Häuser zurück um wichtige persönliche Unterlagen aus ihren Häusern zu holen. Es durfte jeweils nur eine Person der betroffenen Familien zum eigenen Haus. Diese Vorsichtsmaßnahmen waren notwendig, da die Gefahr bestand, dass weitere Teile der Böschung abbrechen könnten.

Weiterhin herrscht großes Rätselraten über die Unglücksursache. Jedoch verhärtet sich der Verdacht, dass ein direkter Zusammenhang mit dem früheren Braunkohletagebau besteht. Experten gehen davon aus, dass eine abschließende Ursachenforschung erst nach mehreren Monaten vorliegen wird. Um Schaulustige von dem Unglücksort fernzuhalten, wurde Nachterstedt zum Katastrophengebiet erklärt.

Meine Anteilnahme gilt allen Betroffenen des Unglücks insbesondere den Angehörigen der 3 Vermissten.

Foto via flickr Fotograf baerchen57 CC Lizenz