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Entsetzen nach der Katastrophe von Nachterstedt

Die Unglücksstelle
Die Unglücksstelle
Am frühen Morgen des 18.7.2009 ereilte die kleine Gemeinde Nachterstedt im Harzvorland eine Umweltkatastrophe unvorstellbaren Ausmaßes. Rund 18 Jahre nachdem der Braunkohletagebau rund um Nachterstedt eingestellt wurde, rutschten rund 2 Millionen Kubikmeter Erde auf einer Breite von 350 Metern rund 100 Meter in die Tiefe des heutigen Concordiasees, der ehemaligen Braunkohletagebaugrube. Mit in die Tiefe gerissen wurde ein komplettes Doppelhaus, von einem anderen Mehrfamilienhaus stürzte eine Hälfte in die Tiefe. Die betroffenen Häuser haben vor dem Unglück 120 Meter von der Kante des Tagebauloches entfernt gestanden! Nach Angaben der Behörden werden 3 Personen vermisst, eine 48 Jahre alte Frau und 2 Männer im Alter von 50 und 51 Jahren. Es ist davon auszugehen, dass für die Vermissten keine Überlebenschancen mehr bestehen, dennoch arbeiten die Rettungskräfte unermüdlich.

Nunmehr 2 Tage nach dem Unglück wollen die vor Ort befindlichen Rettungskräfte versuchen, zu den 3 vermissten Personen vorzudringen. Pioniere der Bundeswehr wollen mit Booten zur Unglücksstelle vordringen. Alle bisherigen Versuche Überlebenszeichen zu finden blieben erfolglos. Viele Rettungsmöglichkeiten, wie z.B. Spürhunde oder Bergungsroboter konnten bisher nicht eingesetzt werden, da der Untergrund an der Unglücksstelle viel zu morastig ist.

Am Sonntagabend konnten die 40 evakuierten Einwohner kurzzeitig in ihre Häuser zurück um wichtige persönliche Unterlagen aus ihren Häusern zu holen. Es durfte jeweils nur eine Person der betroffenen Familien zum eigenen Haus. Diese Vorsichtsmaßnahmen waren notwendig, da die Gefahr bestand, dass weitere Teile der Böschung abbrechen könnten.

Weiterhin herrscht großes Rätselraten über die Unglücksursache. Jedoch verhärtet sich der Verdacht, dass ein direkter Zusammenhang mit dem früheren Braunkohletagebau besteht. Experten gehen davon aus, dass eine abschließende Ursachenforschung erst nach mehreren Monaten vorliegen wird. Um Schaulustige von dem Unglücksort fernzuhalten, wurde Nachterstedt zum Katastrophengebiet erklärt.

Meine Anteilnahme gilt allen Betroffenen des Unglücks insbesondere den Angehörigen der 3 Vermissten.

Foto via flickr Fotograf baerchen57 CC Lizenz

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Schlüsselwörter: Nachterstedt | Concordiasee | Katastrophe | Braunkohletagebau
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Kommentare

Journalist
am 20.07.2009 13:36:38 (91.16.140.xxx) Link Kommentar melden
Eine schreckliche Geschichte und in den Medien scheinbar ratlose Verantwortliche. Dabei gibt es seit Jahren wohl schon wissenschaftliche Verfahren, die anhand von Luftaufnahmen wie sie google Earth liefert, sehr genaue Abschätzungen von zukünftigen Bodenbewegungen zulassen. Man muss dieses nur machen lassen, anstatt sich von der Natur einfach immer wieder überraschen lassen. Hinzu kommt noch, dass dieses Verfahren in Deutschland entwickelt und bereits an mehreren Stellen weltweit erfolgreich angewendet worden ist. Das Verfahren nennt sich GeoSPIRS-Verfahren. Aus zuverlässiger Quelle war zu erfahren, dass das aller Wahrscheinlichkeit nach erst ein kleiner Teil gewesen ist, der da in Nachterstedt um den Braunkohletagebausee Concordia abgegangen ist.
OZ24
am 20.07.2009 20:39:08 (84.183.176.xxx) Link Kommentar melden
Schlimm zu hören, dass es eventuell Möglichkeiten gegeben hat, diese Katastrophe vorherzusehen und Menschenleben zu retten. In wieweit man aber den Verantwortlichen Vorwürfe machen kann, bleibt abzuwarten.

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