Wirtschaft & Finanzen: Welt

Airbus zwingt angeschlagene Thai-Airlines zur Abnahme der Superjumbos

Bei Nichtabnahme würde eine Vertragsstrafe von 700 Millionen US-Dollar fällig
16.07.2009 18:14:02 eingesandt von Alex Mais für OnlineZeitung 24.de

Foto: J. v. Bröckel, Pixelio.de
Foto: J. v. Bröckel, Pixelio.de
Wie bereits berichtet wollte die Thai Airways international ihre Bestellung von sechs Airbus A380, bekannt als „Superjumbos“, stornieren, da sie die Kaufsumme von 1,8 Milliarden US-Dollar wegen der extremen Verluste nicht aufbringen kann. Der Buchungsrückgang der Fluggesellschaft lag im ersten Quartal 2009 bei fast 20 %. Schuld daran ist vor allem die andauernde und völlig unbefriedigende politische Situation im Land. Diese schreckt viele Urlauber von einem Thailandurlaub ab.

Doch aus der Stornierung des Milliardengeschäftes wird nichts, denn Airbus besteht auf der Abnahme – wohl auch aus Gründen der weltweiten Wirtschaftskrise, denn wer weis, wer in der heutigen Situation noch neue Bestellungen für den A380 vornimmt. Sollte die Thai Airways vertragsbrüchig werden, so droht ihr eine Vertragsstrafe von sage und schreibe 700 Millionen US-Dollar. Das ist mehr als zwei A380 kosten. Außerdem drohte Airbus der thailändischen Fluggesellschaft mit einer Klage.

Wallop Bhukkanasut, Vorstandsvorsitzender von Thai Airways, sagte dazu, eine Klage sei schlecht für das Image und bei der hohen Vertragsstrafe lohne es sich nicht vertragsbrüchig zu werden. So wird der Thai Airways wohl nichts anderes übrig bleiben als die Flugzeuge tatsächlich abzunehmen und ausliefern zu lassen. Ob es überhaupt noch eine Verwendung für die Superflieger gibt bleibt abzuwarten und steht in den Sternen.

Wie jetzt bekannt wurde hatte Thai Airways zuletzt noch versucht die Bestellung dahingehend abzuändern, indem anstelle der A380 Maschinen vom Typ A350-1000 geliefert würden. Da dieser Typ derzeit noch in einer Entwicklungsphase ist, wäre mit einer Auslieferung nicht vor dem Jahr 2013 zu rechnen gewesen. Doch auch dies wurde von Airbus rigoros abgelehnt.

Thai Airways letzte Hoffnung sind die derzeitigen Verhandlungen mit Airbus, dass die Flugzeuge statt im Oktober 2010 und im Juni 20011 erst in den Jahren 2012 und 2013 geliefert werden. Doch ob sich Airbus angesichts der bisher äußerst harten Haltung darauf einlässt bleibt mehr als vage.

Anders als bei der Thai Airways sieht es hingegen bei der Singapore Airlines aus. Hier sind bereits acht A380 in Betrieb. Elf weitere wurden bereits bestellt. Anders wiederum bei ILFC, der weltweit größten Leasingfirma. Auch hier wird bereits erwogen die Bestellung von 10 Flugzeugen des Typs A380 wieder zu stornieren. Diese Äußerung machte ILFC-Boss Steven Udvar-Hazy in einem Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung. Unklar ist dabei allerdings, warum nach Udvar-Hazy die ILFC im Gegensatz zur Thai Airways in der Zeit von Januar bis Juni 2010 ohne Strafzahlungen aus dem Vertrag aussteigen kann…

Foto: Ein Airbus A380 in Bremen. Fotoquelle: © Jan von Bröckel, Pixelio.de.