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Wirtschaft & Finanzen: Deutschland

Billiglohn trotz entsprechender Qualifikation

Billiglohnland
Billiglohnland
Das Institut für Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen veröffentlichte eine Studie, aus der ersichtlich wird, dass in Deutschland immer mehr Menschen in einem sogenannten Billiglohnjob arbeiten und das obwohl sie eine Ausbildung haben, die es ermöglichen würde, besser bezahlte Arbeit zu finden.

Dieser Trend hat sich seit 1995 weiter verschärft. 1995 hatten „nur“ 50 Prozent der Beschäftigten im Billiglohnsektor eine Ausbildung. 2007 stieg die Zahl der ausgebildeten Billiglohnarbeiter auf über 80 Prozent. Jeder Zehnte ausgebildete Billiglohnarbeiter kann sogar einen Fach- oder Hochschulabschluss vorweisen.

Gemäß OECD-Definition für Billiglohn arbeitet, wer im Osten Deutschlands weniger als 7,18 Euro und im Westen 9,62 Euro pro Arbeitsstunde verdient. Das Schlimme daran ist, dass in der Realität die durchschnittlich gezahlten Löhne im Billiglohnsektor noch weit unter den OECD-Vorgaben liegen. Der Durchschnitt liegt hier im Osten bei 4,96 Euro und im Westen bei 5,77 Euro.

Ein weiterer bedenklicher Trend ist die Tatsache, dass immer mehr Menschen für solch geringe Löhne in Vollzeit arbeiten gehen. Viele schuften ihre 40 Stunden (und mehr) die Woche und haben am Ende des Monats weniger als 800 Euro auf der Hand. Zu wenig zum Leben und zu viel zum Sterben.

Deutschlandweit arbeiteten im Jahr 2007 rund 6,5 Millionen Menschen für einen Hungerlohn, 350.000 mehr als noch im Jahr 2006. Der Anteil der Beschäftigten im Billiglohnsektor ist in Ostdeutschland höher als im Westteil. Würde man den Grenzwert für Billiglohn, den die OECD für Gesamtdeutschland errechnet hat, (in Höhe von 9,16 Euro) auf die neuen Bundesländer anwenden käme man zu der erschreckenden Erkenntnis, das in Ostdeutschland über 40 Prozent aller Beschäftigten für Billiglöhne arbeiten.

Abhilfe könnte da nur ein Mindestlohn machen. Dieser wird aber von der Bundesregierung seit Jahren vehement verhindert. Wen wundert es bei dem Lobbydruck im Rücken. Begründet wird das Ganze mit einem Jobabbau, welcher dem Mindestlohn folgen würde. Das dem nicht so ist zeigt fast das gesamte europäische Ausland. Dort kam es in keinem der Länder, welches einen gesetzlichen Mindestlohn einführte zum vorhergesagten Jobabbau. Ist ja auch irgendwie logisch, die Arbeit wird ja nicht weniger nur weil ein Mindestlohn eingeführt wird.

Abzuwarten bleibt, wie lange sich eine Bundesregierung einem gesetzlichen Mindestlohn noch entziehen kann!

Foto via flickr Fotograf Steffen Lemme CC Lizenz

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Schlüsselwörter: Lohn | Billiglohn | Mindestlohn
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Kommentare

Leser
am 12.07.2009 22:59:25 (91.15.1.xxx) Link Kommentar melden
So lange wir keinen gesetzlichen Mindestlohn bekommen, wird sich an dieser Entwicklung nichts ändern. Dieser wird aber unter einer Regierung aus CDU/CSU nicht kommen.
berliner
am 15.07.2009 17:27:35 (213.23.241.xxx) Link Kommentar melden
Naja solange viele prekär beschäftigte selbst die CDU oder gar die FDP wählen wird sich daran garantiert nichts ändern.

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