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Sonstiges: Kultur & Religion

Albertus Magnus, der Kölner Dom und die Heiligen Drei Könige (V)

Teil 5: Noch mehr Ungereimtheiten um die Heiligen Drei Könige

Foto: Pixelio.de
Foto: Pixelio.de
Es gibt noch viel mehr Ungereimtheiten über die Heiligen Drei Könige als in Folge 4 beschrieben. So wurden von den Künstlern des Mittelalters die Heiligen Drei Könige nicht nur in verschiedenen Lebensaltern dargestellt, sondern auch in verschiedenen Rassen. Auch zu diesen beiden Faktoren gibt es in der Bibel, wie könnte es jetzt auch anders sein, keinen Anhaltspunkt. Das Ganze dürfte somit wohl einzig und allein symbolischen Charakter besitzen, indem die verschiedenen Lebensalter die verschiedenen Generationen darstellen und die verschiedenen Rassen als Symbol der ganzen Menschheit stehen sollen.

Christoph Kolumbus suchte bekanntlich einen Seeweg über Westen nach Indien. Während seiner Fahrten entdeckte er dabei Amerika. Doch starb Kolumbus am 20.05.1506 in Valladolid im festen Glauben den Seeweg nach Indien entdeckt zu haben. Aus seinen Tagebüchern ist bekannt geworden, dass er auf seinen beiden ersten Fahrten in den Jahren 1492 und 1496 seiner Mannschaft zuerst vor Haiti und später auch vor Kuba erklärte, dass sie nun jene Länder zu Gesicht bekämen, aus denen die Heiligen Drei Könige mit ihren Gold- und Weihrauchgaben gekommen und nach Bethlehem gezogen seien. Somit verschaffte Kolumbus den Heiligen Drei Königen Einzug nach Amerika. Das gipfelte schließlich in bildlichen Darstellungen der Heiligen Drei Könige, bei denen einer von ihnen als Indianer abgebildet wurde. So zum Beispiel auf dem Foto eines anonymen Tafelbildes, das um das Jahr 1505 entstand und sich heute im Archiv des Arquivo National de Fotografia in Lissabon befindet. Und am Grabmal des Erzbischofs Dietrich von Moers (1414 – 1463), das sich im Kölner Dom befindet, ist zum ersten Mal einer der Heiligen Drei Könige als Farbiger abgebildet.

Plausibel wäre folgender Erklärungsversuch: Damals waren lediglich drei Kontinente bekannt (Europa, Asien, Afrika). Die Kirche wollte alle Kontinente in die Geschichte von Jesus Geburt einbeziehen. Das wurde besonders deutlich bei den Missionaren des 16. Jahrhunderts. Als Amerika entdeckt worden war, konnte man die Personenzahl nicht erhöhen. Also ließ man es stillschweigend zu, dass einer der Heiligen Drei Könige nun plötzlich (als Indianer) aus Amerika kam. Anfang des 17. Jahrhunderts gelangte ein frommer Gelehrter schließlich zu dem Schluss, dieser müsse sich irgendwie über Nordamerika und die Landbrücke zwischen Alaska und Sibirien, und von dort aus nach Bethlehem, durchgeschlagen haben.

Vor allem in der Zeit des 16. Jahrhunderts gab es in Amerika viele Dreikönigsprozessionen, mit denen die Missionare die Indianer missionieren und die spanischen Kolonialherren sie unterwerfen wollten. dass dies zumindest größtenteils scheinbar gelang, zeigen deutlich die geschichtlichen Dokumente jener Zeit. Eine der ausführlichsten Beschreibungen einer solchen Prozession stammt von dem Franziskanermönch Antonio de Ciudad Real, der 1587 aus Tlaxomulco, das in der Nähe von Guadalajara liegt, berichtete:

„Diese Prozession fand alljährlich statt. Von jenseits der umliegenden Berge kamen die drei von Einheimischen gespielten Könige zu Pferd, von Bannerträgern begleitet, in den Hof des Klosters gezogen. Dieses fungierte hier gleichzeitig als Jerusalem, Sitz des Königs Herodes, und als Bethlehem. Die Hirten benahmen sich wie Narren, aber die Könige wurden angehalten sich wie hohe Herren zu benehmen.“

Zum Abschluss wurden die Geschenke und Gaben überreicht, darunter Kopalharz, Gold und Silber. Die Kirchen selbst durften die Eingeborenen praktisch nie betreten. Ähnliche Machenschaften berichten fast alle Dokumente solcher Dreikönigsprozessionen im frühen Amerika. Diese Prozessionen machten erst die Aufnahme der eingeborenen Amerikaner in die Christenheit, wenn auch nur als minderwertige Mitglieder, möglich. Die Eingeborenen konnten sich aber auch in ihrer Rolle als Heilige Drei Könige gegen die Eroberer wenden und sich über sie und ihre Institutionen lustig machen. Zu diesem Schluss kommt jedenfalls Richard C. Trexler in einer Studie über dieses Thema.

Im Mittelalter erhielten die in der Bibel namenlos gebliebenen plötzlich auch Namen. Man nannte sie Kasper, Melchior und Balthasar. Da in der katholischen Kirche nichts von ungefähr geschieht, soll hier auch die Bedeutung dieser Namen erwähnt werden:

Kasper: Der Name stammt aus dem Persischen und bedeutet soviel wie „der Kapier“. Die Kapier waren ein Volksstamm am Kaspischen Meer.

Melchior: Dieser Name stammt aus dem Hebräischen und bedeutet „der König des Lichts“. Er setzt sich aus den Wörtern „melekh“ (= König) und „or“ (= Licht) zusammen.

Balthasar: Auch dieser Name kommt aus dem Hebräischen und bedeutet sinngemäß im Deutschen soviel wie „der glänzende Herr“.

Wir kennen nun die Urquellen, nämlich das Lukas-Evangelium und das Matthäus-Evangelium aus dem Neuen Testament der Bibel. Wie Matthäus zu berichten weiß, zogen die „Weisen aus dem Morgenland“ wieder zurück in ihre Heimat, wo sich offenbar jede Spur von ihnen verlor. Trotzdem machte die katholische Obrigkeit sie später zu den Heiligen Drei Königen, die verschiedene Lebensalter hatten und verschiedenen Rassen (obwohl sie alle aus einem Lande kamen) angehörten. Außerdem nannte man sie plötzlich beim Namen.

Noch heute spielen die Heiligen Drei Könige eine große Rolle im Alltag der katholischen Christen. Am 6. Januar ist ihr Tag, der Tag der Heiligen Drei Könige. In Österreich und den deutschen Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen-Anhalt ist der 6. Januar sogar ein gesetzlicher Feiertag geworden. Und in der Zeit nach Weihnachten bis zum 6. Januar werden die Heiligen Drei Könige durch die Sternensinger symbolisiert. Diese ziehen dann als Heilige Drei Könige verkleidet, in oft prächtigen und farbenfrohen Gewändern, von Tür zu Tür, verkünden die Weihnachtsbotschaft und sammeln Geld für kirchliche Zwecke in der Dritten Welt, das dort zumeist Kindern zugute kommt. Zum Jahreswechsel 2007/2008 gab es für die Sternensinger das 50jährige Bestehen ihrer Aktion.

Diese ganzen Umstände (Festlegung der Personenzahl auf drei, Bezeichnung als Könige, verschiedene Lebensalter, verschiedene Rassen, Namengebung und die noch heute stattfindende Verehrung) geben mir dann doch ein bisschen zuviel zu denken. Bei genauer Analyse des Problems komme ich lediglich zu zwei möglichen Schlussfolgerungen:

  1. Die Geschichte wurde hier bewusst gefälscht und mit Fakten und Daten versehen, für die es keine Quelle oder andere reale Grundlage gibt. Wer steckt dann dahinter? Ist es die katholische Obrigkeit?
  2. Hat die katholische Kirche aber mit allen in diesem Fall gemachten Aussagen (Festlegung der Personenzahl auf drei, Bezeichnung als Könige, verschiedene Lebensalter, verschiedene Rassen, Namengebung und die noch heute stattfindende Verehrung) tatsächlich recht, dann werden uns (der Öffentlichkeit) von der Kirche (dann wahrscheinlich dem Vatikan) die Informationen und Beweise dazu vorenthalten! – Und dann bitteschön, soll uns die Kirche endlich die Beweise vorlegen, damit wir alle ruhigen Gewissens das glauben können, was uns von der geistlichen Welt immer wieder erzählt wird.

Letztere Schlussfolgerung würde wiederum die im Umlauf befindlichen Gerüchte unterstützen, die besagen, dass in den geheimen Archiven des Vatikans noch viel mehr Wissen verborgen ist, das der Öffentlichkeit nicht zugänglich gemacht wird, weil dann der Beweis der Geschichtsverfälschung zutage käme. Die Verfechter dieser Theorie gehen ja bekanntlich davon aus, dass im Vatikan die Beweise schlummern, mit denen unsere Vergangenheit völlig umgeschrieben werden müsste. So berichtete die „Bild“-Zeitung am 20.10.1980, dass der Papst ein Geheimarchiv eingeweiht habe. Dabei soll es sich um einen 64 m x 56 m großen Betonbunker mit insgesamt 50 Kilometer Regalen gehandelt haben, in denen sich bis zu 1.300 Jahre alte Akten und Schriften befinden. Die heute von der Kirche und in den Schulen gelehrte Vergangenheit war in Wirklichkeit ganz anders. Aber warum sollte hier eine Geschichtsverfälschung geschehen? Wäre die Wahrheit so schlimm?

Ein altes Sprichwort sagt: „Nichts ist schlimmer als die Wahrheit!“ Was aber wäre für die Kirche und insbesondere den Vatikan so schlimm? Würde die Kirche, wenn die Wahrheit ans Licht käme, vielleicht sogar ihre Bedeutung und Existenz verlieren? Diese Frage scheint berechtigt und gar nicht so weit hergeholt, denn der Göttinger Theologe Gerd Lüdemann streitet in einer Hypothese die Identifikation von Jesus als Sohn Gottes ab und sagt: „Jesus wurde durch eine Vergewaltigung der Maria gezeugt!“

Sollte diese ungeheuerliche Behauptung tatsächlich zutreffen, dann könnte die Kirche sicherlich einpacken und ihre Pforten für immer schließen. Der Papst hätte als „Heiliger Vater“ ausgedient und könnte in den wohlverdienten Ruhestand treten, anstatt in der Welt herumzureisen und sich um mehr oder weniger politische Dinge kümmern zu müssen.

Gerd Lüdemann, der zuvor bereits schon einmal mit seiner Leugnung der Auferstehung Jesu provokatierend an die Öffentlichkeit getreten war, begründete seine erneute Provokation des christlichen Glaubens wie folgt: „Die biblische Bezeichnung ‚Sohn der Maria‘ deutet darauf hin, dass der Vater ein unbekannter Sextäter sein könnte. Sonst würden Juden im Neuen Testament nämlich nicht nach der Mutter, sondern nach dem Vater benannt. Um die illegale Abstammung des angeblichen Gottessohnes zu verschleiern, hat das Neue Testament kurzerhand den Vergewaltiger durch den Heiligen Geist ersetzt und so die Idee von der Jungfrauengeburt in die Welt gesetzt.“

Nun müsste man eigentlich meinen, Gerd Lüdemann stünden als Theologen die richtigen Quellen zur Verfügung. Hat er also Recht? Der Arzt, Astrologe und Seher Nostradamus, der von 1503 – 1566 lebte und mehr als 1.000, meist düstere Prophezeiungen voraussagte, die bis ins Jahr 3797 reichen, sagte damals schon den Untergang des Papsttums voraus. Alles deutet daraufhin, dass dies in nicht mehr allzu ferner Zukunft eintreten könnte.

Archiv MYSTERIA
Archiv MYSTERIA
Zum Vatikan als den obersten Sitz der katholischen Welt wurde beispielsweise auch um den recht rätselhaften Tod von Papst Johannes Paul I. spekuliert, der wenige Monate nach seinem Amtsantritt eines Morgens tot in seinem Bett aufgefunden wurde. Unbestätigten Gerüchten zufolge soll zu diesem Zeitpunkt ein altes Buch auf seinem Nachttisch gelegen haben, in dem ausführliche Beschreibungen und Risszeichnungen von Raketen enthalten waren. Das Buch sollte aus einer Zeit stammen, die lange vor der Zeit von Peenemünde lag, in der Prof. Hermann Oberth, der als „Vater der Weltraumfahrt“ gilt, und sein Schüler Wernher von Braun die ersten Raketen bauten, die damals allerdings zu Kriegszwecken missbraucht wurden. Um was für ein Buch es sich hier gehandelt hat, immer vorausgesetzt, die Gerüchte basieren auf Tatsachen, wurde nicht bekannt. Ich erinnere in diesem Zusammenhang jedoch an die Aufzeichnungen des Conrad Haas von Hermannstadt, in denen er Mehrstufenraketen beschreibt (siehe: Conrad Haas und seine Mehrstufenrakete). Und auch Leonardo da Vinci (* 15.4.1452, † 2.5.1519) kannte bereits Raketen – jedenfalls hat er bereits welche im Detail gezeichnet und beschrieben.

Unklar ist auch, warum man sich in Kirchenkreisen so sicher ist, dass es sich bei den Gebeinen, die Rainald von Dassel aus Mailand mitbrachte, wirklich um die der Heiligen Drei Könige handelt. Wenn sie es wirklich sein sollten, dann hält der Vatikan auch hier die entsprechenden Beweise zurück, denn trotz intensiver Bemühen konnte ich innerhalb der katholischen Dominanz keinerlei Hinweise dazu finden. Ja, selbst die Umstände und die Voraussetzung, wie diese Gebeine überhaupt nach Mailand gelangten, blieben im Dunkel der Geschichte verborgen. Auch hier gibt es nur eisiges Schweigen bei Kirche und Schulwissenschaft! Das Einzige, das wirklich klar überliefert ist, ist der Umstand, unter dem die Gebeine von Mailand nach Köln gelangten. Und auch hier gibt es eine äußerst interessante Legende dazu, die ich Ihnen in der nächsten Folge vorstellen werde…

Lesen Sie in Folge 6: Wie Rainald von Dassel die Gebeine der Heiligen Drei Könige nach Köln brachte.

Foto 1: Sternensinger in Solingen. Fotoquelle: © Thomas Max Müller, Pixelio.de. Foto 2: Die Raketenzeichnung von Leonardo da Vinci. Fotoquelle: Archiv MYSTERIA. Text: © Axel Ertelt. Auszug aus dem Buch „Das Mittelalter war ganz anders“. Dieser Text darf ohne die ausdrückliche, schriftliche Zustimmung des Autors nicht anderweitig veröffentlicht werden.

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Schlüsselwörter: Albertus Magnus | Heilige Drei Könige | Gotik | gotischer Baustil | Kölner Dom | Weisen aus dem Morgenland | Bibel | Mittelalter
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