Rund um OZ24

Suchen

Unterstütze OZ24

Politik: Politische Meinung

Menschenleben sind dem Staat kein Geld wert!

ag-recklinghausen.nrw.de
ag-recklinghausen.nrw.de
Sicher haben viele von Euch gestern in den Nachrichten vernommen, dass es im Landgericht Dresden, während einer Berufungsverhandlung wegen Beleidigung, zu einer Messerstecherei zwischen dem Angeklagten und einer 32 Jahre alten Zeugin kam, in deren Folge die Frau an den erlittenen Verletzungen noch im Verhandlungssaal des Landgerichtes verstarb. Dieser Vorfall ist mehr als bedauerlich, vor allem wenn man bedenkt, dass er ohne weiteres verhindert hätte werden können. Eine einfache Kontrolle beim Betreten des Gerichtes, hätte verhindert, dass der Täter die Waffe mit in das Gericht und den Verhandlungssaal schmuggeln konnte. Warum gab es diese Kontrollen nicht?

Ich kann nicht für das Bundesland Sachsen sprechen, doch kenne ich die Diskussionen und Resultate, die genau zu diesem Thema in Sachsen Anhalt geführt wurden. Eine sehr gute Bekannte ist seit Jahren in der Justiz beschäftigt und wir hatten vor ungefähr 2 Monaten ein Gespräch über genau dieses Thema, Sicherheitskontrollen an den Gerichten in Sachsen Anhalt.

Mir wurde berichtet, dass vor geraumer Zeit an dem Amtsgericht, an dem meine Bekannte arbeitet, eine solche Sicherheitsschleuse installiert wurde. Ihr kennt diese sicherlich von den Flughäfen, dass sind diese viereckigen Kästen, durch die man hindurchgehen muss und einen nach metallischen Gegenständen abtasten. Diese wurde nach einer Anlaufphase wieder deaktiviert! Warum stellt sich jetzt die Frage. Die Erklärung ist einfach, dennoch für jeden klar denkenden Menschen nicht nachvollziehbar.

In der Zeit in der die Sicherheitsschleuse aktiv war, mussten die Besucher, Angeklagten, Beklagten und alle Anderen die das Gebäude des Amtsgerichtes betreten wollten, durch diese Schleuse gehen. Gab die Schleuse Alarm mussten die Leute alle metallischen Gegenstände entfernen und nochmals durch die Schleuse. Gab das Gerät dann immer noch Alarm, musste ein Wachtmeister des Amtsgerichtes an der betroffenen Person in einen separaten Raum eine Leibesvisitation durchführen. Handelte es sich um eine Frau musste extra eine weibliche Wachtmeisterin gerufen werden, die dann die Leibesvisitation vornahm.

Da nun an einem Amtsgericht bekannter weise reger Publikumsverkehr herrscht, waren letztendlich immer 2 Wachtmeister (ein Mann und eine Frau) damit beschäftigt, die Personen die das Gericht betreten wollten zu untersuchen, denn es kam sehr häufig zu diesen Alarmen, die eine Leibesvisitation notwendig machten. Das führte dazu, dass die 2 Wachtmeister nicht zu den eigentlichen Aufgaben kamen, zu denen sie laut Dienstplan verpflichtet waren. Es hätten also 2 zusätzliche Wachtmeister beschäftigt werden müssen. Dazu kam es aber nicht, da im Haushalt die entsprechenden Mittel fehlten. Die Politik nimmt also billigend in Kauf, dass Menschen zu Schaden kommen, oder noch viel schlimmer, wie gestern ja passiert, den Tod finden, da keine Mittel für die Sicherheit zur Verfügung gestellt werden. Ich bin fest davon überzeugt, dass es so oder so ähnlich in vielen Bundesländern abläuft bzw. abgelaufen ist, anzunehmender Weise auch in Sachsen.

Das Resultat sehen wir an den gestrigen Vorfall nur zu deutlich! Ich hoffe, dass das Opfer der jungen Frau dazu führt diese fatale Handlungsweise der Regierungen zu ändern.

uploaded

Der Inhalt des vorstehenden Artikels gibt nicht die Meinung der Redaktion von Onlinezeitung24 wieder. Für den Inhalt ist allein der Autor des Beitrages verantwortlich!
Drucken Empfehlen
Schlüsselwörter: Sicherheit | Gericht | Dresden
Sie wollen selber einen Artikel schreiben. Kein Problem, einfach registrieren!

Kommentare

Insider
am 06.07.2009 17:10:40 (91.16.138.xxx) Link Kommentar melden
Das mit dem Menschenleben und dem Wert und dem Staat hat schon was. Tatsächlich ist es so, dass wenn z.B. jemand entführt wurde, meistens die ausgelobten Geldbeträge der Staatsanwaltschaft einem Fliegenschiss gleichkommen, anders sieht es aus, wenn es um Betrügereien im großen Stil geht, z.B. Das Gleiche ist zu beobachten, wenn es um das Ergreifen von Mördern und Totschlägern oder Vergewaltigern geht, 5000,- Euro, ist da immer das Maß der Dinge. Es ist wirklich so, dass in Deutschland noch immer Menschenleben nicht unbedingt zu den Dingen gehören, die staatlich als besonders wertvoll eingestuft werden.
Tepes
am 06.07.2009 17:35:27 (84.183.176.xxx) Link Kommentar melden
@ Insider

werde diesen Denkanstoss mal für einen neuen Artikel verwenden. Echt schlimm, wenn man über diese Fakten länger nachdenkt.

Einen Kommentar schreiben







Kommentare von Nichtmitgliedern der Seite Onlinezeitung24.de müssen durch einen Bestätigungslink per E-Mail freigeschaltet werden, für Mitglieder entfällt diese Bestätigung. Diese Maßnahme dient der Diskussionskultur und soll die Kommentarfunktion vor Spam schützen. Wir bitten um Ihr Verständis für diese Maßnahme.

Seitenaufbau: 0.05 Sekunden
39,905,494 eindeutige Besuche