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Hinterfragen Sie Ihren Arzt

Am 11.06.2009 wurde von den deutschen Ärztekammern die "Statistische Erhebung der Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen für das Statistikjahr 2008" vorgestellt: Ca. 40.000 Beschwerden gingen im Jahr 2008 bei Gutacherstellen, Gerichten etc. ein; die Zahl tatsächlicher Arztfehler könnte noch weitaus höher liegen.

Statistisch gesehen, bekommen vor Gericht klagende Patienten nur in etwa zehn Prozent der Fälle Recht - aber diese Information ist eigentlich nichtssagend, zumal es unbestreitbar auch Patienten gibt, die - aus welchen Motiven auch immer - unberechtigte Beschwerden vorbringen. Konkrete und zudem ausführlich dokumentierte Einzelfälle liefern letztlich ein klareres Bild von den herrschenden Verhältnissen. Zu den spektakulärsten Fällen dürfte das Schicksal von Peter Bergmann gehören, das schon seit Jahren gelegentlich auch in großen Medien Erwähnung findet. Bergmanns Leben ist ruiniert, seit ihm infolge einer Fehldiagnose ein pflaumengroßes Stück gesundes Gehirngewebe entnommen wurde. Dass Ärztepfusch vorlag, wurde auch von ärztlicher und gerichtlicher Seite zugegeben; aber Bergmanns Kampf um eine höhere Entschädigung blieb immer wieder erfolglos.

Wie kommt es zu Behandlungsfehlern? Der Schlichtungsexperte der Bundesärztekammer, Andreas Crusius, nannte "wachsenden Stress gerade in Kliniken" als mögliche Fehlerursache. Stress kann zwar zu Fehlern führen, doch ehrlicherweise muss man generell viel tiefere Ursachen vermuten. Werden Ärzte bzgl. ihrer Fachbildung getestet, sind die Testergebnisse bisweilen sehr ernüchternd - aber von derlei ärztlichem Wissensmangel, wie er etwa in der "Deutschen Medizinischen Wochenschrift" (DMW) des Thieme Verlags immer wieder angesprochen wird, erfährt die breite Masse eher selten. Immerhin kann schon die eigene, wache Beobachtung bei der Einschätzung von Praxis und Klinik weiterhelfen, z. B. ein Blick auf die betriebene Hygiene. Und etwas konkreter zum ärztlichen Alltag: Bekanntlich sind Blutdruckmessungen beim Arzt oft nichtssagend bzw. irreführend, weil der Patient infolge "Weißkittel-Syndroms" zu aufgeregt ist; sogar noch bizarrer ist die 24-Stunden-Messung, wobei der Patient um den durchgehenden Schlaf gebracht wird, sich also nicht normal erholen kann und sich zudem besonders über die störenden Messungen aufregt. Und schließlich kommt es immer wieder zu schlichtweg falschen Blutdruckmessungen. Schon dieses Alltagsbeispiel der Blutdruckmessung warnt vor einem blinden Vertrauen gegenüber den Ärzten.

Aber noch mehr Bildungsangebote, -vorschriften und -finanzierungen etc. für Ärzte würden den desolaten Zustand des Gesundheitswesens kaum beheben, denn der eigentliche Mangel ist ein ethischer. Die ärztliche Ethik, wie sie z.B. im sog. "Eid des Hippokrates" formuliert ist, steckt in einer äußerst schweren Krise. Damit ist nicht nur Abrechnungsbetrug gemeint oder gar die Anwendung unsinniger, kostentreibender Maßnahmen, sondern ganz grundsätzlich das Verantwortungsbewusstsein, das der Arzt gegenüber dem Menschen hat. Ein Beispiel: Im "Hippokrates-Eid" wird z.B. Abtreibung ausgeschlossen. Heute hingegen müssen Ärzte damit rechnen, zu Unterhaltszahlungen verurteilt zu werden, wenn sie eine Schwangerschaft nicht oder nicht erfolgreich verhindern bzw. abbrechen. Das Kind ist gem. Rechtsauffassung des Bundesgerichtshof (Az. VI ZR 48/06, 14.11.2006) ein "Schadensfall", somit quasi "unwertes Leben". Ja, selbst wer Abtreibung als Todsünde bezeichnet (was sie gem. klarer kirchlicher Lehre auch ist), wird dafür wegen "Beleidigung" des Abtreibers verurteilt (LG Freiburg, Geschäftsnummer 2 O 147/08, 28.04.2008).

Kurzum: Es ist höchste Zeit für die Patienten, ihre Ärzte gründlich zu hinterfragen. Und die Hauptfrage muss dabei lauten: Wie moralisch ist mein Arzt?

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Schlüsselwörter: Gesundheitswesen | Behandlungsfehler | Arzt
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Kommentare

kommt123
am 30.06.2010 10:11:09 (92.224.96.xxx) Link Kommentar melden
Das Kind ist gem. Rechtsauffassung des Bundesgerichtshof (Az. VI ZR 48/06, 14.11.2006) ein "Schadensfall", somit quasi "unwertes Leben". Ja, selbst wer Abtreibung als Todsünde bezeichnet (was sie gem. klarer kirchlicher Lehre auch ist)



Eine Abtreibung ist in meinen Augen keine Todsünde.
Sie ist aus medizinischer Sicht,wenn das Leben der Mutter dadurch in Gefahr gerät,sinnvoll .
kommt123
am 30.06.2010 10:57:02 (92.224.96.xxx) Link Kommentar melden
Chaim schrieb:
In der jüdischen Tradition (hier ist der betreffende medizinische Eingriff schon immer unter bestimmten Bedingungen erlaubt gewesen und nie in der hierzulande üblichen Art problematisiert worden) gilt ein Fötus u.U. in der Tat auch als ein "Schaden", der (dem Körper oder der Seele) der Frau zugefügt wird, sofern die Frau das nämlich nicht wollte. Was bedeutet, daß man hier analog einer Körperverletzung beurteilt, was zu geschehen hat.


Genau,diese Frauen werden dann ein Leben lang an so ein widerwärtiges Erlebnis erinnert.
Ein Kind,was aus einem nicht gewolltem Verkehr entstanden ist,wird nie die Liebe erfahren wie ein Kind,was aus Liebe gezeugt worden ist.

Wahrscheinlich würde es dann zur Adoption freigegeben werden.
Und in späteren Jahren,wenn das Kind dann erfährt,durch welche Umstände es gezeugt wurde,hat dann mit Sicherheit einen bleibenden seelischen Schaden.

Eine fachgerechte Unterbrechung der Schwangerschaft ist,wenn es die Notwendigkeit erfordert, um das Leben der Frau zu erhalten oder um die Frau "vergessen "zu lassen,keine Schande.
kommt123
am 30.06.2010 11:26:20 (92.224.96.xxx) Link Kommentar melden
@ Chaim

Ich habe u.a. auch einen Zitate Blog,daraus möchte ich dir dieses Zitat nicht vorenthalten.
Du kennst es mit Sicherheit,vielleicht in der Form,oder in der ursprünglichen Fassung,der Sinn ist aber nicht verändert worden.


Bevor Du urteilen willst über mich oder mein Leben,
ziehe meine Schuhe an und laufe meinen Weg,
durchlaufe die Straßen, Berge und Täler,
fühle die Trauer, erlebe den Schmerz und die Freude.

Durchlaufe die Jahre, die ich ging,
stolpere über jeden Stein, über den ich gestolpert bin,
stehe immer wieder auf und gehe genau die selbe Strecke weiter,
genau wie ich es tat. - Und erst dann kannst Du urteilen.
*Verfasser unbekannt
kommt123
am 30.06.2010 12:06:14 (92.224.96.xxx) Link Kommentar melden
Es ist eine sehr große Gabe die Fähigkeit zu besitzen .

Leider ist bei vielen diese Fähigkeit eingetrocknet ,die Fähigkeit und Bereitschaft,sich in andere Menschen einzufühlen.



Obwohl ja gerade von diesen Menschen behauptet wird sie wünschen sich ein soziales Miteinander.
kommt123
am 30.06.2010 13:41:06 (92.224.96.xxx) Link Kommentar melden
Affen sind halt auch nur Menschen.

Grin

Schimpansen allerdings,die sind im Alter richtig fies.




content.sweetim.com/sim/cpie/emoticons/00020468.gif

So,ich gehe nun das Bruttosozialprodukt steigern.
Wink


data6.blog.de/media/139/4498139_37db19b7e1_l.jpeg
kommt123
am 30.06.2010 19:23:10 (92.231.126.xxx) Link Kommentar melden
Chaim
am 30.06.2010 13:52:31 (84.59.235.xxx) Link Kommentar melden
Also, irgendwoher kenne ich das letzte Bild...



Ich weiß mal mehr,kenne sogar den Namen von dem AffenGrin



Schimpansen allerdings,die sind im Alter richtig fies.


Ich meinte damit nicht den Charly,aber es stimmt natürlich.
Bei den Affenweibchen ist es auch nicht anders, ist aber egal, ich mag eh keine Affen.Grin
kommt123
am 30.06.2010 21:35:10 (92.224.98.xxx) Link Kommentar melden
Chaim schrieb:
Nicht mehr als ich. Denn ich kann dir zusätzlich zu den Namen auch die Adresse geben, die Tel.Nr. dienstlich/privat, den Namen des Lebensgefährten, des Dienstvorgesetzten, und drei Aktenzeichen der letzten Strafermittlungsverfahren gegen die betreffende Person.


Okay du hast gewonnen.Grin


Chaim fragte:
Sag bloß, werden die etwa zickig?


Schlimmer,viel schlimmer.
Doppelt so schlimm wie die Männchen.

Die lassen richtig den Affen raus,so mit Kölle Alaaf...Grin
kommt123
am 30.06.2010 22:11:16 (92.224.98.xxx) Link Kommentar melden
Chaim
am 30.06.2010 21:57:18 (93.207.62.xxx) Link Kommentar melden
Na, das ist ja mal ein Satz:
Statistisch gesehen, bekommen vor Gericht klagende Patienten nur in etwa zehn Prozent der Fälle Recht - aber diese Information ist eigentlich nichtssagend, zumal es unbestreitbar auch Patienten gibt, die - aus welchen Motiven auch immer - unberechtigte Beschwerden vorbringen.

Was will uns das zitat dann sagen?



Eine Lüge zieht die andere nach sich.
Lateinische Lebensweisheiten

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